Lebensdaten
1875 bis 1957
Geburtsort
Enzweihingen
Sterbeort
Balingen
Beruf/Funktion
Waagenfabrikant
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 136447600 | OGND | VIAF: 80789130
Namensvarianten
  • Kraut, Wilhelm

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Zitierweise

Kraut, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136447600.html [27.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Adam (* 1838), Flaschner in Vaihingen/Enz, S d. Georg Adam, Bauer u. Weingärtner in Vaihingen, u. d. Barbara Lautenmüller;
    M Maria Margaretha Friederike (* 1842), T d. Gottlob|Frdr. Lägeler aus E. u. d. Joh. Elisabeth Franck;
    Balingen 1905 Anna (1881–1934), T d. Waagenbauers Andreas Bizer (1839–1914) in B. u. d. Elisabeth Wagner;
    3 S, 1 T, u. a. Wilhelm (* 1906), Waagenfabr., Geschäftsführender Gesellschafter d. Bizerba-Werke Wilhelm Kraut KG, Arthur (1910–76), Erwin (* 1908), beide Gesellschafter d. Bizerba-Werke.

  • Leben

    Nach einer Klempnerausbildung bei seinem Vater besuchte K. Fortbildungskurse in Geometrie, Zeichnen und Buchführung, war ein Jahr lang Bauzeichner in Vaihingen und wurde dann bei Siemens & Halske zum Elektrotechniker ausgebildet. Er arbeitete beim Aufbau eines Elektrizitätswerkes in Vaihingen mit und wurde 18jährig dessen provisorischer Leiter. Während einer Volontärzeit bei anderen Firmen in Frankfurt a. M. arbeitete er sich auch in die Schwachstromtechnik ein. 1898 hatte er die technische Leitung beim Bau eines Elektrizitätswerks in Nürtingen inne und übernahm dann die Leitung eines Elektrizitätswerks in Balingen. 1906 erwarb er dort für 26 000 Mark eine von seinem Schwiegervater 1866 gegründete kleine Waagenbau-Werkstatt. Während der folgenden Jahre betätigte sich K. gleichzeitig in der Waagenfabrikation und im Elektromontage-Geschäft, wobei jeweils 20-30 Arbeiter beschäftigt wurden. Erst nach dem 1. Weltkrieg trat die unter der Firma „Bizerba“ (= Bizer/Balingen) betriebene Waagenfabrikation eindeutig in den Vordergrund. Hergestellt wurden bald viele Arten von Spezialwaagen, wobei dem Unternehmen richtungweisende Neuentwicklungen gelangen (1924 Neigungsschaltgewichtswaage, 1932 erste Waage mit automatischem Zahlendruckwerk). Als K. Anfang 1923 schwer erkrankte, trat sein erst 17jähriger Sohn Wilhelm in die Leitung der Firma ein. In gemeinsamer Arbeit vermochten die beiden die kleine Waagenfabrik innerhalb weniger Jahre zum führenden Unternehmen der Branche zu machen. Schon 1928 war Bizerba mit 450 Beschäftigten größter Waagen-Hersteller in Deutschland.

    Wilhelm Kraut junior gelang nach dem 2. Weltkrieg der Ausbau der Bizerba-Werke zu einem auch international führenden Unternehmen, das heute als reine Familiengesellschaft in mehreren deutschen Städten (Meßkirch, Bitz, Bochum, Villingen/Aluminium-Gießerei) und im Ausland Zweigbetriebe unterhält und in alle Kontinente exportiert. Hergestellt werden vor allem Waagen und Wägeanlagen für Industrie und Handel (zum Beispiel Großwaagen, Präzisionswaagen, elektronische Ladenwaagen und moderne Preisauszeichnungsgeräte). 1976 wurden bei 4 000 Beschäftigten 300 Million(en) DM umgesetzt. – Eine bedeutende, von K. zusammengetragene Sammlung historischer Waagen („Waagenmuseum“) ist im Zollernschloß Balingen öffentlich ausgestellt. – Prof.titel (1955).

  • Literatur

    P. Albert, W. K., 1956;
    P. Kirsch, 25mal Geschäftserfolg, 1964;
    R. Vieweg, Aus d. Kulturgesch. d. Waage, 1966;
    K. E. Haeberle, 10 000 J. Waage, 1966 (P);
    Mitt. d. Firma.

  • Autor/in

    Hans Jaeger
  • Empfohlene Zitierweise

    Jaeger, Hans, "Kraut, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 722 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136447600.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA