Lebensdaten
1838 bis 1908
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Konstanz. (israelitisch, später wohl konvertiert)
Beruf/Funktion
Bühnenschriftsteller ; Theaterdirektor ; Schriftsteller
Konfession
jüdisch,evangelisch?
Normdaten
GND: 116000309 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Arronge, Adolph l'
  • L’Arronge, Adolph
  • Arronge, Adolph l'
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Zitierweise

L’Arronge, Adolph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116000309.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard Theodor L'Arronge (ursprünglich Aron, 1812–78), bekannter Komiker und Theaterdirektor in Danzig, Köln, Düsseldorf, Mainz, Bad Ems;
    M Eva Rosina Trautmann;
    1) Selma Rottmayer, 2) Hedwig Schnabel, geborene Sury, Operettensängerin.

  • Leben

    A., schon als Kind der Bühne vertraut, sollte ursprünglich Arzt werden, erhielt dann aber, seiner Neigung gemäß, eine musikalische Ausbildung bei dem Kapellmeister Rietz am Leipziger Konservatorium. Von 1860 ab wirkte er als Kapellmeister in Danzig, Königsberg, Köln, Stuttgart, Budapest und Berlin. Von 1866 an betätigte er sich in Berlin als Theaterkritiker und übernahm 1869 die Redaktion der „Berliner Gerichtszeitung“. 1874-78 lag die Direktion des Lobe-Theaters in Breslau in seinen Händen. Nach Berlin zurückgekehrt, erwarb er das alte Friedrich-Wilhelmstädtische Theater, das zuletzt unter Fritzsches Leitung der Operette gedient hatte, und begründete 1883 die Sozietät des „Deutschen Theaters“. Sein Ziel einer Autonomie der Künstler nach dem Vorbild der Comédie française in Paris mußte zwar bald scheitern an den Widersprüchen zwischen den Sozietären Ludwig Barney, Dr. August Förster, Siegwart Friedmann und Friedrich Haase, aber es gelang A. doch, unter seiner Direktion das „Deutsche Theater“ zu einer der ersten Bühnen Berlins zu machen, bis 1894 Otto Brahm sein Nachfolger wurde. Noch im hohen Alter wurde ihm der Professorentitel zuerkannt. - Mit seinem Volksstück „Mein Leopold“ errang er 1873 seinen ersten großen Bühnenerfolg, dem sich eine lange Reihe von Volksstücken, Possen und Schwänken anschloß. Er blieb der alten Rührstück-Tradition treu und belebte als erfahrener Kenner der Publikumswirksamkeit die alten Formen mit neuem Gemütsgehalt und schuf überzeugende Charakterstudien mit sicherem Blick auf die Schäden der Gesellschaft seiner Zeit.

  • Werke

    u. a. Das große Los, 1866;
    Mein Leopold, 1873;

    Hasemanns Töchter, 1877;

    Dr. Klaus, 1878;

    Wohltätige Frauen, 1879;

    Haus Lonei, 1880;

    Dramat. Werke, 8 Bde., 1879–86;

    Die Sorglosen, 1882;

    Der Weg z. Herzen, 1884;

    Loreley, 1885;
    Dt. Theater u. dt. Schauspielkunst, 1896;

    Mutter Thiele, 1898;

    Gesamtausg., 4 Bde., 1908;
    s. a. Kosch, Dt. Lit.-Lex.

  • Literatur

    W. Anthony, A. L'A. u. d. Lobe-Theater, 1878;
    H. u. J. Hart, Krit. Waffengänge, H. 4, 1882: Das Dt. Theater d. Herrn A. L'A.;
    A. v. Hanstein, Das jüngste Dtld., 1900 (P);
    W. Turczinsky, A. L.'A. z. 70. Geburtstag, 1908;
    K. Raeck, Das Dt. Theater z Berlin unter d. Direktion A. L'A.s, 1928 (P);
    J. Bab, Das Theater d. Gegenwart, 1928, S. 37;
    L. Pickel, Die poet. Namengebung bei: Roderich Benedix, Eduard v. Bauernfeld, Gustav Raeder, A. L'A., Diss. Graz 1940 (ungedr.);
    R. Bernauer, Das Theater meines Lebens, Eine Selbstbiogr. (ungedr.);
    A. Klaar, L'A., in: BJ XVIII, S. 323-30 (u. Totenliste 1908, L).

  • Portraits

    Holzschnitt in: LIZ 70, 1878, S. 368.

  • Autor/in

    Margot Berthold
  • Empfohlene Zitierweise

    Berthold, Margot, "L’Arronge, Adolph" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 399 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116000309.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA