Lebensdaten
1846 bis 1916
Geburtsort
Tübingen
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
Chirurg
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116813512 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bruns, Paul Eduard von
  • Bruns, Paul von
  • Bruns, Paul Eduard von
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Zitierweise

Bruns, Paul von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116813512.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Viktor s. (4);
    Marie, T des Tübinger Theologen Karl von Weizsäcker (1822–99), Schw; des württembergischen Minsters Karl Freiherr von Weizsäcker (seit 1916, 1853-1926);
    S Viktor s. (5), Oskar (* 1878), Professor der Inneren Medizin in Königsberg.

  • Leben

    B. begann das medizinische Studium 1863 in Tübingen, das er wenige Monate vor dem Ausbruch des deutsch-französischen Kriegs 1870/71 beendete. Infolge des Kriegs mußte er eine wissenschaftliche Reise, die sich auf Deutschland und Österreich erstrecken sollte, abbrechen und trat als Freiwilliger ins Heer ein. Seine Verwendung als Arzt eines Feldlazaretts führte ihn zur Kriegschirurgie, der er zeitlebens besonderes Interesse entgegenbrachte. Im April 1871 wurde er Assistenzarzt in der chirurgischen Klinik seines Vaters in Tübingen, holte aber 1872 während eines viermonatigen Aufenthalts bei Theodor Billroth in Wien die unterbrochene wissenschaftliche Reise nach. B. habilitierte sich 1875 in Tübingen für Chirurgie und wurde 1877 außerordentlicher Professor. 1882 wurde er zum Nachfolger seines Vaters, den er schon während dessen Erkrankung vertreten hatte, ernannt. Zahlreiche später führende Chirurgen gingen aus seiner Schule hervor. B. wurde konsultierender Leibarzt des württembergischen Königs und Obergeneralarzt à la suite des württembergischen Sanitätskorps. Wie sein Vater und in Zusammenarbeit mit diesem beschäftigte sich B. viel mit den Neubildungen des Kehlkopfs und ihrer operativen Entfernung. Auf seine Arbeiten über die Phosphornekrose geht das am 10.5.1903 erlassene Verbotsgesetz der Herstellung von Phosphorstreichhölzern zurück. Bedeutsam wurden seine Untersuchungen über die Wirkung kleinkalibriger Geschosse, die die Veranlassung gaben, daß die Haager Friedenskonferenz (1899) sich mit den Dumdum-Geschossen befaßte und zu deren Verbot kam. Bekannt wurde B. ferner als Herausgeber der von ihm 1885 begründeten „Beiträge zur klinischen Chirurgie“. Ebenso bedeutsam war das von ihm mit Ernst von Bergmann und Johann von Miculicz-Radecky begründete Handbuch der praktischen Chirurgie, das in fast alle Weltsprachen übersetzt wurde. Außerdem war B. Herausgeber des Sammelwerks „Deutsche Chirurgie“ und „Die neue deutsche Chirurgie“.

  • Werke

    Weitere W Die Laryngotomie z. Entfernung intralaryngealer Neubildungen, 1878;
    Üb. d. gegenwärt. Stand d. Kropfbehandlung, = Volkmanns Slg. klin. Vorträge, Chirurgie, 6, 1885;
    Die Lehre v. d. Knochenbrüchen, in: Dt. Chirurgie, 1886;
    Üb. d. Wirkung d. neuesten engl. Armeegeschosse, 1899;
    Die freiwillige Sanitätskolonne Tübingen d. württ. Landesver.s vom Roten Kreuz 1886/1911,|1911;
    Die Dumdumgeschosse, in: Frankfurter Ztg., 27.9.1914;
    Üb. Schußwaffen u. Schußwunden im gegenwärt. Kriege, in: Schwäb. Merkur, 3.9.1914.

  • Literatur

    Württ. Nekrolog f. d. J. 1916, 1920;
    L. Makowsky, 5 Jh. Chirurgie in Tübingen, 1949 (P);
    H. Killian-G. Krämer, Meister d. Chirurgie…, 1951, S. 112;
    DBJ I (Totenliste 1916, L).

  • Autor/in

    Eberhard Stübler
  • Empfohlene Zitierweise

    Stübler, Eberhard, "Bruns, Paul von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 686 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116813512.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA