Lebensdaten
1866 bis 1939
Geburtsort
Zürich
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Anatom
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116489871 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fick, Rudolf Armin
  • Fick, Rudolf
  • Fick, Rudolf Armin
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Zitierweise

Fick, Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116489871.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf s. (1);
    Vt Adolf s. (2);
    1893 Frieda, T d. Frdr. Prym (1841–1915), Prof. d. Math. in Würzburg (s. Pogg. III-VI), u. d. Luise Schmitz-Schöller;
    3 S, 2 T, u. a. Wilh. (* 1898), Prof. d. Chirurgie in München.

  • Leben

    F. war zunächst Prosektor in Würzburg. 1892 habilitierte er sich und ging als Prosektor und außerordentlicher Professor der Anatomie nach Leipzig 1905 wurde er Ordinarius und Direktor des Anatomischen Institutes der Deutschen Universität Prag, 1909 der Universität Innsbruck. Als Nachfolger von W. von Waldeyer-Hartz kam er 1917 an die Universität Berlin. 1934 trat er in den Ruhestand. – Von Bedeutung sind F.s Arbeiten auf dem Gebiet der Muskel- und Gelenkmechanik. Weiter beschäftigte er sich mit Fragen der vergleichenden Anatomie der Menschenaffen. In jungen Jahren arbeitete er über Reifung und Befruchtung des Axolotleies, auch über die indirekte Zellteilung. Obwohl selbst nicht experimentell tätig, äußerte sich F. in späteren Jahren zu Fragen der Genetik. Er vertrat die Ansicht, daß die Individualität der Chromosomen nicht erwiesen sei, obwohl H. Stieve beweisen konnte, daß mit entsprechenden Methoden die Chromosomen immer nachweisbar sind. F. sprach sich dagegen aus, daß die Chromosomen die alleinigen Träger der Vererbung seien, und wandte sich gegen die vielen Hypothesen, die zum großen Teil morphologisch nicht haltbar waren. Durch seine Kritik hat F. auf die Genetik starken Einfluß ausgeübt. Beim Problem der Vererbung erworbener Eigenschaften wies F. darauf hin, daß die Umwelt Einfluß auf die Gestaltung des Körpers ausübt. Er entwickelte die Hypothese, daß über die Bildung von Progenen im Laufe der Entwicklung es zur Bildung von Genen kommen könnte. Diese Hypothese wird heute abgelehnt. Maßgeblich war F. an den Auseinandersetzungen um die Reform des Anatomieunterrichtes zu Beginn des 20. Jahrhunderts beteiligt.

  • Werke

    W u. a. Hdb. d. Anatomie u. Mechanik d. Gelenke, 1904-11.

  • Literatur

    H. Stieve, in: FF 12, 1936, S. 82 f.;
    ders., in: Klin. Wschr. 15, 1936, S. 286 f.;
    ders., in: Anatom. Anz. 89, 1940, S. 98-127 (W-Verz.);
    W. Groth, in: Dt. Med. Wschr. 62, 1936, S. 318;
    A. Waldeyer, ebd. 65, 1939, S. 1098 f.;
    SB d. Preuß. Ak. d. Wiss., phil. hist. Kl., 1938, S. 240 f.;
    dass., phys. math. Kl., 1938, S. 227 f.;
    F. Kopsch, in: Med.Welt 13, 1939, S. 832;
    G. Hohmann, R. F.s Bedeutung f. d. Orthopädie, in: Zs. f. Orthopädie 70, 1940, S. 145-48;
    W. Trendelenburg, in: Jb. d. Preuß. Ak. d. Wiss., 1940, S. 185-90;
    W. Vogt, in: SB d. math.-naturwiss. Abt. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1940, S. 59 f.;
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Phot. (Berlin, Univ.bibl.).

  • Literatur

    zur Gesamtfamilie: Die Fam. F., in: Archiv f. Rassen- u. Ges.-Biol. 14, 1922/23, S. 159-75 (P).

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Fick, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 129-130 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116489871.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA