Lebensdaten
1690 bis 1753
Geburtsort
Oberg
Sterbeort
Hannover
Beruf/Funktion
Historiker ; Bibliothekar ; Paläograph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116057076 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Baring, Daniel Eberhard

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Zitierweise

Baring, Daniel Eberhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116057076.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Henning Baring (1653–93), Pfarrer in Oberg bei Hildesheim;
    Gvv Eberhard Baring, Pfarrer, Rektor in Hannover, Erzieher der Prinzen Johann Friedrich und Ernst August von Hannover, Orientalist;
    M Ilse Sophie, T des Pastors Daniel Berckelmann in Wallensen;
    B Nikolaus Baring, Pastor an der Marienkirche zu Hannover, Schützling Georgs von Kahlenberg;
    Elisabeth von Bestenbostel.

  • Leben

    B. trieb Orientalistik in Quedlinburg, gab das medizinische Studium aus Geldmangel auf und unterrichtete katholische Grafen aus Italien in den Sprachen der Bibel. Durch J. G. Eccard, seinen Vetter, wurde er auf das Studium der Historie und Gelehrtengeschichte gewiesen. 1718 wurde er nach Hannover an die kurfürstliche Bibliothek gerufen und war hier 36 Jahre als Hilfsbibliothekar unter Eccard, S. B. Hahn, C. L. Scheidt und J. D. Gruber tätig. - Als Bibliothekar verzeichnete B. die Leibnizbibliothek im Auftrage von dessen|Neffen und Erben S. Löffler, mit dem er befreundet war (Manuskript d. Verz. auf der Landesbibliothek Hannover). B.s Verdienst besteht in seiner Bibliographie der braunschweig-lüneburgsichen Geschichte (Succincta Notitia scriptorum rerum brunsw.-luneburg., Hannover 1729). Es ist die erste ihrer Art. Eine verbesserte Ausgabe schwebte B. vor. An ihrer Herausgabe wurde er durch unerquicklichen Zwist mit Gruber verhindert, so daß G. S. A. von Praun sich der Aufgabe 1744 unterzog. Seiner Museographia (1744) ist hier ebenfalls rühmend zu gedenken. - Bedeutender sind B.s Leistungen als Historiker. Er führte hier die Traditionen von Leibniz und Eccard fort. Auf archivalischen Reisen mit Eccard legte er den Grund zu seiner Clavis diplomatica (Hannover 1737, 21754). Es ist die erste diplomatische Bibliographie, die B. unter persönlichen Opfern und gegen den Widerstand Grubers herausbrachte, ein Vorläufer des Lexikon diplomaticum von J. L. Walther.

  • Werke

    Weitere W Descriptio Salae, Lippe 1744;
    Btr. z. hannov. Kirchen- u. Schulwesen, Hannover 1748;
    Leben Antonii Corvini, ebenda 1749;
    Hdb. v. d. Getränke Broihan, ebenda 1750.

  • Literatur

    ADB II;
    A. Baring, Die Familie B., in: Dt. Rolandbuch f. Geschlechterkde. I, 1918;
    ders., Die B., in: Niedersächs. Jb. f. Landesgesch. 17, 1940.

  • Autor/in

    Gerhard Meyer
  • Empfohlene Zitierweise

    Meyer, Gerhard, "Baring, Daniel Eberhard" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 589 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116057076.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Baring: Daniel Eberhard B. wurde 8. Nov. 1690 als Sohn des Predigers Henning Baring zu Oberg im Hildesheimischen geboren, verlor seinen Vater früh, kam nach Quedlinburg 1706 zur Schule. 1713 ging er nach Helmstedt, um Theologie zu studiren, veränderte aber seine Ansicht und wählte die Medicin, worin er auch 1712 de cranii ossibus disputirte. Mußte jedoch dieses Studium wegen seiner Armuth aufgeben und wandte sich auf Anrathen des Professors Eccard der Gelehrtengeschichte und Litteraturkunde zu, um sich zum Bibliotheksdienste auszubilden. 1719 wurde er zum Unterbibliothekar in Hannover berufen und mußte sehr oft den abwesenden Oberbibliothekar Professor Eccard vertreten. Er starb 19. Aug. 1753. Seine Hauptschriften sind: „Succincta notitia scriptorum rerum Brunsvicensium ac Luneburgensium". 1729. „Compendia scribendi s. Abbreviationes, ex diplomatibus atque codicibus membranaceis et chartulariis pervetustis etc. collectae ac XVI tabulis aeneis exhibitae". 1735. „Clavis diplomatica“. 1737. Umgearbeitet 1754. „Curieuse Nachricht von Museis,|Schatz-, Kunst- und Raritäten-Kammern, so curieuse Herren von Braunschweigischen Landen gesammelt.“ 1744. „Beschreibung der Saala im Amte Lauenstein des Braunschweig-Lüneb. Fürstenthums Calenberg und aller in dieselbe fließenden Quellen und Bäche“. Mit Kupfer. 1744. „Beitrag zur Hannöverischen Kirchen- und Schulhistorie.“ 1748. 2. Thle. „Leben des berühmten M. Anton Corvini, weiland Braunschw. Lüneburg. General-Superintendenten im Fürstenthum Calenberg.“ 1749. Neue Nachrichten und Zusätze dazu. 1751. „Kurze historische und physikalische Nachricht von dem in Hannover zuerst erfundenen Getränke Broihahn. 1750. Neue Nachrichten und Zusätze hierzu, mit beigefügten historischen Anmerkungen. 1751.

    • Literatur

      Vgl. Schmersahl's Nachrichten von Gelehrten I. 744. Rotermund, Das gelehrte Hannover I. 97.

  • Autor/in

    Kelchner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kelchner, Ernst, "Baring, Daniel Eberhard" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 65-66 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116057076.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA