Lebensdaten
1798 bis 1883
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer General ; Feldzeugmeister ; Kartograph
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116539860 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hauslab, Franz Ritter von

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Zitierweise

Hauslab, Franz Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116539860.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Edler v. H. (1749-1820), österr. Offizier, Miniaturmaler, Zeichenlehrer (s. ÖBL; ThB), S d. Gg. Amand Edler v. H. (Adel 1744, 1700-83), Dr. iur., Hofkammerrat, Dir. d. innerösterr. Banko-Gefällenamts;
    M Maria Anna (1776–1805), T d. Franz Emanuel Frhr. Hilleprand v. Prandau u. d. Josefa v. Hartmann; ledig.

  • Leben

    Ursprünglich Schüler der Akademien der bildenden Künste in Wien und München, wandte sich H. später dem Offiziersberuf zu. Kaum 21 jährig Professor für Situationszeichnen und Terrainlehre an der Ingenieurakademie in Wien, führte er dort die Methode der Terraindarstellung durch Schichtenlinien in Österreich ein. H.s großes Verdienst ist es, eine neue Flächenfarbtechnik in die Kartographie in Österreich eingeführt zu haben nach dem Prinzip: je höher, desto dunkler auf den Landkarten, je tiefer, desto dunkler auf den Seekarten. 1827 arbeitete er an der geognostischen Aufnahme des Erzberges in der Steiermark (erschienen in 12 Blättern). 1828 einer Gesandtschaft nach Stambul zugeteilt, betreute er sodann die in Wien studierenden osmanischen Offiziere, unterrichtete in den militärischen Fächern die Söhne des Erzherzogs Karl und 1843-48 den späteren Kaiser Franz Josef und dessen Brüder. Im Verlaufe der Revolution 1848-49 wurde H. zum Feldartillerie-Direktor des Feldzeugmeisters von Haynau bestellt und für seinen Anteil am Sieg von Szöreg und Temeswar (5. und 9.8.1849) mit dem Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet. 1858 wurde er zum Generalartillerie-Direktor ernannt (bis 1868). Er hinterließ eine berühmte Kartensammlung, die vom regierenden Fürsten von Liechtenstein angekauft wurde.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. zahlr. gel. Gesellschaften u. Akademien.

  • Literatur

    ADB 50;
    Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien, 1883;
    Petermanns Geogr. Mitt. 30, 1884, S. 101;
    Mitt. d. geogr. Ges. Wien 29, 1886;
    E. Nischer, Österr. Kartographen, 1925, S. 157-68 (P);
    Wurzbach VIII;
    W. v. Wurzbach, Josef Kriehuber u. d. Wiener Ges. s. Zeit II, 1957, S. 855 f.;
    ÖBL (W, L);
    ThB;
    Pogg. III.

  • Portraits

    Stich v. Carl Mayer, Abb. in: Genealog. Taschenbuch d. Ritter- u. Adelsgeschl., 1877 (Titelbild).

  • Autor/in

    Nikolaus von Preradovich
  • Empfohlene Zitierweise

    Preradovich, Nikolaus von, "Hauslab, Franz Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 122 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116539860.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hauslab: Franz Ritter von H., k. k. Feldzeugmeister, einer steirischen Adelsfamilie entstammend, am 1. Februar 1798 in Wien als Sohn eines höheren Officiers geboren, trat, 11 Jahre alt, in die Ingenieurakademie ein, aus welcher er im J. 1815 als Fähnrich in das Infanterieregiment Nr. 2 ausgemustert wurde. Nachdem er noch den Feldzug des Jahres 1815 gegen Frankreich mitgemacht hatte, wurde H. im Mai 1816 dem Generalquartiermeister-Stabe zugetheilt und vorerst bei der Militäraufnahme in Tirol und Vorarlberg verwendet. Schon seine im J. 1817 durchgeführte Aufnahme der Oetzthaler Gruppe erregte Bewunderung und lenkte die Aufmerksamkeit des Generalstabschefs auf ihn. Am 1. September 1819 zum Lieutenant im Geniecorps befördert, kam H. als Professor des Situationszeichnens und der Terrainlehre an die Ingenieurakademie in Wien. Hier lehrte er nun als erster in Oesterreich die früher nur in Frankreich bekannte, aber auch dort nur selten angewendete Methode der Bergzeichnung mit Horizontalschichten und Isohypsen und empfahl auch dem Marinedepartement des Hofkriegsrathes nachdrücklich die Aufnahme von Schichtenkarten für das adriatische Meer. Gleich nach seiner|Berufung zur Professur an der Ingenieurakademie wurde H. auch Mitglied der Commission zur Prüfung der lithographischen Versuche des Erfinders der Steindruckkunst, Senefelder, nach welchem Verfahren schon 1825 ein von H. entworfener Situations-Zeichnungsschlüssel in Kreidemanier ausgeführt wurde. Im J. 1827 arbeitete H. an der geognostischen Aufnahme des Erzberges bei Eisenerz in Steiermark, mußte jedoch diese Arbeit unterbrechen, da er zur Escadre in die Levante commandirt wurde. Hierauf der Gesandtschaft in Constantinopel zugetheilt, blieb H. in dieser Verwendung bis zum Jahre 1830 und benutzte die Gelegenheit, um die morgenländischen Sprachen und die Verhältnisse und Zustände im Orient zu studiren. Die gewonnenen neuen Anschauungen und Erfahrungen ergänzte und vertiefte er nach seiner Rückkehr in die Heimath durch eifriges Studium an der Wiener Hochschule. In diese Zeit fällt auch der Beginn der Anlage jener Privatbibliothek, Karten-, Stich- und Kunstsammlung, welche nach Anordnung und Reichhaltigkeit in Anbetracht der bescheidenen Mittel des Gründers ihres Gleichen sucht und die nach dem Tode des Besitzers, leider erst, nachdem ein Theil veräußert worden war, von dem regierenden Fürsten Johann zu Liechtenstein erworben wurde. Nach Wien zurückgekehrt übernahm H. wieder seinen früheren Posten als Professor an der Ingenieurakademie und setzte auch seine bereits früher begonnene Karte von Steiermark in zwölf Blättern fort. Im J. 1834 wurde H. dem Hofstaate des Erzherzogs Karl zugetheilt und mit der Leitung des militärischen Unterrichtes der Erzherzoge Albrecht, Karl Ferdinand und Friedrich betraut. Im J. 1835 zum Major befördert, nachdem er acht Jahre früher Hauptmann geworden war, wurde H. dem Achmed Fethi Pascha als Dolmetsch zugetheilt, als dieser bei der Thronbesteigung Kaiser Ferdinand's die Glückwünsche des Sultans überbrachte; zwei Jahre später wurde H. mit Geschenken des Kaisers an den Hof des Sultans Abdul Medschid entsendet, auch leitete er nach Beendigung dieser Mission den Unterricht von zehn nach Wien entsendeten türkischen Officieren, unter denen sich Abdul Kerim, der 1876 im serbischen Kriege siegreiche General, der spätere Commandant der Donauarmee während des russisch-türkischen Krieges befand. Am 22. Mai 1840 zum Oberstlieutenant, am 22. Februar 1844 zum Obersten befördert, leitete H. den Unterricht des Erzherzogs Wilhelm, sowie den der Prinzen Heinrich und Friedrich von Baden, Ende 1843 aber wurde ihm auch die Leitung des Unterrichts in den Artilleriewissenschaften des Erzherzogs Franz Josef und dessen Bruders, des Erzherzogs Maximilian anvertraut. Am 21. Juni 1848 zum Generalmajor und Brigadier in Brünn befördert, kam H. schon am 30. August desselben Jahres in gleicher Eigenschaft nach Wien und nahm theil an der Einnahme der Hauptstadt. Dann wirkte er als Präsident der Commission für den Bau des Arsenals, welches nach den Plänen der Architekten van der Nüll und Siccardsburg ursprünglich zur militärischen Beherrschung von Wien bestimmt war. Am 4. Juni 1849 wurde H. zum Feldartilleriedirector der Armee in Ungarn ernannt und es gelang ihm durch geschickte Massenverwendung der Artillerie in den Ebenen Ungarns der kaiserlichen Armee das Uebergewicht über das ungarische Heer zu verschaffen. Dadurch entschied er die ausschlaggebenden Kämpfe bei Szörög und Temesvár zu gunsten der kaiserlichen Waffen, wofür ihm vom Ordenscapitel das Ritterkreuz des Maria Theresienordens zuerkannt wurde. Seinem Dazwischentreten ist es auch zu danken, daß ein großer Theil der in die Türkei geflüchteten ungarischen Aufständischen die Waffen niederlegte und in die Heimath zurückkehrte, auch wußte er es beim Pascha von Widdin durchzusetzen, daß der Rest der Flüchtlinge jede Feindseligkeit einstellen mußte und nach den asiatischen Provinzen gebracht wurde.|Am 16. October 1849 rückte H. zum Feldmarschalllieutenant vor, am 2. December desselben Jahres wurde er zum Artilleriedivisionär in Wien, ein Jahr später zum Artilleriedirector der 1. Armee ernannt. Mit voller Kraft widmete er sich nun der Hebung dieser Waffe und nahm thätigsten Antheil an der Schaffung wichtiger und bedeutsamer Einrichtungen. Die Errichtung der Artillerieakademie, der Artillerieschulcompagnien, des Equitationsinstitutes, die Vergrößerung des Corps und die Umwandlung des gesammten Artilleriemateriales fallen in diese Zeit. Am 21. Januar 1852 wurde H. die Inhaberschaft des 2. und bei der Neuorganisirung im J. 1854 jene des 4. Artillerieregiments verliehen; nach der Pensionirung des FZM. v. Augustin aber folgte ihm H. als Generalartilleriedirector, 20. Decbr. 1858, in welcher Eigenschaft er während des Feldzuges von 1859 den Kaiser auf den italienischen Kriegsschauplatz begleitete. Am 8. December 1860 wurde H. zum Stadt- und Festungscommandanten von Prag ernannt, doch konnte er diesen Posten wegen Kränklichkeit nicht mehr antreten. Nachdem H. am 14. Februar 1861 mit dem Titel eines Feldzeugmeisters in den Ruhestand versetzt worden war, wurde er am 29. December 1865 wieder in den activen Dienst übernommen, zum wirklichen Feldzeugmeister und zum Präses der Centralcommission der militärwissenschaftlichen Comités und Anstalten ernannt und nach dem Feldzuge des Jahres 1866 auch in der Commission zur Durchführung der Heeresorganisation verwendet. In dieser Stellung erfolgte im J. 1867 seine Berufung in das Herrenhaus als lebenslängliches Mitglied und am 1. Mai 1868 seine Versetzung in den Ruhestand. H. starb am 11. Februar 1883 in Wien.

    • Literatur

      Acten des k. und k. Kriegs-Archivs. — Hirtenfeld, Maria Theresien-Orden. —
      Wurzbach, Lexikon d. Kaiserth. Oesterr. —
      Archiv f. d. Artillerie- u. Ingenieurofficiere d. deutschen Reichsheeres. Berlin 1883. —
      Mitthlgn. über Gegenstände d. Artillerie- u. Geniewesens, XIV. Jahrg. —
      Teuffenbach, Neues Illustrirtes vaterländisches Ehrenbuch, II. —
      Armeeblatt Nr. 8 vom 20. Febr. 1883. —
      Militär-Zeitung Nr. 13 v. 16. Febr. 1883. — Oesterreichisch-ungarische Wehrzeitung, Nr. 13 v. 14. Febr. 1883.

  • Autor/in

    Criste.
  • Empfohlene Zitierweise

    Criste, Oscar, "Hauslab, Franz Ritter von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 50 (1905), S. 81-83 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116539860.html#adbcontent

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