Lebensdaten
1829 bis 1912
Geburtsort
Lüneburg
Sterbeort
Hannover
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116401842 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kraut, Karl

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Zitierweise

Kraut, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116401842.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Albert Jacob (1788–1838), Stadtgerichtssekr. in L., S d. Obersyndikus Albert Jacob (1747–88) in L. (s. ADB 17) u. d. Maria Dorothea Jordan;
    M Elisabeth Grave ( 1833);
    1) 1859 Auguste (1834–80), T d. Prof. d. Theol. Joh. Georg Reiche, 2) Hannover 1881 Julie (1850–1929), T d. Carl Oesterley (1805–91), Prof. d. Kunstgesch. in Göttingen, hannov. Hofmaler (s. L), u. d. Sophie Murray; kinderlos.

  • Leben

    K. verließ 1845 das Gymnasium in Lüneburg ohne Abschluß, um eine vierjährige Apothekerlehre in Lübeck zu absolvieren, der eine zweijährige Tätigkeit als Apothekergehilfe in Lüneburg, Eutin und Braunschweig folgte. 1851-54 studierte er in Paris und Göttingen Chemie, wo zuletzt H. Limpricht und Wöhler seine Lehrer waren. 1854 erwarb er in Göttingen den Doktorgrad mit der Schrift „Über Derivate des Cuminols und Cymens“, im selben Jahr wurde er Assistent am chemischen Laboratorium der Landwirtschaftlichen Gesellschaft zu Celle und im Januar 1857 an der Polytechnischen Schule in Hannover. 1858 erfolgte K.s Ernennung zum 2. Lehrer der Chemie, 1868 wurde er „etatmäßiger Professor“ und verblieb auch in dieser Position, als die Polytechnische Schule in eine Technische Hochschule umgewandelt wurde (emeritiert 1895). K.s zahlreichen Arbeiten auf dem Gebiete der anorganischen und der analytischen Chemie standen interessante Untersuchungen im Rahmen der organischen Chemie gegenüber, so über Atropasäure und Tropin sowie Salicylverbindungen. Seine Vielseitigkeit wurde noch durch chemisch-technische Arbeiten abgerundet, unter denen besonders seine – wohl recht industriefreundliche – Tätigkeit als Gutachter herausragte, wie zum Beispiel für die mit der Verarbeitung des norddeutschen Salzlagers zusammenhängenden Fragen der Abwässer der damals noch jungen Kaliindustrie.

    Die große Bedeutung K.s beruht jedoch auf seiner Arbeit an Gmelins Handbuch der theoretischen (ab 5. Auflage „anorganischen“) Chemie, die teils vor, teils parallel zu den Bemühungen Beilsteins um die Schaffung eines Nachschlagewerkes der organischen Chemie liegt, und mit der er den Fortbestand dieses von ihm seit 1850 bearbeiteten, in 6. u. 7. Auflage („Gmelin-K.s Handbuch der anorganischen Chemie“) herausgegebenen, heute international führenden anorganisch-chemischen Standardwerkes sicherte. Gelegentlich trat K. auch als Übersetzer auf; so hat er ein wichtiges Werk, das in den damals herrschenden Theorienstreit eingriff, aus dem Schwedischen ins Deutsche übertragen (C. W. Blomstrand. Die Chemie der Jetztzeit vom Standpunkte der electrochemischen Auffassung aus Berzelius Lehre entwickelt, 1869).|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Hannover 1909).

  • Literatur

    K. Seubert, in: Chemiker-Ztg. 56, 1912 (P);
    E. Pietsch u. E. Beyer, L. Gmelin - der Mensch, s. Werk u. s. Zeit, in: Berr. Dt. Chem. Ges. A 72, 1939, S. 5-33 (W);
    Cat. Professorum TH Hannover 1831-1956, 1956, S. 29 (P);
    E. Pietsch, Gesch. d. Gmelin-Inst. f. anorgan. Chemie u. Grenzgebiete in d. Max-Planck-Ges., in: Jb. d. MPG 1961, II, S. 339-68;
    Pogg. III, IV, VII a. - Zu C. Oesterley:
    R. Senf, Das künstler. Werk v. C. Oe., 1957;
    ThB.

  • Autor/in

    Otto Krätz
  • Empfohlene Zitierweise

    Krätz, Otto, "Kraut, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 722 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116401842.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA