Lebensdaten
1859 bis 1931
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
evangelischer Kirchenhistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 104066598 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schubert, Hans Georg Wilhelm von
  • Schubert, Hans von
  • Schubert, Hans Georg Wilhelm von

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Zitierweise

Schubert, Hans von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104066598.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1824–1907, sächs. Adel 1878), sächs. Gen.lt., Kmdr. d. Feldart.rgt. 28, Mil.schriftst. (s. BJ XII, Tl.; W), S d. Gustav Wilhelm S., Komm.rat in Leipzig;
    M Mathilde (1825–94), T d. Johann Christoph Heinrich Barth (1787–1856), Kaufm. in Hamburg, u. d. Charlotte Karoline Zadow (1789–1862);
    Om Heinrich Barth (1821–65), Forsch.reisender, Vors. d. Ges. f. Erdkunde zu Berlin (s. NDB I; Henze, Entdecker);
    1887 Bertha Elisabeth Gertrud Köppern (1860–1946);
    2 S u. a. Hans Hellmuth (1894–1918 ⚔), Lt. zur See, 5 T u. a. Erika (1904–2002, ⚭ Erich Dinkler, 1909–81, Prof. f. NT in Mainz, Yale Univ., Bonn u. Heidelberg, ergänzte S.s „Grundzüge d. KGesch.“, 101937, s. BBKL), Kunsthist.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Vitzthumschen Gymnasiums in Dresden studierte S. seit 1878 Germanistik, Geschichte, Klassische Philologie, Staats- und Rechtswissenschaften in Leipzig, Bonn, Straßburg sowie in Zürich und wurde 1884 mit einer Studie über „Die Unterwerfung der Alamannen unter die Franken“ (gedr. 1884) in Straßburg zum Dr. phil. promoviert. 1885 nahm er unter dem Einfluß des Straßburger Freundeskreises, zu dem u. a. Otto Baumgarten (1858–1934) und Eduard Simons (1855–1922) zählten, ein Theologiestudium in Tübingen auf, das er in Halle fortsetzte. Nach dem I. Examen war S.|seit 1887 Lehrer und Archivar im Hamburger Rauhen Haus (II. Theol. Examen, Berlin 1889). 1891 erhielt er eine ao. Professur für Kirchengeschichte in Straßburg, für die er sich durch seine theologisch-rechtshistorische Untersuchung „Die ev. Trauung“ (1890) empfohlen hatte, die einen Beitrag zur Diskussion über die Zivilstandsgesetzgebung leistete. 1892 in Straßburg zum D. theol. promoviert, wurde S. im selben Jahr als Ordinarius nach Kiel berufen, wo die Landeskirchengeschichte (KGesch. Schleswig-Holsteins, 1907) und die Frage nach der gegenseitigen Beeinflussung von Kultur, Landesgeschichte und Religion im Mittelalter mit der These von der „Germanisierung des Christentums“ Arbeitsschwerpunkte wurden. Seit 1897 gehörte der liberal-protestantische, aber kirchenpolitisch unabhängige S. im Nebenamt der schleswig-holstein. Kirchenleitung an. Begleitet von kirchenpolitischem Streit wurde S. 1906 nach Heidelberg berufen, wo er, Rufe nach Berlin und Bonn ablehnend, bis 1928 lehrte und als einer der angesehensten Kirchenhistoriker seiner Generation v. a. die Interdependenzen von Theologie, Politik und Recht im 16. Jh. untersuchte. Große Verdienste als Wissenschaftsorganisator erwarb sich S. als Begründer (1896) und Vorsitzender des Vereins für Schleswig-Holstein. Kirchengeschichte, als Vorsitzender des Vereins für Reformationsgeschichte (1918–31) und seit 1917 als Mitglied der Preuß. Kommission zur Erforschung der Geschichte von Reformation und Gegenreformation. Als Prorektor der Universität war er 1909 Mitinitiator der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

    Im Heidelberger Gelehrtenmilieu verwurzelt, betrieb S. Kirchengeschichte als eine in die Allgemeingeschichte eingebundene gegenwartsverantwortliche, interdisziplinäre Christentumsgeschichte. Zugleich betonte er die Bedeutung herausragender religiöser Persönlichkeiten, in deren Leben sich das Christentum als geschichtsformende Macht verdeutliche. Während des 1. Weltkriegs und in der Weimarer Republik war der in der Deutschtumspolitik (Ver. f. d. Dt.tum im Ausland) stark engagierte S. auf gemäßigt konservativer Seite parteipolitisch aktiv und nahm zahlreiche soziale Aufgaben (u. a. beim Roten Kreuz) wahr.

  • Auszeichnungen

    Geh. Kirchenrat (1906); o. Mitgl. d. Bad. Hist. Komm. (1909); Rr.kreuz I. Kl. mit Eichenlaub d. Ordens v. Zähringer Löwen (1910); Geh. Rat II. Kl. (1916); Dr. iur. h. c. (Leipzig 1917); Mitgl. d. Dt. Ges. f. Missionswiss., Hamburg (1920) u. d. Herder-Ges., Riga (1920).

  • Werke

    Die heutige Auffassung u. Behandlung d. KGesch., 1902;
    Grundzüge d. KGesch., 1904, 111950;
    Gesch. d. christl. Kirche im FrühMA, 1921, Nachdr. 1962;
    Große christl. Persönlichkeiten, 1921, 21923;
    Der Kampf d. geistl. u. weltl. Rechts, SB Heidelberger Ak. d. Wiss., Phil.-hist. Kl., Abh. 2, 1927;
    Die Anfänge d. ev. Bekenntnisbildung bis 1529/30, 1928;
    Lazarus Spengler u. d. Ref. in Nürnberg, hg. v. H. Holborn, 1934, Nachdr. 1971 (W);
    Theol. Fakultäten an staatl. Universitäten in d. Perspektive v. Ernst Troeltsch, Adolf v. Harnack u. H. v. S., hg. v. H. Kreß, 2004;
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Univ.-bibl. Heidelberg; Univ.archiv Heidelberg; StadtA Nürnberg; Landesarchiv Schleswig-Holstein: – zu Gustav: Lebenserinnerungen, hg. v. H. v. S., 1909.

  • Literatur

    FS f. H. v. S. z. 70. Geb.tag, hg. v. O. Scheel, 1929;
    O. Baumgarten, in: Die christl. Welt 45, 1931, S. 763-65;
    H. Bornkamm, in: Zeitwende 7, 1931, S. 75-79;
    A. Schultze, ZSRG 21, 1932, S. 521-26;
    W. Köhler, in: ZGORh 84, 1932, S. 492;
    K.-H. Fix, Univ.theol. u. Pol., 1994;
    BBKL;
    RGG3+4;
    TRE;
    Kosch, Lit.-Lex.3 (W).

  • Portraits

    Foto (Univ.archiv Heidelberg).

  • Autor/in

    Karl-Heinz Fix
  • Empfohlene Zitierweise

    Fix, Karl-Heinz, "Schubert, Hans von" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 613-614 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104066598.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA