Lebensdaten
1898 bis 1988
Geburtsort
Jersitz (seit 1900 zur Stadt Posen)
Sterbeort
Rostock
Beruf/Funktion
Agrikulturchemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 133799557 | OGND | VIAF: 229456453
Namensvarianten
  • Nehring, Kurt
  • Nehring, K.
  • Nering, Kurt
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Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Nehring, Kurt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133799557.html [25.02.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Edmund (1866–98) aus Pomarzany b. Predecz (Kr. Wloclawek, Russisch Polen), Landwirt, zuletzt Kaufmann in Posen, S d. Julius (1822–92) aus Jägerndorf (Kr. Strelno, Wartheland), Gutsbes. in Pomarzany, u. d. Ottilie Kitzmann (1832–92) aus Skupne (Kr. Konin);
    M Marie (1871–1936), T d. Adolf Dubnack (1818–91) aus Cottbus, Kanzleirat in Züllichau, u. d. Dorothea Krüger (1831–79) aus Sachsendorf b. Küstrin;
    Königsberg (Preußen) 1927 Charlotte (1906–72), T d. August Bark (1862–1924), Landwirt in Korschen b. Rastenburg, u. d. Emilie Godau (1870–1941) aus Seefeld b. Kischhausen;
    3 S, u. a. Dietwart (* 1930), Prof., Chemischer Ozeanograph, 2 T.

  • Leben

    N. besuchte das Realgymnasium in Neidenburg und Königsberg und leistete 1915-18 in Krankentransport-Abteilungen Militärdienst. Er studierte in Freiburg und Königsberg Chemie, daneben auch Physik, Geologie und Botanik, und promovierte 1921 mit einer organisch-chemischen Dissertation zum Dr. phil. Als Assistent arbeitete er bis 1923 am Agrikulturchemischen Institut der Univ. Königsberg, bis 1925 am Pharmakologischen Institut der Univ. Amsterdam und dann nacheinander an den Kulturtechnischen und Agrikulturchemischen Instituten der Univ. Königsberg. 1926 legte er das Staatsexamen als Lebensmittelcherniker ab, 1928 habilitierte er sich in Königsberg für das Fach Agrikulturchemie. 1934/35 war er vertretungsweise mit der Wahrnehmung der Professur für Agrikulturchemie beauftragt, 1935 wurde er ao. Professor. Noch im selben Jahr übernahm N. in Jena die Leitung der Landwirtschaftlichen Versuchsstation und – in Vertretung – die Professur für Agrikulturchemie an der Universität. Bereits 1936 wurde er zum Direktor der Landwirtschaftlichen Versuchsstation Rostock ernannt, die – seit 1953 ein Institut der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR – er bis zur Auflösung 1962 leitete. 1948-63 war er zugleich Lehrstuhlinhaber und Direktor des Instituts für Agrikulturchemie und Bodenkunde an der neugegründeten Landwirtschaftlichen Fakultät der Univ. Rostock, an der er schon zuvor Vorlesungen und Übungen abgehalten hatte. Eine dritte Aufgabe erfüllte er 1953-63 als Leiter des Oskar-Kellner-Instituts für Tierernährung der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften, das er von Leipzig-Möckern nach Rostock verlegte.

    N.s Interesse galt zeitlebens der Frage, wie die Kette Boden – Pflanze – Tier – (Mensch) auf beabsichtigte oder ungewollte qualitative und quantitative Einflüsse reagiert. Dementsprechend vertrat er, wohl als letzter großer Agrikulturchemiker im deutschsprachigen Raum, noch alle drei Teilgebiete seiner Wissenschaft in Forschung und Lehre, nämlich die Bodenkunde, die Pflanzen- und die Tierernährung. Große Bedeutung maß er verbesserten Methoden zur Futterkonservierung im landwirtschaftlichen Betrieb bei, denen schon seine Antrittsvorlesung in Königsberg gegolten hatte. Er war bestrebt, in der Schweinemast tierisches Eiweiß weitgehend durch pflanzliches zu ersetzen und erschloß dafür auch neue pflanzliche Futterquellen. N.s wichtigstes Werk war die kritische Prüfung und Weiterentwicklung der von Oskar Kellner (1851–1911) begründeten Stärkewertlehre mit dem Ziel, ein nicht nur für Wiederkäuer, sondern für alle Tierarten geltendes Futterbewertungssystem zu erarbeiten. Seine Forschungsergebnisse sind in mehr als 300 Veröffentlichungen niedergelegt.|

  • Auszeichnungen

    Nat.preis II. Kl. (1952), Vaterländ. Verdienstorden in Silber (1959), Dr. h. c. (Berlin, Rostock, Göttingen).

  • Werke

    u. a. Über d. Bildung v. Biuret u. Cyanursäure aus Harnstoff u. einige neue Derivate d. Isocyanursäure u. d. Cyanamids. Diss. Königsberg 1921;
    Lehrb. d. Tierernährung u. Futtermittelkde., 1950, 91972 (russ., lett., tschech. u. poln. Überss.);
    Agrikulturchem. Praktikum, 21951, 31960 (Neubearb. d. 1926 v. H. Wiessmann verfaßten Erstaufl);
    Btrr. z. Eiweißproblem, 1963 (mit R. Schiemann);
    Futtermitteltabellenwerk, 1970 (mit M. Beyer u. B. Hoffmann);
    Ackerfutterpflanzen, 1971 (mit F. Lüddecke).

  • Literatur

    Nat.preisträger 1952, 1953 (P);
    Btrr. aus d. Agrikulturchemie zu Problemen d. Forschung u. Praxis, FS z. 60. Geb.tag 1958 (W, P);
    F. Lüddecke, Gesch. d. Rostocker Tier- u. Pflanzenernährungsforschung im Zeitraum v. 1793 bis 1962, 1987 (P);
    U. Herrmann, in: Ernährungsforschung 33, 1988, S. 155 f.;
    W. Laube, in: Tierzucht 42, 1988, S. 302;
    B. Piatkowski, Vortrag anläßlich d. Enthüllung e. Gedenktafel f. K. N. am Oskar-Kellner-Inst. f. Tierernährung, 1992 (ungedr.);
    G. Grewolls, Wer war wer in Mecklenburg-Vorpommern, 1995;
    Biogr. Hdb. SBZ/DDR;
    Pogg. VI, VIIa;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1935-76;
    Wi. 1955–65.

  • Autor/in

    Bernd Wöbke
  • Empfohlene Zitierweise

    Wöbke, Bernd, "Nehring, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 40 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133799557.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA