Lebensdaten
1883 bis 1965
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 116863439 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meiner, Felix

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Zitierweise

Meiner, Felix, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116863439.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Emil (s. Gen 1);
    M Emma Seyferth (1854–1926);
    Halb-B Arthur (s. 1);
    Dresden 1912 Anna Elisabeth (1892–1954), T d. Hermann Gensel, Senatspräs, am Oberverwaltungsgericht in Dresden; Schwager Georg Merseburger (1871–1957), Verleger;
    4 K, u. a. Richard (* 1918), Verleger in Hamburg, 1948-63 Inh. d. Richard Meiner Verlags, seit 1964 d. F.-M.-Verlags;
    E Manfred (* 1952), seit 1981 Mitinh. d. F.-M.-Verlags.

  • Leben

    Nach dem Abitur am Nikolai-Gymnasium in Leipzig 1902 und einjähriger Militärzeit studierte M. seit 1903 in Innsbruck, Wien, Leipzig und München Volkswirtschaft. 1907 promovierte er mit der bei Lujo Brentano verfaßten Dissertation „Grundrente und Wohnungsfrage in Plauen i. Vogtland“. Nach einer Verlagsbuchhändler-Ausbildung 1907-08 bei Bernhard Liebisch und J. J. Weber (beide Leipzig), 1908-09 bei William Heinemann in London und 1909-10 bei G. E. Stechert in New York gründete er 1911 in Leipzig den Felix Meiner Verlag mit den Hauptgebieten Philosophie, Rechts-, Staats- und später Wirtschaftswissenschaften. Die Substanz des Verlags bildete die 1868 von J. H. v. Kirchmann gegründete und seitdem durch fünf Verlage gegangene „Philosophische Bibliothek“ (PhB), die von der Dürrschen Buchhandlung übernommen wurde. Daneben erwarb er vom Fritz Eckardt Verlag die Werkausgaben von Fichte, Schelling und Schleiermacher, die juristische Abteilung des Verlags Wilhelm Engelmann, die Reihe „Die Großen Erzieher“ von Reuther & Reichardt, die „Dokumente der Menschlichkeit“ vom Drei-Länder-Verlag und vom Georg Müller Verlag Fritz Mauthners „Kritik der Sprache“ sowie das „Wörterbuch der Philosophie“. 1919 kaufte er die 1660 gegründete Dyksche Buchhandlung, die 1951 erloschen ist.

    Schon nach wenigen Jahren zählte M.s Unternehmen zu den besten wissenschaftlichen Fachverlagen Deutschlands. In der berühmten PhB bot M. solide, kritische Textausgaben zu niedrigen Preisen. In den 30 Bänden der „Wissenschaft der Gegenwart in Selbstdarstellungen“ gaben über zweihundert Wissenschaftler Einblick in ihre Forschung und Persönlichkeit. Von Albert Schweitzer erschien auf Anregung M.s „Aus meinem Leben und Denken“. Vor 1945 wurden mehrere Zeitschriften verlegt: 1919-23 die „Annalen der Philosophie (und philosophischen Kritik) “, die 1930 übergingen in die „Erkenntnis“ (bis 1940), 1919-37 die „Grundwissenschaft“, 1914-20 und 1929-34 die „Zeitschrift für Rechtsphilosophie in Lehre und Praxis“ und 1927-33 „Philosophie und Leben“. – Ein Bombenangriff vernichtete im Dez. 1943 die Verlagsbestände in Leipzig. 1947 erhielt M. eine sowjetische Lizenz; 1951 floh er jedoch nach Hamburg, wo er den Verlag am 1.10.1951 neu gründete (der Leipziger Verlag wurde 1952 liquidiert).

    Seit 1911 gehörte M. der Fortschrittlichen Volkspartei an, seit 1918 der Deutschen Demokratischen Partei und nach 1945 in Leipzig der Liberal-Demokratischen Partei, in der er sich für die Erhaltung der Privatverlage einsetzte. 1914-20 war M. im Vorstand, 1923-29 im Hauptausschuß des Vereins der Buchhändler zu Leipzig tätig (einige Jahre stellv. Vorsitzender); im Börsenverein war er Mitglied der Historischen Kommission (1924–34), des Verlags- und Steuerausschusses und des Ausschusses für Bibliographie. Mit R. Voigtländer gründete er die Buchhändler-Abrechnungsgenossenschaft (seit 1923 Aufsichtsratsvors.). – Dr. phil. h.c. (Hamburg 1953).

  • Werke

    u. a. Warum sind die Bücher so teuer?, 1920;
    Begegnungen mit Johs. Hoffmeister, in: Johs. Hoffmeister z. Gedächtnis, hrsg. v. F. Nicolin u. O. Pöggeler, 1956, S. 48-55;
    zahlr. Art. in: Börsenbl. f. d. dt. Buchhandel 1921–29. – Hrsg.: Die Volkswirtsch.lehre d. Gegenwart in Selbstdarstellungen, 2 Bde., 1924/29;
    Phil. Handkat., 1926;
    Gedenkschr. d. Gartenvorstadt Leipzig-Marienbrunn 1911–36, 1938. – Übers. (mit P. Hirner): C. Scarfoglio, Warum d. neue Krieg kommen musste, 1943.

  • Literatur

    K. Rauch, Lebendige Wiss., F. M. Verlag, in: Leipziger Neueste Nachrr., Nr. 338 v. 4.12.1938, S. 49;
    B. Beer, in: FAZ v. 23.3.1953, S. 4. u. v. 25.3.1958, S. 10;
    F. M. z. 70. Geb.tag, 1953 (Btrr. u. a. v. H.-G. Gadamer, K. Jaspers, Th. Litt, A. Schweitzer, E. Spranger, M. Tau; P);
    J. Koch, in: Mitt. u. Forschungsbtrr. d. Cusanusges. 5, 1965, S. 162 f.;
    100 J. Phil. Bibl. 1868-1968, 1968 (P);
    Verlag F. M., in: Verlagskde. in Einzeldarst., T. 2, 31979, S. 27 f. (P);
    E. Heintel, Die Phil. Bibl., in: Buchmarkt 16, 1981, Nr. 6, S. 162-66 (P);
    Ch. Wegner, Ein phil. Verleger, in: Börsenbl. f. d. Dt. Buchhandel (Frankfurt), Nr. 23 v. 20.3.1953, S. 121;
    F. Wittig, ebd., Nr. 24 v. 25.3.1958, S. 357 f.;
    J. Ebbinghaus, Erinnerungen an F. M., ebd., Nr. 70 v. 3.9.1965, S. 1765 f.;
    R. A. Bast, Die Phil. Bibl., 1989. – Zu S Richard: Ceterum censeo, R. M. z. 8.4.1983, 1983;
    F. Wittig, Wehrstand, Nährstand, Lehrstand, in: Börsenbl. f. d. Dt. Buchhandel (Frankfurt), Nr. 28 v. 7.4.1978, S. 606 f.

  • Portraits

    in: Der dt. Buchhandel, hrsg. v. H. Hiller u. W. Strauß, 1961, n. S. 80.

  • Autor/in

    Rainer A. Bast
  • Empfohlene Zitierweise

    Bast, Rainer A., "Meiner, Felix" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 663 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116863439.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA