Lebensdaten
1896 bis 1947
Geburtsort
Batum (Kaukasus)
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
NS-Agrarpolitiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116029390 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Backe, Herbert

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Zitierweise

Backe, Herbert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116029390.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Albrecht Backe, Kaufmann;
    M Luise Wetzel, aus einer schwäbischen Bauernfamilie, die Anfang des 19. Jahrhunderts nach dem Kaukasus ausgewandert war.

  • Leben

    Nach Besuch der deutschen Kirchenschule und des russischen Gymnasiums in Tiflis lebte B. 1914-18 als Zivilinternierter im Ural, wurde 1918 nach Deutschland ausgetauscht und war hier 1918-20 Munitionsarbeiter, Lohnrechner, Drainagearbeiter und Landwirtschaftslehrling; er legte 1919 in Sterkrade (Rheinland) das Abitur ab. Dem Studium der Landwirtschaft an der Universität Göttingen 1920-23 folgten Tätigkeiten als Gutsverwalter, Hochschulassistent (Hannover), Domänenpächter und Kreislandbundvorsitzender (Alfeld/Leine), bis B. im Juli 1933 zum Reichskommissar und im Oktober|1933 zum Staatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin bestellt wurde. 1936 wurde er Leiter der Geschäftsgruppe Ernährung in der Vierjahresplanbehörde, 1942 (nach der Ausschaltung R. W. Darrées) mit der Führung der Geschäfte des Reichsernährungsministeriums und Reichsbauernführers beauftragt, 1944 in gleicher Diensteigenschaft zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich, 1945 zum Minister bei der Regierung K. Dönitz ernannt. In alliierter Internierung nahm er sich das Leben. - B.s praktische Agrarpolitik war vorwiegend volks- und betriebswirtschaftlich orientiert (Betriebsrationalisierung, Technisierung, aktive Preisbildung, Vorratswirtschaft, Rentabilität). Sie bediente sich weniger der reichsnährständischen Selbstverwaltungs-Organisationen als vielmehr einer straffen staatlichen Wirtschaftsverwaltung. Dem wirtschaftspolitischen Etatismus B.s kam die Kriegsernährungswirtschaft entgegen.

  • Werke

    u. a. Die russ. Getreidewirtschaft als Grundlage d. Land- u. Volkswirtschaft Rußlands, 1926;
    Das Ende d. Liberalismus in d. Wirtschaft, 1938;
    Um d. Nahrungsfreiheit Europas, 1941 (W-Verz.); Hrsg. d. Ztschr.:
    Dt. Agrarpolitik, 1942.

  • Literatur

    B. v. Schirach, Die Pioniere d. dritten Reiches, 1933, S. 18-20;
    W. Lüdde-Neurath, Regierung Dönitz, 1951;
    J. Schultz, Die letzten 30 Tage, Aus d. Kriegstagebuch d. OKW, 1951.

  • Autor/in

    Wilhelm Meinhold
  • Empfohlene Zitierweise

    Meinhold, Wilhelm, "Backe, Herbert" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 504-505 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116029390.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA