Lebensdaten
1890 bis 1967
Geburtsort
Bischwitz bei Trebnitz (Niederschlesien)
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Indogermanist ; Sprachwissenschaftler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 106792857 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nehring, Alfons

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Zitierweise

Nehring, Alfons, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd106792857.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Nicolaus (1852–1908), Kaufm. in Breslau, S d. Schumachers Andreas u. d. Katharina Plitt;
    M Paula (1861–1926), T d. Joachim Riesenfeld (isr.), Optiker in Breslau, u. d. Charlotte Sachs;
    Bad Oeynhausen 1929 Helene Cramer (1876–1968), Oberstud.rätin; kinderlos.

  • Leben

    N. studierte seit 1909 in Breslau und Berlin Vergleichende Sprachwissenschaft, Germanistik und Klassische Philologie, legte 1914 das Staatsexamen ab und wurde 1915 in Breslau aufgrund der Dissertation „Seele und Seelenkult bei Griechen, Italikern und Germanen“ bei Otto Schrader (1855–1919) promoviert. Bis 1929 stand er im Gymnasialdienst in Breslau; 1923 erfolgte die Habilitation, 1929 die Ernennung zum apl. Professor in Breslau. Wegen seiner fundierten Kenntnisse der Sprachwissenschaft, Archäologie, Völkerkunde und Religionswissenschaft wurde N. von Schrader zu Arbeiten auf dem Gebiet der Indogermanistik ermutigt. Als Herausgeber und Mitautor arbeitete N. an der 2. Auflage von Schraders „Reallexikon der indogerman. Altertumskunde“ (2 Bde., 1917–1929). In der Nachfolge von Wilhelm Havers wurde N. 1930 als Ordinarius für Vergleichende Sprachwissenschaft nach Würzburg berufen, wo er 1933 aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums von den Nationalsozialisten zwangsweise in den Ruhestand versetzt wurde. Nach der Emigration in die USA (1933) lehrte er 1938-43 als Associate Professor an der Marquette University in Milwaukee, Wisconsin, und 1943-52 in gleicher Stellung an der Fordham University in New York, bevor er 1952 nach einem Semester an der FU Berlin auf seinen Lehrstuhl in Würzburg zurückkehrte (Rektor 1953–55, Emeritierung 1958). – Über Indogermanische Altertumskunde und Wörter- und-Sachen-Forschung hinaus beschäftigte sich N. mit unterschiedlichen Problemen der Allgemeinen Sprachwissenschaft, so mit Fragen der Satztheorie (Zur Begriffsbestimmung des Satzes, in: Zs. f. vgl. Sprachforschung 55, 1928, S. 238-79; Stud. z. Theorie d. Nebensatzes, ebd. 57, 1930, S. 118-58). Mit der modernen Sprachwissenschaft setzte er sich bereits seit den 20er Jahren kritisch auseinander, vor allem aber nachdem er sich im Exil mit den Theorien des amerik. Strukturalismus vertraut gemacht hatte. Programmatische Bedeutung hatten N.s „Studien zur indogerman. Kultur und Urheimat“ (in: Die Indogermanen- und Germanenfrage, Neue Wege zu ihrer Lösung, 1936). Sein sprachtheoretisches Buch „Sprachzeichen und Sprechakte“ (1963) diskutiert Grundfragen wie den Zeichencharakter von Sprache (vor allem in Auseinandersetzung mit Karl Bühler) und die Definition von „Satz“. – Bayer. Verdienstorden (1966).

  • Werke

    Weitere W u. a. Got. u. ahd. Sprachdenkmäler, 1927;
    Zahlwort u. Zahlbegriff im Indogerman., in: Wörter u. Sachen 12, 1929, S. 253-88;
    Die Problematik d. Indogermanenforschung, 1954;
    Das Problem d. Tiersprache in sprachtheoret. Sicht, in: Die Sprache 10, 1964, S. 202-40;
    Bedeutungstheorie, Ein Überblick, ebd. 12, 1966, S. 115-32.

  • Literatur

    M. Mayrhofer, in: Die Sprache 6, 1960, S. 103 f.;
    W. Meid, Verz. d. wiss. Veröff. A. N.s, ebd. S. 105 f.;
    BHdE II;
    R. Strätz, Biogr. Hdb. Würzburger Juden 1900-1945, 1989.

  • Autor/in

    Rüdiger Schmitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitt, Rüdiger, "Nehring, Alfons" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 40 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd106792857.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA