Lebensdaten
1891 bis 1945
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
in Palästina
Beruf/Funktion
Zionist
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116551992 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krojanker, Gustav

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Zitierweise

Krojanker, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116551992.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Hermann (s. 1);
    - Ellen N. N.

  • Leben

    K. studierte nach dem Willen seines Vaters Volkswirtschaft in Berlin, Freiburg und München. 1914 wurde er bei Lujo Brentano, den er sehr verehrte, mit der Dissertation über „Die Entwicklung des Koalitionsrechts in England“ zum Dr. rer. pol. promoviert. Nach|der Teilnahme am Weltkrieg wurde er Direktor und Vorstandsmitglied in der Schuhfabrik „Conrad Tack & Cie. AG“. Anders als sein Bruder kam er seinen beruflichen Verpflichtungen nur halbherzig nach. 1928 schied er aus der Leitung der Firma aus, um sich ganz der zionistischen Bewegung widmen zu können. Seit 1914 gehörte K. dem Präsidium des Kartellverbands Jüd. Verbindungen (K. J. V.) an, dessen Organ „Der jüd. Wille“ er 1918/19 herausgab. Er schrieb über die Stellung der Juden in der deutschen Literatur und Kultur sowie über die Lage der Juden in Polen, wie er sie im Weltkrieg und auf Reisen kennengelernt hatte. Seine Beiträge erschienen u. a. in „Der Jude“, „Jüd. Rundschau“ und „Jüd. Revue“. Einige Jahre lang leitete er den „Jüd. Verlag und Weltverlag“ (Berlin). Frühzeitig warnte K. vor den Nationalsozialisten. Als er im Nov. 1931 „Zum Problem des neuen deutschen Nationalismus“ sprach, um „eine zionistische Orientierung gegenüber den nationalistischen Stömungen unserer Zeit“ zu geben (1932 gedr.), glaubte er nicht mehr, daß die Machtergreifung durch Hitler verhindert werden könne. Er prophezeite, „daß eine ganze Welt versinkt“, die „Welt liberalen Geistes“. 1932 emigrierte K. nach Palästina. Er schrieb für das Mitteilungsblatt der Irgun Olej Merkas Europa und trat 1938 in die Redaktion der „Jüd. Weltrundschau“ ein. Im selben Jahr war er im Auftrag der Jewish Agency in Deutschland, um Fragen der Übersiedlung von Juden nach Palästina, besonders das Problem des Kapitaltransfers, zu erörtern. Er engagierte sich in Gg. Landauers Alijah Chadascha und wurde Schriftleiter ihres Organs „Ammudim“.

  • Werke

    Weitere W u. a. Haavarah, The Transfer, 1936;
    Alijah vi-Yeridah ba-Yahadut ha-Germanit, 1937;
    Kunstbetrieb u. Judenfrage, in: Bull. of the Leo Baeck Institute 7, 1964. -
    Hrsg.: Juden in d. dt. Lit., 1922, 21926;
    Chaim Weizmann's Reden u. Aufsätze, 1901–36, 1937. -
    Übers.: S. Ben Z'vi Gutmann, Die Bilu am Ziel, 1935.

  • Literatur

    J. Bach, G. K., in: E. Rothschild (Hrsg.), Meilensteine, Vom Wege d. Kartells Jüd. Verbindungen (K. J. V.) in d. Zionist. Bewegung, 1972;
    Enc. Jud. X (P);
    Biogr. Hdb. d. dt.sprachigen Emigration nach 1933 I, 1980.

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Krojanker, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 71 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116551992.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA