Lebensdaten
1884 bis 1945
Geburtsort
Montevideo (Uruguay)
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 116702214 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ruggli, Paul

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Ruggli, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116702214.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Ulrich;
    M Mathilde Kemmerich;
    Straßburg 1913 Annette Blume;
    1 S.

  • Leben

    Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Mutter mit R. nach Wiesbaden, wo er 1903 das|Reifezeugnis erhielt. Anschließend studierte er Chemie an den Universitäten München und Leipzig, wo er 1908 bei Arthur Hantzsch (1857–1935) mit einer Arbeit „Zur Konstitution der Trithio-cyanursäure und der Thiooxanilide“ promoviert wurde. Nach kurzer Tätigkeit in einer chem. Fabrik in Argentinien wurde R. Assistent bei Richard Willstätter (1872–1942) an der ETH Zürich, dann bei Johannes Thiele (1865–1918) in Straßburg, wo er sich 1913 für organische Chemie habilitierte. 1918 wechselte er an die Univ. Basel und übernahm die Leitung eines neu eingerichteten Laboratoriums für Färberei und Zeugdruck. 1919 erfolgte die Umhabilitierung dorthin mit dem Thema „Ringschluß und andere Synthesen mit o‚o'-Dinitrotolan“. 1922 wurde R. zum ao., 1936 zum o. Professor und 1937 zum Vorsteher der Anstalt für Organ. Chemie ernannt.

    Bekannt wurde R. durch die Synthese heterocyclischer Verbindungen. Mit der Herstellung eines 12-gliedrigen Rings mit einer Kohlenstoffdreifachbindung aus o‚o'-Diamidotolan und Succinylchlorid begründete er 1912 die zunächst wenig beachtete Methode des Arbeitens in verdünnter homogener flüssiger Phase, wobei die Konkurrenzreaktion der Polymerisation vermieden wird. Bei der Umsetzung des Diamidotolans mit weiteren Säurechloriden zweibasischer Carbonsäuren wurde mit Adipinoylchlorid unter Bildung eines 14-gliedrigen Ringes die beste Ausbeute erzielt (Liebigs Ann. d. Chemie 392, 1912, S. 92 f., 399 f.; ebd. 399, 1913, S. 174 f., 412 f.; ebd. 412, 1916, S. 1 f.). Die Methode wurde später u. a. von Karl Ziegler (1898–1973) zur Synthese von cyclischen Ketonen, wie der Riechstoffe Muscon und Zibeton, erfolgreich verwendet. Bei seinen Untersuchungen über Farbstoffe, insbes. Azoverbindungen, und Färberei interessierte R. die Beziehung zwischen Konstitution und Substantivität, d. h. dem Haftvermögen eines Farbstoffes. Die Synthesemöglichkeiten von Azofarbstoffen und ihrer Zwischenprodukte, das Färbeverhalten sowie das Aufziehen von sauren Wollfarbstoffen und Substantiven Baumwollfarbstoffen wurden eingehend studiert (Zur Kenntnis d. substantiven Färbung, in: Melliand's Textilberr. 14, 1933, S. 600 f.; Was ist unter Substantivität zu verstehen, ebd. 15, 1934, S. 361 f.). Weitere Arbeiten betrafen Anthracenderivate, cis, trans-isomere Stilben- und Styrylverbindungen im Zusammenhang mit Isatogenen, Indoxyl- und Oxindolderivaten. In seinen letzten Lebensjahren widmete sich R. der Reaktivität von Ketonen, Ketonsäuren, Enollactonen und Sulfoncarbonsäuren. Mit seinen Forschungen leistete er wesentliche Beiträge zur Chemie heterocyclischer Aromaten. – Präs. d. Schweizer. Chem. Ges. (1940/41).

  • Werke

    u. a. Die Valenzhypothese v. J. Stark v. chem. Standpunkt, 1912;
    Gesch. d. Färberei, in: Verhh. d. Naturforsch. Ges. Basel 38, 1927, S. 263 ff.;
    Praktikum d. Färberei u. Farbstoffanalyse, 1945.

  • Literatur

    H. Rupe, in: Helvetica Chimica Acta 29, 1946, S. 796-811 (W-Verz., P);
    Neue Schweiz. Biogr., 1938, S. 442;
    Schweizer Lex.;
    Pogg. V-VII a. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: StA Kt. Basel-Stadt, Univ.archiv (XI A 3,2; Personalakten Erziehungsdep. CC 23a, 28b).

  • Autor/in

    Christoph Tamm
  • Empfohlene Zitierweise

    Tamm, Christoph, "Ruggli, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 239-240 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116702214.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA