Lebensdaten
1881 bis 1957
Geburtsort
München
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Meteorologe ; Physiker
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 116490136 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ficker, Heinrich von

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Zitierweise

Ficker, Heinrich von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116490136.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Julius s. (2);
    B Rudolf s. (3); ledig.

  • Leben

    F. studierte ab 1901 in Innsbruck und Wien. Die Vorlesungen von Wilhelm Trabert in Innsbruck bewogen ihn, Meteorologe zu werden (Promotion 1906). 1907 wurde er bei Trabert Assistent und habilitierte sich 1909 für Meteorologie. 1911 folgte er einem Ruf als außerordentlicher Professor für Physik der Erde an die Universität Graz (1919 ordentlicher Professor). 1923 übernahm er als ordentlicher Professor für Meteorologie an der Universität Berlin das Preußische Meteorologische Institut, dem das preußische meteorologische Beobachtungsnetz unterstand, bis es 1934 mit Gründung des Reichswetterdienstes Universitätsinstitut wurde. Von 1937 bis zu seiner Pensionierung 1953 war F. ordentlicher Professor für Physik der Erde an der Universität Wien und Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik daselbst. – Schon in seiner Dissertation „Innsbrucker Föhnstudien“ beschritt F. den neuen Weg, an Stelle der bisherigen statistischen Klimauntersuchungen aus sorgfältigster Analyse von Einzelfällen unter Verwendung eigens dafür eingerichteter Registrierstationen allgemeine Schlußfolgerungen zu ziehen, worin er Meister wurde (Berliner Studien über Wärmegewitter, Struktur und Energieumsatz der Passate nach Beobachtungen der Insel Teneriffa und des Forschungsschiffs „Meteor“). Das Wetter war ihm vor allem ein physikalischer Vorgang der Atmosphäre, dessen Energieumsatz er zu ermitteln suchte. Als erster erkannte er die Bedeutung der Diskontinuitäten, später Fronten genannt, für das Wettergeschehen und studierte die großräumigen Kaltlufteinbrüche unter erstmaliger Heranziehung der Höhenbeobachtungen. Seine Liebe zur Meteorologie hatte er schon als Bergsteiger gewonnen, er machte in den Alpen mehrere Freiballonfahrten und nahm 1913 an der wissenschaftlichen Expedition des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins in das Pamirgebiet teil. F. erkannte, daß die Tiefdruckgebiete durch untere und obere Druckänderungen in ihrer Entwicklung und Wanderung bestimmt werden, daß mithin die Wettervorgänge großenteils von der oberen Troposphäre und der Stratosphäre aus gesteuert werden. Damit hat er die kommende aerologische Forschung in ihrer fruchtbaren praktischen Bedeutung aufgezeigt und ihr den Weg bereitet.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss. (seit 1923, 1946-51 Präs., 1951-57 Vizepräs.), d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1932-37 ständiger Sekr.), d. Ak. d. Wiss. d. UdSSR, d. Bayer. Ak. d. Wiss., d. Leopoldina, Dr. h. c. (Hochschule f. Bodenkultur Wien), Präs. d. Internat. Klimatol. Komm. 1928-45.

  • Werke

    Weitere W u. a. Der Transport kalter Luftmassen üb. d. Zentralalpen, in: Denkschrr. d. Ak. d. Wiss. in Wien 80, 1907;
    Die Ausbreitung kalter Luft in Rußland u. Nordasien, in: SB d. Österr. Ak. d. Wiss. 119, 1910;
    Beziehungen zw. Änderungen d. Luftdrucks u. d. Temperatur in d. unteren Schichten d. Troposphäre, ebd. 129, 1920;
    Meteorologie, in: Müller-Pouillets Lehrb. d. Physik V, 111928;
    Die meteorol. Verhältnisse d. Insel Teneriffa, = Abhh. d. Preuß. Ak. d. Wiss., Phys.-math. Kl., Jg. 1930, Nr. 1, 1930;
    Über d. Entstehung lokaler Wärmegewitter, 4 Mitt., in: SB d. Preuß. Ak. d. Wiss., Phys.-math. Kl., 1931-34;
    Wetter u. Wetterentwicklung, 1932, 41952;
    Föhn u. Föhnwirkungen, 1943, 21948 (mit B. de Rudder).

  • Literatur

    H. Ertel, in: Naturwiss. 29, 1941, S. 697-700 (P);
    F. Steinhauser, in: Archiv f. Meteorol., Geophysik u. Bioklimatol. (A) 10, 1958, S. 257-64 (P);
    L. Weickmann, in: Meteorol. Rdsch. 10, 1957, S. 81;
    R. Geiger, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1958, S. 183-86 (P);
    H. Koschmieder, in: Btrr. z. Physik d. freien Atmosphäre 31, 1959, S. 141-46 (P);
    Pogg. V-VII a.

  • Autor/in

    Rudolf Geiger
  • Empfohlene Zitierweise

    Geiger, Rudolf, "Ficker, Heinrich von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 132 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116490136.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA