Lebensdaten
1887 bis 1946
Geburtsort
Bartenstein Kreis Friedland (Ostpreußen)
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Theaterleiter
Konfession
Dissident
Normdaten
GND: 116502991 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hartung, Gustav Ludwig
  • May, Gustav (eigentlich)
  • May, Gustav Ludwig (eigentlich)
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Hartung, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116502991.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Edmund May (1859–1914), Theaterdir., Verlagsinh.;
    M Luise Höpfner;
    1) (⚮) Alice Caroli, 2) Darmstadt 1922 ( 1925) Karla (* 1900), T d. Karl v. Unruh (1843–1912), preuß. Gen.-Lt., u. d. Mathilde Klehe, 3) Elisabeth Lennartz; Schwager Fritz v. Unruh (* 1893), Schriftsteller.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums und wechselnden Tätigkeiten als Kritiker, Herausgeber von Theaterblättern, Lustspielautor und einer schauspielerischen Ausbildung bei Max Reinhardt war H. 1912-14 Regisseur am Bremer Schauspielhaus, 1914-20 am Schauspielhaus in Frankfurt/M. 1920 wurde er Intendant des Hessischen Landestheaters in Darmstadt, 1922-24 war er General-Intendant; 1924-25 leitete er das Kölner Schauspielhaus und die Kammerspiele sowie die Heidelberger Festspiele. Anschließend arbeitete er als Regisseur in Berlin (Lessing-Theater, Deutsches Künstler-Theater) und Düsseldorf; 1928-30 war er Direktor des Renaissance-Theaters in Berlin, 1931-33 wiederum General-Intendant in Darmstadt. 1933 emigrierte er nach der Schweiz, wo er als Spielleiter und Schauspiellehrer in Zürich und Basel tätig war. Bald nach Kriegsende kehrte er nach Deutschland zurück, starb aber schon nach kaum einem Jahr verheißungsvoller Tätigkeit in Heidelberg (Einrichtung der Kammerspiele). – H. war einer der profiliertesten Vertreter des expressionistischen Theaters; das Wort und das Gedankliche, die Idee, standen für ihn im Vordergrund. Allerdings strebte er dabei weg vom Nur-Abstrakten. Er setzte sich ein für Wedekind, Sternheim und Fritz von Unruh; die Klassiker, vor allem Shakespeare, versuchte er, auf die Gegenwart bezogen zu gestalten. Projektion und Scheinwerfer waren ihm – ähnlich Piscator – wichtige theatralische Ausdrucksmittel. Dem Starwesen völlig fremd, pflegte er das Ensemblespiel. – Seine große Zeit hatte H. in Darmstadt, das ihm seine bedeutende kulturelle Anziehungskraft mit verdankte.

  • Literatur

    Ch. Bögel, Der Regisseur G. H., in: Vj.hh. f. Theaterkde. u. Theaterwiss. 3, 1924;
    L. Sagan, H. als Führer s. Schauspieler, in: Das Theater 10, 1929;
    H. Kaiser, G. H., in: Vom Geist e. Stadt, Darmstadt 1956, S. 362-73 (mit e. Rede H.s);
    Der Standpunkt, Jg. 1946, H. 3;
    Kosch, Theater-Lex.

  • Autor/in

    Hans Knudsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Knudsen, Hans, "Hartung, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 8 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116502991.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA