Lebensdaten
1730 oder 1728 bis 1795
Geburtsort
Venedig
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Maler ; Zeichner
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100074642 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Casanova, Johann Baptist
  • Casanova, Giovanni Battista
  • Casanova, Johann Baptist

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Casanova, Giovanni Battista, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100074642.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gaetano Giuseppe, Schauspieler, aus Parma: M Maria Giovanna Fanisso;
    B Giacomo C., Chevalier de Seingalt (1725–98), der berühmte Abenteurer, Francesco (1727–1802), Landschafts- und Schlachtenmaler in Wien, malte u. a. für Kath. II. v. Rußland (s. ADB IV, ThB);
    Rom 1764 Teresia Roland, T eines franz. Gastwirts;
    3 S, 4 T.

  • Leben

    Nach einer ersten Ausbildung bei Silvestre und Dietrich in Dresden, wo sich 1752-57 auch der Bruder Francesco aufhielt, war C. nach Venedig zu Piazetta und 1752 mit Raph. Mengs als dessen Hausgenosse und Gehilfe 10 Jahre lang nach Rom gegangen. Hier trat er zu Winckelmann in freundschaftliche Beziehungen, für dessen „Monumenti antichi“ er Zeichnungen entwarf, die zunächst sehr den Beifall Winckelmanns ernteten, so daß C. von diesem 1764 nach Dresden an Hagedorn empfohlen wurde. Für den König von Neapel zeichnete er Antikenfunde aus Pompeji und Herculaneum, kopierte römische Meisterwerke, unterrichtete Angelica Kauffmann, Rat Reiffenstein und Winckelmann, von dem er ein Profilbildnis zeichnete (jetzt Leipzig, Museum der bildenden Künste). 1764 übernahm er in Dresden eine Akademieprofessur. Eine von Rom ausgehende Verfolgung wegen Wechselfälschung brachte ihm keinen Schaden. Dagegen trat ein Bruch mit Winckelmann ein, der mit C.s Arbeiten nicht mehr zufrieden war. In Dresden mehrere Male mit der Führung der Direktoriatsgeschäfte der Akademie betraut, entfaltete C. eine rege Lehrtätigkeit, betätigte sich aber auch schriftstellerisch und kunsttheoretisch. 1770 erschien ein „Discorso sopra gli antichi e vari monumenti loro“. Ein 1788 vollendeter Lehrgang der Malerei blieb ungedruckt. - Seine künstlerische Tätigkeit bestand vorwiegend im Kopieren (Rezeptionsbild in der Akademie: Kopie nach Raffaels Jesaias-Fresko in S. Agostino zu Rom; kam in die Dresdner Galerie), aber auch in zahlreichen allegorischen, mythologischen Gemälden und Zeichnungen, sowie in Bildnissen (Papst Clemens XIII.).

  • Literatur

    ADB IV;
    C. Justi, Winckelmann u. seine Zeit III, 31923, S. 369 ff.;
    ThB;
    Enc. Ital. V, Mailand- Rom 1930, S. 159.

  • Portraits

    Stiche v. C. F. Boetius nach A. R. Mengs (Bibl. Nat. Nat. Paris u. Kupf.-Kab. Dresden).

  • Autor/in

    Werner Teupser
  • Empfohlene Zitierweise

    Teupser, Werner, "Casanova, Giovanni Battista" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 163-164 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100074642.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Casanova: Johann C., Maler, geb. 1728 zu Venedig, 1795 zu Dresden, kam mit seinen Eltern jung nach Dresden, wo er auf der Akademie unter Silvester und Dietrich seine ersten Studien machte. Er ging sodann mit einem Stipendium des Hofes nach Italien und arbeitete zunächst drei Jahre unter Piazetta's Leitung in Venedig. Als Mengs 1752 durch letztere Stadt kam, nahm er C. als seinen Schüler mit nach Rom. Letzterer studirte hier, wie in Neapel und Florenz, wohin er den Meister begleitete, hauptsächlich die Antiken und die Werke Rafael's. 1762 reiste Mengs nach Spanien und C. blieb in Rom zurück, bereits hier als Künstler, insbesondere als Zeichner, sehr geschätzt. Er hatte den großen Preis der römischen Akademie gewonnen und erhielt, nach Mengs' Abreise, den Auftrag, das Bildniß des Papstes Clemens XIII. für die Sorbonne zu malen. Auch hatte er des freundschaftlichen Umganges mit Winckelmann sich zu erfreuen, der ihn später nach Dresden empfahl und für dessen „Monumenti“ er die Zeichnungen lieferte. Letzteres Werk, ursprünglich von Beiden auf gemeinschaftliche Kosten unternommen, wurde schließlich die Ursache ihres Zerwürfnisses. C. will Rufe nach Neapel, Parma und London erhalten haben, doch ging er im J. 1764 als Professor und Director der Akademie nach Dresden, in welcher Stellung er bis zu seinem Tode verblieb. Er wird als Weltmann von stattlichem Aeußeren und eleganten Umgangsformen geschildert. Sein Charakter aber ist nicht makellos; Winckelmann erzählt ihm üble Dinge nach; in Rom wurde er sogar wegen Wechselfälschung verklagt. Als Künstler war er ohne schöpferische Begabung; meist malte und zeichnete er Bildnisse und Copien nach alten Meistern; auch für das Kunstgewerbe war er thätig; in seinen mythologischen und allegorischen Darstellungen steht er innerhalb der nüchternen akademischen Kunstweise seiner Zeit. Seine technische Gewandtheit und theoretischen Kenntnisse befähigten ihn besonders zum Lehrer, als welcher er sich auch sehr eifrig zeigte. Lehrzwecke veranlaßten ihn, eine Theorie der Malerkunst auszuarbeiten. Das Werk sollte im Druck erscheinen, doch wurde nur der erste Band fertig. Das Manuscript in französischer Sprache befindet sich gegenwärtig in der Bibliothek der Kunstakademie zu Dresden. Noch schrieb er einen Versuch über die Antiken des Dresdener Cabinets in italienischer Sprache wovon die N. Bibl. d. sch. Wissensch. eine Uebersetzung enthält.

    • Literatur

      Nachrichten von allen in Dresden lebenden Künstlern. Gesammelt und herausgegeben von J. Keller, Leipzig 1788.

  • Autor/in

    C. Clauß.
  • Empfohlene Zitierweise

    Clauß, Carl, "Casanova, Giovanni Battista" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 39-40 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100074642.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA