Lebensdaten
1818 oder 1819 bis 1876
Geburtsort
Osnabrück
Beruf/Funktion
Maler ; Bildhauer ; Architekt ; Kunstgewerbler ; Direktor der Kunstgewerbeschule in Nürnberg
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116518723 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kreling, August (bis 1866)
  • Kreling, August Ritter von
  • Kreling, August (bis 1866)
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Zitierweise

Kreling, August Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116518723.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Friedrich, Brotbäcker in O.;
    M Marie Margarethe Biermann;
    München 1854 Johanna, T d. Malers Wilh. v. Kaulbach ( 1874, s. NDB XI);
    2 S, 3 T, u. a. Wilhelm (1855- n. 1931), Maler (dekorative Malerei, Entwürfe z. Porzellanmalereien, Kartons z. Glasfenstern, Genrebilder, in d. 80er J. Studienreisen nach England, Amerika, Italien, Niederlande, wandte sich dann d. Architekturmalerei zu (Inneneinrichtung v. Kirchen usw.) (s. ThB).

  • Leben

    Zunächst war K. Bäckerlehrling. 1835 besuchte er die polytechnische Schule in Hannover; er arbeitete bei dem Bildhauer Ernst von Bändel. Seit 1836 war er an der Akademie in München Schüler von Ludwig von Schwanthaler und Peter von Cornelius. 1847/48 hielt er sich in Norditalien auf; in Venedig kopierte er Veronese. Die frühen Gemälde zeigen im Geschmack der Zeit Szenen aus der Geschichte und aus Märchen. 1851 entstanden die Kartons zu den Deckengemälden im Hoftheater Hannover (Ausführung 1852). 1853-74 war K. Direktor der Kunstgewerbeschule Nürnberg, deren Abteilungen er neu gestaltete. Seine Schüler lieferten beachtliche Entwürfe für künstlerische, kunstgewerbliche und praktische Gebrauchsgegenstände, die in Handwerksbetrieben und Fabriken hergestellt wurden. K. selbst entwarf silberne Gefäße, Schmuck und Metallgeräte (für den Hausrat), Möbel und Öfen. Unter seiner Leitung wurde die Nürnberger Kunstgewerbeschule Vorbild ähnlicher Anstalten in Deutschland. 1854 leitete K. die – mißglückte – Restaurierung der Burg in Nürnberg und entwarf die Möbel für deren Einrichtung. 1861 schuf er die Dekoration für das Sängerfest in Nürnberg. Als Architekt baute K. das Liechtensteinsche Schloß in Eisgrub (Böhmen) um und errichtete die Schloßkirche (1858). Sakrale Arbeiten entstanden 1856 in Buer bei Melle, 1858 in Hannover (Marktkirche), 1869 in Kempten (Glasfenster) und 1875 in Osnabrück (Altar in der Katharinenkirche, von Mitarbeitern und Schülern ausgeführt). Seine Gemälde zeigen K. anfangs als Historienmaler, genreartige Szenen folgen. Die größte Bedeutung in seinem malerischen Werk kommt den Bildnissen zu.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Ak. München (1858) u. Wien Dr. phil. h. c. (Tübingen 1870), Ehrenbürger v. Nürnberg (1864), Maximilians-Orden f. Wiss. u. Kunst (1873).

  • Werke

    Weitere W Szene aus d. Belagerung Magdeburgs durch Tilly 1631 „Das letzte Abendmahl“, Ölgem. (Nürnberg, Stadtgeschichtl. Mus.);
    Gem. u. Zeichnungen zu Goethes Faust I, 1875 (die Holzschnitte v. W. Hecht);
    Denkmäler: Gf. Heinrich Posthumus, Gera 1863;
    Johannes Kepler, Weil d. Stadt 1870 (Guß Ch. Lenz);
    Taylor-David-Brunnen „Die Segnungen d. Wassers“, Cincinnati/USA 1871 (Ausführung Erzgießerei Miller, München). -
    Nachlaß-Auktion b. M. Sachse 1883 in Berlin (Gem., Kartons, Zeichnungen u. Aquarelle).

  • Literatur

    Th. Stettner, in: Ll. aus Franken IV, 1930, S. 259-67;
    L. Bäte, Der Osnabrücker A. v. K. u. s. Bilder zu Goethes Faust, in: Archiv f. Landes- u. Volkskde. v. Niedersachsen 4, 1943, S. 53-66;
    I. Lindemann, A. v. K., 1818-76, Kulturgeschichtl. Mus. Osnabrück, 1976;
    F. v. Boetticher, Malerwerke d. 19. Jh. I, 2, 1895 u. 1941 (W-Verz.);
    ThB.

  • Portraits

    Selbstbildnis, 1842, u. Stuckrelief (Osnabrück, Kulturgeschichtl. Mus.);
    Porträt v. C. Rößner am ehem. Wohnhaus K.s in Nürnberg, jetzt an d. Gartenmauer.

  • Autor/in

    Kurt Pilz
  • Empfohlene Zitierweise

    Pilz, Kurt, "Kreling, August Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 745 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116518723.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Kreling: August K., Maler und Bildhauer, geb. am 23. Mai 1819 zu Osnabrück, trat, nachdem er seine Vorstudien auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt vollendet, dann dreiviertel Jahre lang die polytechnische Schule zu Hannover besucht hatte, im J. 1836 in das Atelier des Bildhauers Ludwig Schwanthaler in München, ging dann aber auf Veranlassung von Peter v. Cornelius und unter dessen Leitung zur Malerei über. Nachdem er im J. 1847 in Venedig gewesen und die dortigen Meisterwerke der Malerei kennen gelernt hatte, trat er mit eigenen Gemälden auf. Hervorzuheben sind „Die erste Erndte nach dem dreißigjährigen Kriege“ und „Erwin v. Steinbach im Walde spazierend“, beide im Privatbesitz zu Nürnberg, die „Krönung Kaiser Ludwig des Baiern“ für das Maximilianeum zu München und der Plafond im Theater zu Hannover. Nach dem Tode des Kupferstechers Reindel übernahm er im J.1853 die Direction der königlichen Kunstgewerbeschule zu Nürnberg und wußte, mit seltener Genialität ausgestattet, dieselbe völlig neu zu organisiren und bald zu großem Ruf zu bringen. Seine Thätigkeit erstreckte sich nun auf alle Gebiete der bildenden Kunst; er arbeitete als Architekt. Bildhauer. Maler und Werkzeichner für Möbel, silberne Gefäße, Oefen, Glasgemälde, Schmuckgegenstände etc. und als Anordner|großer, künstlerisch arrangirter Festlichkeiten. Seine größesten Werke sind ein Ehrendenkmal für Fürst Heinrich Posthumus von Reuß zu Gera, das Ehrendenkmal des Astronomen Kepler zu Weil der Stadt, beide nach Kreling's Modellen in Erz gegossen von Ch. Lenz in Nürnberg, ein großer Brunnen, die Segnungen des Wassers darstellend für Cincinnati in Amerika, in Erz gegossen von Miller in München, mehrere Büsten, ein Brunnen für Nürnberg und für Bonn, dann ein Cyclus von Cartons mit Darstellungen der deutschen Kaiser, welche auf der Burg zu Nürnberg ausgeführt werden sollten, ein Cyclus großer Gemälde mit Darstellungen aus dem Leben Karls des Großen für die Villa Donner zu Hamburg, der Plafond des Theaters zu Nürnberg, dann Illustrationen zu Goethes Faust, welche theils in Photographiedruck, theils in Holzschnitten in einem großen Prachtwerke von Fr. Bruckmann in München publicirt sind, ein großes Oelgemälde „Die Hugenotten beim Abendmahl in der Bartholomäus-Nacht“, jetzt im Germanischen Museum zu Nürnberg, eine Anzahl Porträts und mehrere Genrebilder (Besuch im Kloster, ein Mönch als Maler, ein Mönch als Bildhauer, Blinde-Kuh-Spiel u. A.). Auch malte er die Staffagen für fast alle Architekturbilder von F. C. Mayer. Unter den kunstgewerblichen Arbeiten, welche unter Kreling's Leitung ausgeführt wurden, sind hervorzuheben: die Möbel für die Burg Hohenzollern, eine Anzahl großer Glasgemälde für die Kirche zu Kempten, ein Tafelaufsatz für Wilhelm v. Kaulbach, ein anderer für den Fabrikanten Cramer-Klett und mehrere silberne Ehrenpokale. — K. war vielseitig begabt, am bedeutendsten jedoch ist seine Begabung als Decorateur. Er war unerschöpflich an künstlerischen Ideen, an geistreichen Entwürfen; schwächer dagegen in der Ausführung. Ihm fehlte die Ruhe für die nöthigen Detailstudien, er kannte nicht das Handwerk der Kunst, nicht die Technik, ist daher auch ohne Einfluß auf die Kunstindustrie Nürnbergs geblieben. Seine bedeutendsten Schüler sind Karl Jäger und Fr. Wanderer. — K. war mit der ältesten Tochter Will). v. Kaulbach's verheirathet und hinterließ drei Söhne und drei Töchter. Er hat sich vor dem Maxthor zu Nürnberg nach eigenen Entwürfen eine Villa gebaut. K. starb nach langem Leiden am 22. April 1876 und wurde auf dem Johanniskirchhofe zu Nürnberg begraben.

  • Autor/in

    Bergau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bergau, "Kreling, August Ritter von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 115-116 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116518723.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA