Lebensdaten
1875 bis 1950
Geburtsort
Darmstadt
Sterbeort
Hameln
Beruf/Funktion
Stahlhelmführer ; deutschnationaler Politiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116240946 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Duesterberg, Theodor

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Zitierweise

Duesterberg, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116240946.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gg. Ferd. Ludw. (1835–1910), Dr. med., Generalarzt in Hannover, S des Felix Aug. (urspr. Selig Abraham, 1796–1850), Dr. med., Kreisphysikus in Lippstadt (S des Abraham Selig D., 1824, Kaufm. u. Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Paderborn), u. der Fanny Aug. Luise Caspary aus Minden;
    M Elis. (* 1849), T des Carl Frdr. Collmann (1816–92), Gymnasialprofessor in Bielefeld, u. der Anna Emilie Charl. Delius; Großonkel väterlicherseits Joh. Ferd. Caspary (1808–84), preußischer Gen.major (s. Priesdorff VIII, S. 146 f.); ledig.

  • Leben

    Hervorgegangen aus dem Kadettenkorps, trat D. 1893 in die preußische Armee ein, wo er nach wechselnden Stellungen, unter anderem im Ostasiatischen Expeditionskorps 1900/01, und nach kurzer Frontdienstzeit im 1. Weltkrieg in das preußische Kriegsministerium berufen wurde. Dort baute er die Abteilung „Verbündete Heere“ auf, als deren Chef er ausgedehnte Reisen durch die verbündeten Staaten unternahm. Nach dem Krieg nahm er aus Protest gegen den Versailler Vertrag als Oberstleutnant seinen Abschied und wendete sich der Politik zu. Einen anfänglichen Versuch als Parteisekretär der Deutschnationalen Volkspartei in Halle gab er jedoch bald auf, um sich ganz der Tätigkeit in dem neugegründeten monarchistisch-nationalistischen Wehrverband „Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten“ zu widmen. Hier tat er sich durch organisatorische Leistungen beim Aufbau des Landesverbandes Mitteldeutschland hervor und wurde 1924 neben Franz Seldte zum (gleichberechtigten) 2. Bundesvorsitzenden gewählt. In dieser Stellung wirkte er nachhaltig auf die gegen den Versailler Vertrag und die Weimarer Verfassung gerichtete Politik des Stahlhelms ein. Sie führte zeitweilig auch zu einem Bündnis mit den Nationalsozialisten, zum Beispiel anläßlich des Volksbegehrens gegen den Young-Plan 1929 und auf der Harzburger Tagung 1931, doch war die Zusammenarbeit nicht von Dauer: bei der Reichspräsidentenwahl 1932 konnte sich der Stahlhelm weder für Hindenburg noch für Hitler entscheiden, sondern nominierte, gemeinsam mit den Deutschnationalen, in der Person D.s einen eigenen Kandidaten. Er hatte jedoch keine reellen Chancen – selbst wenn er nicht von den Nationalsozialisten in gehässiger Weise wegen seines „nichtarischen“ Großvaters angegriffen worden wäre. Nach der Machtergreifung Hitlers kam es sehr bald zwischen dem ganz auf Hitlers Linie einschwenkenden Seldte und D. zum Konflikt. D. resignierte, „um das begreifliche Auseinanderlaufen des Bundes zu verhindern“. Damit war der Weg frei für die Gleichschaltung des Stahlhelms, während D. und seine Anhänger zum Schweigen gebracht wurden. Nach dem 30.6.1934 kurze Zeit inhaftiert, fand D. später zu der Widerstandsgruppe um Goerdeler Kontakt, der aber nicht so eng war, daß er in die Katastrophe des 20. Juli 1944 verwickelt worden wäre.

  • Werke

    Zahlr. Artikel in d. Stahlhelm-Presse vor 1933 „Der alte Dessauer“ (D.s Presseorgan) u. „Der Stahlhelm“;
    Der Stahlhelm u. Hitler, 1949.

  • Literatur

    Kurzer Lebensabriß bis 1924 in: Der Stahlhelm, Erinnerungen u. Bilder (hrsg. i. A. v. F. Seldte), 1932, S. 48-51 (P);
    W. E. v. Medem, Seldte – D., 1932;
    H. H. Frhr. Grote, Der Stahlhelm muß sein, 1933.

  • Autor/in

    Wolfgang Sauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Sauer, Wolfgang, "Duesterberg, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 176 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116240946.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA