Lebensdaten
erwähnt 1365, gestorben nach 1407
Geburtsort
wahrscheinlich Gelnhausen
Sterbeort
vielleicht Iglau (Mähren)
Beruf/Funktion
Beamter der Prager Hofkanzlei Karls IV.
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100949037 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Johannes
  • Johannes von Gelnhausen
  • Johannes

Orte

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Zitierweise

Johannes von Gelnhausen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100949037.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Konrad Reichmut v. G.

  • Leben

    J., Kleriker der Diözese Mainz, war um 1350 zunächst als Unterbergschreiber, sodann als Grubenschreiber in Kuttenberg (Böhmen) tätig. 1365 wird er erwähnt als Kammernotar Karls IV. Von 1366 bis mindestens 1373 arbeitete er als oberster Registrator der Hofkanzlei in Prag unter dem Kanzler Johannes von Neumarkt; als dieser 1374 aus dem kaiserl. Dienst ausschied und sich in sein Bistum Olmütz zurückzog, folgte ihm J. und wurde Notar, später Protonotar des Bischofs. Vielleicht in Ungnade gefallen, ging J. kurz vor dem Tode des Bischofs (24.12.1380) als Stadtschreiber nach Brünn, wo er bis zum 22.9.1387 nachweisbar ist. 1400-07 begegnet er als Stadtschreiber und Schulmeister von Iglau. Während seiner Tätigkeit in der Hofkanzlei hatte J. zahlreiche Briefe und Urkunden aus den Registern und aus anderen Formularsammlungen abgeschrieben, die er nach dem Tode des Kaisers (1378) sichtete, ordnete und in einem Formularbuch zum Gebrauch der Notare in königl. und fürstl. Kanzleien zusammenstellte. Ferner übersetzte J. das Iglauer Stadtrecht, das Iglauer Bergrecht und das Bergrechtsbuch (Constitutiones iuris metallici) Kg. Wenzels II. ins Deutsche.

  • Werke

    Collectarius perpetuarum formarum J. de G., ed. H. Kaiser, 1900;
    Iglauer Stadtrecht, in: J. A. Tomaschek, Dt. Recht in Oesterreich im 13. Jh., 1859, S. 193-293;
    Iglauer Bergrecht, in: A. Zycha, Das böhm. Bergrecht d. MA auf Grundlage d. Bergrechts v. Iglau II, 1900, S. 1-7;
    Bergrecht Wenzels II., ebd. S. 41-297.

  • Literatur

    H. Kaiser, Der collectarius perpetuarum formarum d. J. v. G., 1898;
    F. Tadra, Zur Lebensgesch. J.s v. G., in: MIÖG 20, 1899;
    B. Bretholz, in: Zs. d. dt. Ver. f. d. Gesch. Mährens u. Schlesiens 7, 1903, S. 1-76, 205-281;
    A. Altrichter, in: Sudetendt. Lb. II, 1930, S. 67-69;
    H. Bresslau, Hdb. d. Urk.lehre II, 1931, S. 276 f.;
    J. Dřímal, Brněnské městské knihy, právo a listiny za písaře Jana z Gelnhausen, in: Sborník archivních prací 8, 1958, S. 109-29.

  • Autor/in

    Hans Martin Schaller
  • Empfohlene Zitierweise

    Schaller, Hans Martin, "Johannes von Gelnhausen" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 552 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100949037.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA