Lebensdaten
1902 bis 1941
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
bei Wjasma (Rußland)
Beruf/Funktion
klassischer Archäologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 1055090487 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Technau, Werner

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Technau, Werner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1055090487.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Paul (1867–1945), aus Löbau (Ostpreußen), Apotheker in B., später in Offenburg, als Pensionär seit 1926 in Freiburg (Br.), S d. Adolf (1835–1909), seit 1868 Bgm. in Schwetz (Westpreußen), u. d. Agnes Friederike Wöllmer (1835–1922);
    M Margarethe Hulda (1877–1945), aus , T d. Rudolph Wöllmer;
    3 Geschw;
    1929 Marie-Therese (1903–92), T d. Karl Lücke (1863–1934), Landrat in Oppeln, seit 1923 Richter am OLG Berlin, u. d. Elisabeth Heffter (1874–1958);
    2 S Andreas (* 1932), in Hanau, Konstantin (* 1936), in Freiburg (Br.), 2 T Ulrike Diener (* 1930), in Freiburg (Br.), Dorothee (* 1939), in Stuttgart; Gvm d. Ehefrau Lothar Heffter (1862–1962), 1911–31 Prof. f. Math. an d. Univ. Freiburg (Br.) (s. NDB VI).

  • Leben

    T. verbrachte seine Schulzeit in Bonn, dann in Offenburg, wo er in der Wandervogelbewegung aktiv war. Nach dem Abitur am ghzgl. Gymnasium 1920 nahm er im selben Jahr das Studium der Klassischen Archäologie in Heidelberg auf. Zwei Semester verbrachte er in München, wo zeitgleich Walter-Herwig Schuchhardt (1900–76) eine Assistenz antrat, sein späterer Kollege in Freiburg, der ebenfalls in Heidelberg studiert hatte. Zu T.s Lehrern zählten Karl Jaspers, Heinrich Wölfflin und Friedrich Gundolf. Ludwig Curtius (1874–1954), sein Heidelberger Doktorvater, prägte ihn entscheidend. 1926 promoviert, trat T. nach einem Aufenthalt in Italien im Herbst 1927 das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) an. 1929 holte ihn Curtius, inzwischen Direktor des DAI in Rom, als Assistent an das röm. Institut. Seit 1932 lebte T. in Berlin, zog aber 1933 nach Freiburg (Br.). Dort habilitierte er sich 1934 und lehrte fortan an der Universität. Nachdem 1938 Walter-Herwig Schuchhardt den Lehrstuhl übernommen hatte, wurde T. 1939 beamteter Universitätsdozent, 1940 apl. Professor. An der Univ. Freiburg war er als Leiter des Auslandsamts tätig. T. wurde im Aug. 1941 zum Kriegsdienst einberufen und fiel drei Monate später.

    T.s Dissertation „Die klassische Figur der griech. Kunst im 5. Jh.“, deren erster Teil zur Vasenmalerei 1927 publiziert wurde, markiert die Richtung seiner wiss. Arbeit. Durch Wölfflin geprägt und im Anschluß an Ernst Langlotz’ Arbeit „Zur Zeitbestimmung der strengrotfigurigen Vasenmalerei und der gleichzeitigen Plastik“ (1920) begründete T. darin nach formalen Prinzipien eine Entwicklungsgeschichte der klassischen griech. Kunst. Die Formgeschichte dient aber nicht nur der chronologischen Ordnung, sondern sollte „Lebensgefühl“ und das „Wesen historischer Epochen“ erhellen. Mustergültig legte T. 1929 antike Keramikfunde aus dem Heraion von Samos vor (Mitt. d. dt. arch. Inst., Athen. Abt., 54). Seine Studien zur spätarchaischen Vasenmalerei mündeten in einer Monographie zu Exekias (1936). Das als „klassisch“ bewertete Werk des Vasenmalers beschrieb T. als Spiegelung seines „Verhaltens zur Welt“, im Unterschied zu den wenig älteren Malermonographien von John Beazley und Thomas B. L. Webster, für die die reine Form- und Œuvre-Geschichte im Vordergrund standen. In Rom widmete sich T. auch der röm. Kunst: Funden aus Pompeji (1930, 1931) und Berichten über archäologische Neufunde im Archäologischen Anzeiger (1930, 1931, 1932); zudem publizierte er weiterhin zur griech. Plastik. Wie mehrere Beiträge in der Zeitschrift „Geistige Arbeit, Zeitung aus der wiss. Welt“ (1938, 1939, 1940) richtete sich auch sein Überblickswerk „Die Kunst der Römer“ (1940) an ein breiteres Publikum. Formveränderung der Kunst wird hier als Ausdruck eines umfassenden Wesens der sie hervorbringenden Epoche verstanden, aber auch – in der Nähe zur dt. Strukturforschung der 30er Jahre – röm. Kunst in ihren „völkischen Anlagen“ (Geistige Arbeit, 7, 1940, Nr. 6, S. 1) im Kontrast zur griech. gesehen. T. vertrat in der Verbindung von Formanalyse und fundierter Materialvorlage mit einem ganzheitlichen Kunstverständnis, das grundsätzliche Entwicklungen und Orientierung auch in der eigenen Gegenwart im Blick hat, eine wesentliche Richtung der Klassischen Archäologie in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg.

  • Werke

    Weitere W Die Bronzestatue e. Knaben aus Pompeji, in: Die Antike 6, 1930, S. 249–64;
    Der gr. Silberfund aus d. Case del Menandro in Pompeji, in: Gnomon 7, 1931, S. 219–22;
    Zwei Fragmente v. Parthenon-Skulpturen im Vatikan, in: Mitt. d. DAI, Röm. Abt., 46, 1931, S. 81–89;
    Eine Schale des Onesimos im Berliner Mus., ebd., S. 189–97;
    Schwarzfigurige Vasen d. Slg. d. Conte Faina in Orvieto, ebd. 53, 1938, S. 91–137;
    Neues v. ksl. Rom, in: Päd. Zbl. 12, H. 1, 1932, S. 4–8;
    Die Göttin auf d. Stier, in: Jb. d. DAI 52, 1937, S. 76–103;
    Eine Amphora d. Andokidesmalers in d. Slg. d. Conte Faina zu Orvieto, in: Corolla Ludwig Curtius, 1937, S. 132–41;
    Die statuar. Gruppe in d. griech. Kunst, in: Die Antike 15, 1939, S. 277–306;
    Rezensionen
    in: Gnomon 8–16, 1932–40;
    Nachlaß:
    Privatbes. (U. Diener, Freiburg, Br.).

  • Literatur

    W.-H. Schuchhardt, in: Gnomon 18, 1942, S. 334–36;
    L. Curtius, in: Mitt. d. DAI, Röm. Abt., 57, 1942, S. 1–2;
    W. Schiering, in: Archäologenbildnisse, hg. v. R. Lullies u. W. Schiering, 1988, S. 287 f. (P);
    E. Wirbelauer, in: Die Freiburger Phil. Fak. 1920–1960, hg. v. E. Wirbelauer, 2007, S. 133–35.

  • Autor/in

    Ralf von den Hoff
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoff, Ralf von den, "Technau, Werner" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 818-819 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1055090487.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA