Lebensdaten
1825 bis 1902
Geburtsort
Polnisch Lissa
Sterbeort
Breslau
Beruf/Funktion
Augenarzt
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116643137 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Foerster, Carl Friedrich Richard
  • Foerster, Richard
  • Foerster, Carl Friedrich Richard

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Foerster, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116643137.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N.N. (1804-93), Apotheker in P., dann Rittergutsbes. in Bronikowo;
    M Caroline Polluga ( 1893);
    N. N. ( 1901);
    5 K.

  • Leben

    F. begann 1845 in Breslau mit dem Studium der Medizin, ging nach dem Physikum nach Heidelberg und nach Berlin, wo Johann Müller, R. Virchow, J. Henle und L. Traube seine Lehrer waren, und schloß 1849 mit einer Dissertation „De pustula maligna“ und dem Staatsexamen dort sein Studium ab. Nach einer Studienreise nach Paris und Wien wurde er Sekundär- und 1855 Primärarzt am Allerheiligenhospital in Breslau, wo er viel mit Augenkranken zu tun hatte und sich für die Augenheilkunde entschied. Er soll der erste gewesen sein, der den von Helmholtz erst wenige Jahre zuvor erfundenen Augenspiegel in Breslau anwandte. Obwohl er niemals an einer Augenklinik als Assistenzarzt tätig war, arbeitete er sich als Autodidakt so gründlich in sein Fach ein, daß er sich bereits 1857 in Breslau als Ophthalmologe habilitieren konnte (1863 Extraordinarius, 1873 Ordinarius). 1894 wurde er als Vertreter seiner Universität auf Lebenszeit ins Preußische Herrenhaus berufen. 1896 ließ er sich emeritieren, um sich auf das Rittergut Bronikowo an der schlesisch-polnischen Grenze zurückzuziehen, das er noch einige Jahre bewirtschaftete. – F. gehörte zu den besten und gesuchtesten Augenärzten seiner Zeit, verlor aber niemals den Zusammenhang mit der übrigen Medizin, weshalb er im großen „Handbuch der Ophthalmologie“ von Gräfe-Sämisch (V, 1877) auch mit der Darstellung der Beziehungen zwischen den Augenkrankheiten und den übrigen Erkrankungen betraut wurde. Von diesem seinem wissenschaftlichen Weitblick zeugen auch seine Aufsätze zum Choleraproblem, in denen er bereits vor Entdeckung des Kommabazillus unbeirrt auf verseuchtes Wasser als Infektionsquelle hinwies und den Erreger als einen entwicklungsfähigen Organismus bezeichnete. In seinem Fach ist er, von hervorragenden Arbeiten zum Myopie- und anderen Problemen abgesehen, insbesondere durch die Erfindung und Einführung des Perimeters bekannt, dessen Wirkungsweise er 1867 auf dem internationalen ophthalmologischen Kongreß in Paris demonstrierte, sowie durch die Erfindung des 1871 bekannt gemachten Photometers, von denen das letztere zwar durch moderne Apparate vielerorts ersetzt sein mag, während sein Perimeter auch heute noch zum Rüstzeug eines jeden Augenarztes gehört.

  • Werke

    Weitere W u. a. Künstl. Reifung d. Cataract, in: Knapps Archiv f. Augenheilkde. 14, 1883.

  • Literatur

    R. Greeff, in: Archiv f. Augenheilkde. 46, 1902, S. 109-11;
    Baer, in: Zs. f. Augenheilkde. 8, 1902, S. 400-11;
    Klin. Mbll. f. Augenheilkde. 40, 1902, S. 144-48;
    ebd. 75, 1925, S. 760-62;
    O. Eversbusch, in: Münchner med. Wschr. 59, 1902, S. 1350;
    Pagel (W-Verz.);
    BLÄ (P);
    BJ VII (Tl.1902, L).

  • Autor/in

    Wilhelm Katner
  • Empfohlene Zitierweise

    Katner, Wilhelm, "Foerster, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 281 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116643137.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA