Lebensdaten
1753 bis 1839
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Hietzing bei Wien
Beruf/Funktion
Bankier
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116539216 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eskeles, Bernhard (vor 1797)
  • Eskeles, Bernhard Edler von (1797-1811)
  • Eskeles, Bernhard Ritter von (1811-1822)
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Zitierweise

Eskeles, Bernhard Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116539216.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Rabbi Berusch (Baruch) gen. Berend ben Issachar Eskeles (1692–1753), Bankier, Hoffaktor, Titular-Oberrabbiner v. Wíen, S des Rabbi Issachar Berusch E., Hoffaktor in Wien, Titular-Oberrabbiner v. Ungarn, u. der Chawa Rebekka (T des Samson Wertheimer, Oberhoffaktor u. Landesrabbiner v. Wien);
    M Hanna, T des Großhändlers Rabbi Wolf Wertheimer;
    Berlin u. Wien 1800 Cäcilie (1760–1836), T des Daniel Itzig ( 1799), Hofbankier;
    1 S, 1 T, Denis (1804–76, kath.), Chef des Bankhauses Arnstein u. E., Großhändler, 1840 Mitgl. des nd.österr. Herrenstandes, Marianne (1801–62, kath., Franz Gf. v. Wimpffen, 1797–1870, k. k. GR u. GFZM, s. Wurzbach 56).

  • Leben

    E., der frühzeitig seinen Vater verlor, ging mit 17 Jahren nach Amsterdam, wo er in einem Handelsgeschäft eine Stelle bekam. Schon damals interessierte er sich für die Vorgänge an der Börse. 1773 nach Wien zurückgekehrt, gründete er das Handels- und Wechslerhaus Arnstein und E., das sehr bald durch seine Solidität und vielfache Geschäftsverbindungen bekannt wurde und damals zu den bedeutendsten Handelshäusern Europas zählte. Unter anderem ließ sich Kaiser Joseph II. bei seinen Finanzoperationen von E. beraten,|ebenso Kaiser Franz I., der ihn in wichtigen Missionen ins Ausland sandte. Bei der Gründung der privaten österreichischen Nationalbank 1816 wirkte E. entscheidend mit. Diesem Institut gehörte er als Direktor, später als Gouverneur-Stellvertreter an. Auch an der Gründung der Wiener Sparkasse hatte E. Anteil. Das Bankhaus Arnstein und E. kam im Vormärz zu großem Einfluß. Damals gelang es diesem Institut, seine Geschäftstätigkeit bedeutend zu vergrößern. Auch an der Wiener Börse spielte es eine große Rolle. – In seinem Privatleben galt E. als großzügig, – mehrere Stiftungen trugen seinen Namen. Er führte ein gastfreundliches Haus – unter anderem zählten während des Wiener Kongresses Talleyrand, Wellington, Castlereagh, Hardenberg zu seinen Gästen.

  • Literatur

    ADB VI: A. v. Urschitz, Die Entstehung d. Österr. Nat.bank, Wien 1920; G. Scheffer, Das Bankwesen in Österr., 1924;
    Wurzbach IV; ÖBL (L).

  • Portraits

    Lith. v. J. Kriehuber (Wien, Österr. Nat.bibl.).

  • Autor/in

    Franz Heissenberger
  • Empfohlene Zitierweise

    Heissenberger, Franz, "Eskeles, Bernhard Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 653 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116539216.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Eskeles: Bernhard Freiherr von E., Banquier, geb. zu Wien 1753, gest. zu Hietzing bei Wien 7. Aug. 1839. E. verlor frühzeitig seine Eltern und kam als Knabe nach Amsterdam, wo er in einem Großhandlungshause practicirte; 1774 nach Wien zurückgekehrt begründete er hier ein Bankgeschäft, das unter der Firma: „Arnstein und Eskeles“ in der nächsten Zeit der großen Verbindungen und soliden Geschäftsgebarung wegen einen Weltruf gewann, und dessen Liquidation unter Denis Freih. v. E., dem Sohne Bernhards, 1859 eine gewaltige Erschütterung des europäischen Geldmarktes nach sich zog. E., der an allen großen Geschäften seiner Zeit betheiligt war, wurde in allen finanziellen Angelegenheiten der Regierung zu Rathe gezogen, auch entstand die österreichische Nationalbank, welcher er durch 23 Jahre als Director und Gouverneur-Stellvertreter angehörte, hauptsächlich auf sein Betreiben, wie später auch der bis in die Neuzeit unausgesetzt human wirkende Verein der ersten österreichischen Sparcasse. Schon 1797 wurde E. in den Adelstand, 1811 aber in den Ritterstand erhoben, endlich wurde ihm 1822 der Freiherrnstand verliehen; jede andere Auszeichnung lehnte er entschieden ab. Er war durch Biedersinn und Wohlthätigkeit ausgezeichnet und hinterließ zahlreiche Stiftungen für Studirende. Seine Salons vereinigten stets die gebildetsten Kreise der Residenz; so war auch Theodor Körner während seines Aufenthaltes in Wien bei E. ein gern und viel gesehener Gast.

    • Literatur

      S. u. a. Wurzbach's Lex. IV. S. 78 ff.

  • Autor/in

    K, á, bdebo.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kábdebo, Heinrich, "Eskeles, Bernhard Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 375 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116539216.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA