Lebensdaten
1868 bis 1946
Beruf/Funktion
Eisenbetonfachmann ; Verkehrswissenschaftler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116381701 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hager, Karl Heinrich
  • Hager, Karl
  • Hager, Karl Heinrich

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Hager, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116381701.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor (1827–1909), Kaufm. u. Fabr. in M., S d. Lehrers Joh. Wilhelm in Undenheim u. Dexheim b. Mainz u. d. Anna Barbara Schwamb;
    M Anna (1835–1909, kath.), T d. Paul Dom. Mayer (1798–1864), Lederfabr. in M., u. d. Agnes Strigler;
    Deggendorf 1897 Elsa (1870–1957), T d. Rechtsanwalts Karl Halm u. d. Amalie Heigl;
    1 T.

  • Leben

    H. studierte nach einer einjährigen Militärdienstzeit an den Technischen Hochschulen in Dresden und in München 1889-93 Bauingenieurwesen. (1893 Diplomprüfung, 1896 Staatsprüfung für den höheren Staatsbau- und Eisenbahndienst.) Seine Berufslaufbahn begann er bei den bayerischen Staatsbahnen und arbeitete in Nürnberg, Ingolstadt und München. 1906 erhielt er den ersten Lehrauftrag an der TH München für Eisenbetonbau. 1907 wurde er zum Direktionsrat im Bayerischen Verkehrsministerium ernannt, 1908 berief ihn die TH München zum ordentlichen Professor der Ingenieurwissenschaften. Sein Lehrstuhl für Eisenbetonbau war zu jener Zeit neu gegründet worden, nachdem diese Bauweise – heute als Stahlbeton bezeichnet – in der Bauwirtschaft selbständige Bedeutung erlangt hatte. H. hielt außerdem Vorlesungen über den Eisenbahnbetrieb. (1917/18 und 1918/19 Rektor der TH.)

    1919, in einer politisch bewegten und wirtschaftlich schweren Zeit, wurde H. zum Direktor der Bayerischen Landesgewerbeanstalt Nürnberg berufen. Er hat die sich aus der wirtschaftlichen Umstellung ergebenden Aufgaben frühzeitig erkannt und den Aufgaben kreis der Anstalt dementsprechend umgestellt und erweitert. Nicht nur durch deren weitschauende und zielbewußte Führung, sondern auch durch seine hervorragenden Fachkenntnisse auf dem Gebiete des Bauingenieurwesens, insbesondere der Statik, und durch seine großen menschlichen Qualitäten als Vorgesetzter erwarb er sich großes Ansehen. – In seinem Werk über die „Theorie des Eisenbetons“ (1916) hat H. erstmalig Bemessungsgrundlagen für auf Druck, Schub, Torsion- und Biegezug beanspruchte Stahlbetonbauteile in umfassender Weise zusammengetragen und die dazugehörigen Ableitungen entwickelt, die noch heute Gültigkeit haben. Mit seinen Berechnungsmethoden für kreuzweise gespannte Stahlbetonplatten, Stahlbetonkassettendecken, Pilzdecken und andere war er dem damaligen Stand der Technik weitblickend vorausgeeilt und wirkte bahnbrechend für die heute in so vielfältiger Form anwendbare Stahlbetonbauweise. Das Buch wurde zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk für Studierende und die in der Praxis stehenden Bauingenieure.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Baurat.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Berechnung rechteckiger Platten mittels trigonometr. Reihen, 1911. - Mitarb.:
    Techn. Wortschatz, 1919. - Wiss. Aufsätze in: Dt. Bauztg., Zbl. d. Bauverwaltung, Mitt. d. Bayer. Landesgewerbeanstalt Nürnberg, Armierter Beton u. Beton u. Eisen.

  • Literatur

    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Otto Seifferth
  • Empfohlene Zitierweise

    Seifferth, Otto, "Hager, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 491 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116381701.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA