Lebensdaten
1900 bis 1958
Geburtsort
Wüstenrot bei Heilbronn
Sterbeort
Kiel
Beruf/Funktion
Romanist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116684631 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gmelin, Hermann Ernst Gustav
  • Gmelin, Hermann
  • Gmelin, Hermann Ernst Gustav

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Zitierweise

Gmelin, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116684631.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst (1865–1935), Pfarrer, S d. Ernst, Oberamtsrichter in Spaichingen, u. d. Emilie Schickhardt; M Lydia (1866–1949), T d. Pfarrers Gottlob Jonathan Bentel u. d. Amalie Albertine Emma Eisenbeiß;
    Leipzig 1931 Charlotte (* 1904), T d. Dr. med. Felix Patzki u. d. Elisabeth v. Samson Himmelstjerna;
    2 S, 2 T.

  • Leben

    Nach Besuch der Universitäten Tübingen und München promovierte G. in Heidelberg bei Leonardo Olschki mit einer Dissertation über „Personendarstellung bei den florentinischen Geschichtsschreibern der Renaissance“ (1927). Er wirkte 1926-28 als deutscher Lektor an der Universität Bologna. 1930 habilitierte er sich in Leipzig bei Ph. A. Becker mit der Abhandlung „Das Prinzip der Imitatio in den romanischen Literaturen der Renaissance“ (Romanische Forschungen 46, 1932, S. 98-229). 1930-35 war G. Ordinarius für romanische Philologie an der TH Danzig, von 1935 bis zu seinem Tode Ordinarius an der Universität Kiel. – Der Nachdruck seines Schaffens lag auf dem Gebiet der italienischen Literatur- und Kulturgeschichte, auf die er durch L. Olschki hingeführt wurde. Seine entscheidende wissenschaftliche Prägung erhielt er durch Ph. A. Becker. An Beckers Methode und Interessen schließt sich G.s grundlegende Untersuchung der dichterischen Praxis der imitatio bei den französischen und italienischen Petrarkisten der Renaissance. Von 1940 an wandte sich G. Dante zu. Frucht seiner Bemühung ist seine Übersetzung der Göttlichen Komödie – eine der besten neueren Übersetzungen – (3 Bände, italienisch und deutsch, 1949-51; außerdem bei Reclam, deutsch, 1954) sowie der ausführliche Kommentar (3 Bände, 1954–57). Der besondere Wert dieses Kommentars ist durch die Ausrichtung auf das Problem der imitatio bestimmt. G. weist mit bisher unerreichter Vollständigkeit und Genauigkeit die literarischen Quellen Dantes nach, und zwar an Hand der wörtlichen Anklänge, nicht nur auf Grund inhaltlicher Übereinstimmungen. Die Quellen sind in extenso abgedruckt. So wird sowohl Dantes Belesenheit und literarischer Geschmack sichtbar, wie auch der Sinn der Wortwahl in der Göttlichen Komödie erhellt. G. lieferte somit einen wesentlichen Beitrag zur Dantephilologie.

  • Werke

    Weitere W u. a. Franz. Geistesform in Sainte-Beuve, Renan u. Taine, 1934;
    Italien, in: Hdb. d. Kulturgesch., Kultur d. roman. Völker, 1939;
    Dantes Weltbild, 1940, 1948;
    Überss. ital. Gedichte, 1943;
    Epochen d. franz. Lit., 1948;
    Der franz. Zyklenroman d. Gegenwart, 1950. - Mithrsg.;
    German.-Roman.Mschr.

  • Literatur

    W. Th. Elwert, in: Lettere italiane 11, Florenz 1959, S. 379-81;
    Convivium, Neue Serie 28, Turin 1959, S. 377;
    V. Santoli, in: Studi Danteschi 36, Florenz 1959, S. 277 f.;
    N. Sapegno, in: Giornale storico della letteratura italiana 136, Turin 1959, S. 681 f.

  • Autor/in

    W. Theodor Elwert
  • Empfohlene Zitierweise

    Elwert, W. Theodor, "Gmelin, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 478 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116684631.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA