Lebensdaten
1888 bis 1977
Geburtsort
Gersfeld (Rhön)
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Dermatologe ; Venerologe ; Medizinhistoriker
Konfession
-
Normdaten
GND: 116868147 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schönfeld, Walther Heinrich Paul
  • Schönfeld, Walther
  • Schönfeld, Walther Heinrich Paul
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Zitierweise

Schönfeld, Walther, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116868147.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1861–1938), aus Liegnitz oder Goldberg (Schlesien), Rechnungsrat;
    M Alma Pabst (1864–1946);
    Danzig 1921 Hannah (1895–1982), T d. Artur Brausewotter (Ps. Arthur Sewett, Friedrich Leoni) (1864–1946), aus Stettin, 1890 Prediger in Reichenberg b. Danzig, 1893 Archidiakon an St. Marien in Danzig, Schriftst., zuletzt in H. (s. Altpreuß. Biogr. III; Killy; Wendt, Stettiner Lb., 2004), u. d. Else Pretzell (1871–1945);
    2 S Jobst (1922–2004), Dr. med., Facharzt f. Haut- u. Geschlechtskrankheiten in H., Ltd. Reg.med.dir., Klaus-Dietrich (* 1926), Dr. med., Facharzt f. HNO; Urur-Gvv d. Ehefrau Louis Angely (1787/88-1835), Theaterschriftst., Schausp. (s. NDB I u. 23*).

  • Leben

    An den Besuch des humanistischen Gymnasiums Johanneum (Ritterakademie) in Liegnitz schloß 1906-11 das Studium der Medizin in Breslau, Rostock, München und Würzburg an. Nach dem Staatsexamen (1911) und der Promotion (Über Rhinitis hyperplastica oedematosa, 1912) wurde S. Assistent an der Würzburger Univ.-Hautklinik unter Karl Zieler (1874–1945). Mit diesem publizierte er 1912 einen Beitrag über Geschlechtskrankheiten in dem von A. Moll herausgegebenen „Handbuch der Sexualwissenschaften“. 1917 habilitierte sich S. in Würzburg für Dermatologie und Venerologie, erhielt dort eine ao. Professur und wurde 1922 auf den Lehrstuhl für Dermatologie und Venerologie der Univ. Greifswald berufen. 1935 folgte er dem aus rassischen Gründen entlassenen und in die Emigration getriebenen Siegfried Bettmann (1869–1939) als Direktor der Univ.-Hautklinik in Heidelberg nach. Der NS-ldeologie stand S. aufgeschlossen gegenüber, wurde nach Kriegsende jedoch als politisch unbelastet eingestuft.

    Bereits in Würzburg hatte S. mit Untersuchungen zur Hauttuberkulose, zu Berufsdermatosen und besonders zur Syphiliserkrankung und ihrer Salvarsan-Wismut-Therapie begonnen. Sein Interesse galt auch der Gonorrhoe, den Herpes-Erkrankungen sowie den Pocken und reichte bis zu Problemen mit Tätowierungen. 1938 gab er das „Lehrbuch der Haut- und Geschlechtskrankheiten“ heraus, später weitere bedeutendende Werke wie den „Atlas der Haut- und Geschlechtskrankheiten“ (mit W. Frieboes, 1949, 21955) und die zusammen mit Heinrich A. Gottron (1890–1974) besorgte „Dermatologie und Venerologie“ (5 Bde., 1958–65). Seine in zunehmendem Maß medizingeschichtlich orientierten Arbeiten, insbesondere zur Frühen Neuzeit, fanden Beachtung. S. bemühte sich erfolgreich um die Errichtung eines Instituts für Geschichte der Medizin an der Univ. Heidelberg, das 1961 unter Leitung von Heinrich Schipperges (1918–2003) die Arbeit aufnahm.

  • Auszeichnungen

    Kg. Ludwigs-Kreuz (1916); Dr. med. h. c. (Greifswald 1956); Gr. BVK (1958).

  • Werke

    Weitere W Frauen in d. abendländ. Heilkunde, 1947;
    Kurze Gesch. d. Dermatol. u. ihre kulturgeschichtl. Spiegelung, 1954;
    Kurze Gesch. d. Dermatol. u. Venerol., 1954.

  • Literatur

    J. Hämel, in: Der Hautarzt 14, 1963, S. 239;
    H. Schipperges, W. S. u. seine Verdienste als Med.hist., ebd. 31, 1980, S. 441-43;
    P. Zierz, in: Dermatolog. Wschr. 147, 1963, S. 505-08;
    H. Zell, W. S., Verz. seiner Schrr. 1912–65, in: Heidelberger Jbb. 12, 1968, S. 59-71;
    C. Nemetz, W. S. u. d. Gesch. d. Hautklinik Heidelberg v. 1935-1959, Leben u. Werk, Diss. Heidelberg, 2004;
    Rhdb. (P);
    Fischer;
    Wi. 1935-1971.

  • Autor/in

    Wolfgang U. Eckart
  • Empfohlene Zitierweise

    Eckart, Wolfgang U., "Schönfeld, Walther" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 409-410 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116868147.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA