Lebensdaten
1898 bis 1974
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Rottach-Egern/Tegernsee
Beruf/Funktion
Sänger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116060182 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Patzak, Julius

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Zitierweise

Patzak, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116060182.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz, Gymnasiallehrer;
    M Else Benda;
    1) Wien 1928 oder 1929 Hedy (1899–1930), Sängerin, T d. Hugo Steiner, Gen.major, Ulanenoffz., Versicherungskaufm., u. d. Josephine N. N., 2) München 1931 Maria (1899–1972), T d. Raoul Walter (1865–1917, s. DBJ II, Tl.), Dr. phil., Tenor, Hofopern- u. Kammersänger am Hof- u. Prinzregententheater in München, u. d. Emilie Seipel; Gvv d. 2. Ehefrau Gustav Walter (1834–1910), Sänger, Prof. am Konservatorium in Wien (s. K. J. Kutsch, L. Riemens, Gr. Sängerlex., 11997);
    1 T aus 1) Eva (* 1930, Peter Pasetti, 1916–96, Schausp., s. NDB 20).

  • Leben

    Nach Studien in Musikwissenschaft bei Guido Adler sowie in Komposition und Kontrapunkt bei Eusebius Mandyczewski und Franz Schmidt in Wien wirkte P. dort zunächst als Opern- und Operettenkapellmeister, u. a. am „Urania“, sowie als Kirchenmusiker und bildete sich autodidaktisch als Sänger aus. Sein Theater-Debüt gab er 1923 in Reichenberg als Radames in „Aida“. Nach einer Verpflichtung ans Stadttheater Brünn in der Saison 1927/28 kam er 1928 an die Bayer. Staatsoper in München, deren Ensemblemitglied er bis 1945 blieb. Neben dem Mozart-Fach pflegte er ein weites Repertoire. Er wirkte u. a. bei den Münchner Uraufführungen von Pfitzners „Das Herz“ (1931), Richard Strauss' „Friedenstag“ (1938) sowie Orffs „Der Mond“ (1939) mit. 1946 erfolgte die Berufung an die Wiener Staatsoper, der er bis 1959 angehörte. Seine letzte Vorstellung dort gab er am 20.10.1960 (Belmonte). Bereits früh unternahm er ausgedehnte Gastspielreisen. 1938 gastierte er als Tamino erstmals an der Covent Garden Opera. Regelmäßig trat er seit 1938 bei den Salzburger Festspielen auf, wo er 1947 bei der Uraufführung von Gottfried v. Einems „Dantons Tod“ die Partie des Desmoulins kreierte; 1949 sang er unter Wilhelm Furtwängler den Florestan in Beethovens „Fidelio“. 1948-60 hatte er eine Professur an der Wiener Musikakademie inne, 1962-66 unterrichtete er am Salzburger Mozarteum. 1961/62 hatte er die Sprechrolle des Spielansagers in Hofmannsthals „Jedermann“ in Salzburg. Gelegentlich trat P. auch als Dirigent auf, leitete u. a. die Wiener Sinfoniker und die Münchner Philharmoniker.

    P. besaß eine sehr charakteristische, im Grunde lyrische (Tenor-) Stimme, die er langsam aufbaute, so daß er ebenso überzeugend das leichtere deutsche heldische Fach (so z. B. die Titelrolle in „Lohengrin“) verkörpern konnte, während er in ital. Rollen weniger idiomatisch wirkte. Zu seinen bedeutendsten Rollenverkörperungen gehörte die Titelrolle in Pfitzners „Palestrina“. Neben seinem Opernschaffen war P. ein gefragter Konzert- und Liederinterpret. In seinem Vortrag stand stets der Ausdruck im Vordergrund, dem er zuweilen auch den reinen stimmlichen Wohlklang opferte. Unter seinen zahlreichen Schallplattenaufnahmen ragt besonders Mahlers „Lied von der Erde“ hervor, das er 1952 unter Leitung Bruno Walters einspielte (hierfür Grammy Award).|

  • Auszeichnungen

    Kammersänger (bayer. 1934, dt. 1939, österr. 1949); L.-Lehmann-Medaille (1950); Ehrenring d. Mozart-Gde. (1958); Österr. Ehrenkreuz f. Kunst u. Wiss. (1959).

  • Literatur

    P. Branscombe, J. P, Opera, 1954, S. 403;
    J. Steane, The Grand Tradition, 1970;
    J. Dennis, J. P., Record Collector, XIX, 1971, S. 197 (Discogr.);
    J. Kesting, Die gr. Sänger, 1986, S. 1015-20;
    K. J. Kutsch, L. Riemens, Gr. Sängerlex., 31997;
    MGG 16;
    Riemann mit Erg.bd.;
    New Grove;
    Hist. Lex. Wien (P).

  • Portraits

    Rötelzeichnung (München, Bayer. Staatsoper).

  • Autor/in

    Stephan Hörner
  • Empfohlene Zitierweise

    Hörner, Stephan, "Patzak, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 103 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116060182.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA