Lebensdaten
1531 bis 1582
Geburtsort
Niederaltaich (Niederbayern)
Beruf/Funktion
Dichter ; Jurist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100019668 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Aurbach, Johannes
  • Auerbach, Johannes
  • Johannes Altanus (Beiname (d.h. der Altaicher))
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Zitierweise

Aurpach, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100019668.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bauer;
    Anna, T des Thomas Strasser, Ratsherr zur Wasserburg;
    S Hieronymus „von“ Aurbach (Namensform der Nachkommen), Advokat und Kurfürstlicher Geheimer Sekretär in München, herzoglicher Rat in Landshut und Ingolstadt, bischöflicher Geheimer Rat und Kanzler in Freising;
    E Johann Gundacker von Aurpach, Hofkammerdirektor in München; Schwager Hieronymus Keiß, bayerischer Vizekanzler.

  • Leben

    A. bezog nach dem Besuch der Klosterschule in Niederaltaich die Universität Ingolstadt (immatrikuliert 16.5.1548), wo er bei Veit vom Amerbach Rhetorik hörte und das Dichten lernte. 1554 erschienen seine ersten neulateinischen Gedichte in späthumanistischem und christlichem Geist. Dank einem Gönner, dem|fränkischen Ritter Leonrod von Arberg, ging er Ende 1554 nach Padua. Hier knüpfte er Freundschaft mit Peter Lotichius. Zur Zeit der Pest zog er sich in das Dorf Arsego zurück, in musischer Abgeschiedenheit entstand sein zweites Gedichtbändchen (1557). Alsbald zog der wanderlustige Scholar nach Frankreich, nach Paris, Angers und holte sich bei Johann Grachus den juristischen Doktorhut. Nachdem er 1561 in die bayerische Heimat zurückgekehrt war, bediente sich seiner Herzog Albrecht V. in dem Rechtsstreit gegen den lutherischen Grafen Joachim von Ortenburg. 1567 trat A. in die Dienste des Bischofs Kölderer in Regensburg. Neben seiner theoretischen und praktischen juristischen Tätigkeit hatte er noch Muße zu ansprechenden Gelegenheitsdichtungen. Seine anakreontischen Oden fanden in Johann Engerd einen begeisterten Übersetzer.

  • Werke

    u. a. Poematum libri IV, Augsburg 1554;
    Poematum libri II, Padua 1557;

    Anacreonticorum Odae, München 1570 (dt. v. J. Engerd, Ingolstadt 1584);

    Singularium Allegationum libri II, Köln 1571;
    s. a. Gesamtkat. d. preuß. Bibl. VIII, Sp. 678 f.

  • Literatur

    ADB I;
    G. Westermayer, J. A., ein bayer. Humanist, in: Hist-polit. Bll., Bd. 100, 1887, S. 489 bis 505;
    S. Riezler, Gesch. Baierns VI, 1903, S. 334;
    W. Stammler, Von d. Mystik z. Barock, 1927, S. 72, 21950, S. 131; s. a.
    Schottenloher I.

  • Autor/in

    Ulrich Thürauf
  • Empfohlene Zitierweise

    Thürauf, Ulrich, "Aurpach, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 457 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100019668.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Aurpach: Johann A., (seltener Aurbach) Altanus, d. h. aus Nieder-Altaich, deutscher Jurist des 16. Jahrhunderts. Geburtstag 5. Februar, Jahr nicht bekannt. Er studirte um 1554 zu Ingolstadt, wo er in diesem Jahr 4 Bücher „Poematum“ herausgab, welchen 1557 noch 2 Bücher folgten, deren Dedication aus Passau datirt ist. A. studirte hier damals mit Unterstützung Joh. Georgs von Leonrod. Seine Briefe (s. u.) sind datirt 1559 aus Ingolstadt, 1560 aus Paris und Orleans, Dec. 1560 — Jan. 62 aus Angers, 1562 wieder aus Orleans, wo er damals, wie es scheint, zum Doctor der Rechte promovirte, dann aus Ingolstadt, 1562 u. 64 aus Landshut, 1563—65 aus München. Hier stand er im Dienste Herzog Albrechts von Baiern, der ihn im Dec. 1563 wider den zum Protestantismus übergetretenen Grafen Joachim v. Ortenburg gebrauchte. 1570 erscheint er als fürstbischöflicher Kanzler zu Regensburg in der an Bischof Urban von Passau gerichteten Dedication seiner „Odae Anacreonticorum“. Joh. Engert, Prof. zu Ingolstadt, welcher 1583 eine zweite mit deutscher Uebersetzung versehene Ausgabe dieser Oden drucken ließ, bezeichnet den Verfasser auf dem Titel als verstorben. — Aus dem Regensburger Cancellariat, während dessen er 1576 am Reichstag den Bischof von Trient und andere Reichsstände vertrat, scheint A. schon vor 1582 geschieden zu sein. Außer den angeführten latein. Poesien schrieb er: „Epistolarum juridicarum, quae consiliorum vice esse possunt, libr. IV.“ 1566; ferner „Singularium allegationum ad communem rerum usum accommodat. libr. II.“ 1571. Von den Briefen veranstaltete sein Sohn Hieronymus zu Ingolstadt 1606 eine neue Ausgabe in 6 Büchern (wahrscheinlich Verschmelzung der Briefe mit den Allegationen). Im „Appendix ad Vol. III. thesauri consiliorum Georgii Dedekennii“ p. 33 findet sich von A. ein „Judicium de duobus insciis parentibus inter se matrimonium contrahentibus“.

  • Autor/in

    Muther.
  • Empfohlene Zitierweise

    Muther, Theodor, "Aurpach, Johannes" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 692 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100019668.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA