Lebensdaten
1829 bis 1906
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
Kissingen
Beruf/Funktion
österreichischer Diplomat ; Sozialreferent
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 116204168 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Blome, Otto Paul Julius Gustav
  • Blome, Gustav Lehnsgraf von
  • Blome, Otto Paul Julius Gustav
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Zitierweise

Blome, Gustav Lehnsgraf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116204168.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Otto Lehnsgraf von Blome (seit 1816, 1795-1884) auf Salzau und Heiligenstedten, dänischer Geheimer Konferenzrat und Generalmajor, Offzizier der Ehrenlegion (1828), S des Baron Friedrich auf Salzau und der Charlotte Reichsgräfin von Platen zu Hallermund;
    M Prinzessin Clemenline Bagration (1810–29), natürliche T des Fürsten Clemens Metternich ( 1859), juristische T des russischen Heerführers Peter Iwanowitsch Bagration (1765–1812) und der Cath. Gräfin Skawronska (1783–1857, N der Zarin Katharina I., 1725 [väterlicherseits], und des russischen Staatsmannes Grigorij Aleksandrowitsch Potemkin, 1739-91 [mütterlicherseits]);
    Ov Adolf s. (1);
    Maria-Enzersdorf bei Wien 1858 Josefine (1835–1916), T des österreichischen Außenministers Karl Graf Buol-Schauenstein (1797–1865) und der Prinzessin Caroline zu Isenburg- Birstein (1809–61): 4 S, 6 T.

  • Leben

    B. absolvierte seine Studien an der Ritterakademie zu Lüneburg und an der Universität Heidelberg. Den dänischen Krieg 1848/49 machte er als Ordonnanzoffizier des Generals Eduard von Bonin mit. Nach der Niederlage der Schleswig-Holsteiner trat er in den österreichischen diplomatischen Dienst und war 1852 bis 1855 in Petersburg. 1856 zum Legationssekretär ernannt, verblieb er auf seinem neuen Posten zu Paris, bis er 1859 als Legationsrat in das Außenministerium in Wien berufen wurde. Ein Jahr später ging der knapp 30jährige als österreichischer Gesandter bei den Hansestädten nach Hamburg, um drei Jahre danach diesen Posten mit dem in München zu vertauschen. Den Höhepunkt der diplomatischen Laufbahn B.s bildete der Abschluß des Gasteiner Vertrages über die Elbherzogtümer (14.8.1865), der den Krieg mit Preußen noch einmal hinauszögerte. In den Verhandlungen hat B. Bismarck stark unterschätzt und es nach ihrem Abschluß als seinen Erfolg in Anspruch genommen, daß Bismarck nicht durch eine österreichische Mobilmachung zum Nachgeben und damit zum Rücktritt gezwungen worden sei, so daß sich die liberalen Sympathien nicht Preußen zuwenden könnten. Er hatte stets versucht, die Gegensätze zwischen Österreich und Preußen zu mildern; es war deshalb nur folgerichtig, daß er nach der Ernennung des Freiherrn Friedrich von Beust zum österreichischen Außenminister, der als Gegner Preußens bekannt war, den aktiven Dienst verließ. 1867 wurde er als lebenslängliches Mitglied in das Herrenhaus des österreichischen Reichsrates berufen. - Nun erst, als Privatmann, entfaltete B. jene Tätigkeit, die ihn über seine Standes- und Zeitgenossen emporhob. Er wandte sich der Innen-, vor allem aber der Sozialpolitik zu. Mit dem gleichfalls konvertierten pommerschen Freiheern Johann Karl von Vogelsang bemühte sich B., die Lage der Arbeiterschaft zu verbessern. In großangelegten Reden forderte er die Einführung des 10-Stunden-Tages, die obligatorische Unfallversicherung der Arbeiter sowie eine berufsgenossenschaftliche Organisation der Gesellschaft. 1883 nahm er an den Sitzungen des katholischen sozialpolitischen Komitees in Nürnberg teil und trat während der ganzen Zeit auch publizistisch hervor. Auch auf seinem Gute wirkte er im Sinne seiner Ideen durch Schul- und Wohnhausbau. Er war ständiger Mitarbeiter der Tageszeitung „Vaterland“ in Wien und der „Monatsschrift für christliche Sozialreform“ sowie Herausgeber der „Correspondence de Genève“.

  • Literatur

    K. Lugmayer, Zur Erinnerung an d. „Freiburger Vereinigung“, in: Jb. d. österr. Leo-Ges., 1927;
    W. Klopp, Briefe d. Gf. G. B. an d. Frhr. K. v. Vogelsang, ebenda, 1928;
    A. v. Biczo, Gf. G. B., ein österr. Sozialreformer, in: Jb. d. Vereinigung kath. Edelleute in Österr., Wien 1930 (P nach S. 72);
    Fam.geschichtl. Bll., Jg. 40, 1942, S. 40;
    E. Kessel, Gastein, in: HZ 176, 1953, S. 521-44.

  • Literatur

    zum Gesamtartikel: O. Hintze, Gesch. d. uradel. Geschlechtes d. Herren u. Grafen B., 1929 (P).

  • Autor/in

    Nikolaus von Preradovich
  • Empfohlene Zitierweise

    Preradovich, Nikolaus von, "Blome, Gustav Lehnsgraf von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 315 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116204168.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA