Dates of Life
1808 bis 1904
Place of birth
Charlottenburg bei Berlin
Place of death
Santiago (Chile)
Occupation
Montangeologe ; Botaniker
Religious Denomination
evangelische Familie
Authority Data
GND: 116174536 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Philippi, Rudolfo
  • Philippi, Rudolfo Amandus
  • Philippi, Rudolf Amandus
  • more

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)
Life description (NDB)
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Philippi, Rudolf, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116174536.html [16.07.2020].

CC0

  • Genealogy

    V Eberhard (1761–1836), Geh. Rechnungsrevisor u. Rechnungsrat b. d. kgl. Oberrechnungskammer in Potsdam, S e. Schneiders;
    M Marie Anna (1773–1833), T d. Kammerregistrators N. N. Krumwiede in Hannover;
    B Bernhard (s. 2);
    1836 Karoline Krumwiede (Cousine);
    10 K (5 früh †);
    E Elise ( Prof. Dr. Aurelian Oyarzún);
    Ur-E Julio, chilen. Min.

  • Life

    1818-22 wurde P. zusammen mit seinem jüngerem Bruder Bernhard in Pestalozzis Erziehungsanstalt im schweizerischen Yverdon (Ifferten) unterrichtet. Schon hier interessierte er sich für Fauna und Flora und unternahm Exkursionen. Nach dem Abitur am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin 1826 studierte P. bis 1830 Medizin in Berlin und hörte dabei auch Vorlesungen Alexander v. Humboldts. 1830 wurde er mit einer Arbeit über die Orthoptera (Geradflügler) zum Dr. med. promoviert. Wegen einer Lungenkrankheit ging P. nach Italien und forschte als Botaniker vor allem auf Sizilien, wobei er in Unteritalien oft mit den Geologen Friedrich Hoffmann (1797–1836) und Arnold Escher v. der Linth (1807–72) reiste. 1833 wieder in Berlin, legte er die med. Staatsprüfung ab. 1835 wurde er Lehrer der Naturwissenschaften am Polytechnikum in Kassel. Aufgrund seines Gesundheitszustandes verbrachte er die Jahre 1837-40 mit Hilfe eines kurhess. Stipendiums in Neapel. Als P. sich 1848 der liberalen Partei in Kurhessen angeschlossen und mehrfach Volksversammlungen geleitet hatte, fiel er beim Kurfürsten in Ungnade. P. floh zunächst auf braunschweigisches Territorium und folgte dann mit seiner Familie Bernhard nach Chile. Nachdem dieser beim Aufbau einer Kolonie von Indianern getötet worden war, ging großer Landbesitz im Süden an P. über. 1853 übernahm er eine Professur für Zoologie und Botanik an der Univ. Santiago und wurde Direktor des Museo Nacional, dessen Sammlungen er stark erweiterte. Im Auftrag der chilen. Regierung unternahm P. vom Dez. 1853 bis Febr. 1854 eine Expedition in die noch wenig bekannte Wüste Atacama und durchforschte auf weiteren Reisen Chile bis nach der Insel Chiloë und zum Juan Fernandez-Archipel, wobei er möglichst viele neue Arten festzustellen und zu benennen suchte. P. wurde vorgeworfen, zu viele taxonomische Einheiten aufgestellt zu haben; allerdings konnte er oft nicht überprüfen, ob von ihm aufgestellte Arten bereits bekannt waren, da dazu ein Vergleich mit europ. Sammlungen nötig gewesen wäre. In Chile genoß P. höchste Anerkennung, seine Beisetzung erfolgte auf Staatskosten unter Teilnahme von etwa 30 000 Menschen.|

  • Awards

    Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Neapel u. Turin;
    Preuß. Kronenorden;
    ital. Kronenorden;
    span. Orden v. Isabel la Cátolica.

  • Works

    u. a. Ueber d. Flora Siciliens im Vergleich zu d. Floren anderer Länder, in: Archiv f. Naturgesch. 2, 1836, S. 337 ff.;
    Reise durch d. Wüste Atacama, 1860;
    Veränderungen, welche d. Mensch in d. Flora Chiles bewirkt, in: Petermanns Geograph. Mitt. 10, 1886, S. 294-307, 11, 1887, S. 326-31;
    Die tertiären u. quartären Versteinerungen Chiles, 1887;
    Botan. Exkursionen in d. Araukaner-Land, 1890.

  • Literature

    B. Gotschlich, Biografia del Dr. Rudolfo Amando P., 1904 (P);
    C. Ochsenius. in: Leopoldina 42, 1906, S. 16-20, 53-56, 59-66 (W-Verz.);
    K. Reiche, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 22, 1904, S. (68) -(83) (botan. W-Verz.);
    G. Wunder, Die Brüder Bernhard Eunom P. u. R. A. P. in Chile, in: ders., Lebensläufe, Bauer, Bürger, Edelmann, II, 1988, S. 359-73 (P);
    Pogg. II-III, VI a, Suppl.

  • Author

    Gottfried Zirnstein
  • Citation

    Zirnstein, Gottfried, "Philippi, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 391-392 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116174536.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA