Lebensdaten
1888 – 1961
Geburtsort
Worms
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Politiker ; Redakteur ; Publizist ; Journalist ; Politologe ; Kaufmännischer Angestellter
Konfession
jüdisch, seit 1908 konfessionslos
Normdaten
GND: 116754494 | OGND | VIAF: 3230408
Namensvarianten
  • Hertz, Paul

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Zitierweise

Hertz, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116754494.html [14.08.2022].

CC0

  • Kritische Würdigung

    Als langjähriger Leiter der SPD-Reichstagsfraktion übernahm Paul Hertz nach seiner Emigration von 1933 bis 1938 eine Führungsfunktion in der Exil-SPD (Sopade). Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1949 hatte er als Experte für Finanz- und Steuerpolitik großen Anteil am Wiederaufbau von West-Berlin.

    Lebensdaten

    Geboren am 23. Juni 1888 in Worms
    Gestorben am 23. Oktober 1961 in Berlin
    Grabstätte Waldfriedhof Zehlendorf (Ehrengrab) in Berlin-Nikolassee
    Konfession jüdisch, seit 1908 konfessionslos
    Paul Hertz, IISG (Amsterdam) (InC)
    Paul Hertz, IISG (Amsterdam) (InC)
  • Lebenslauf

    23.·Juni 1888 - Worms

    1894 - 1897 - Hamburg

    Schulbesuch

    Stiftungsschule von 1815

    1897 - 1903 - Stettin (Westpommern, heute Szczecin, Polen)

    Schulbesuch (abgebrochen)

    Mittelschule

    1903 - 1906 - Stettin

    Kaufmannslehre (abgebrochen)

    Fa. Proskauer & Tannenwald

    August 1904 - Stettin

    Eintritt

    Zentralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands

    Januar 1905 - Stettin

    Eintritt

    SPD

    1906 - 1910 - Hamburg; Breslau; Köln; Frankfurt am Main; Stuttgart; Straßburg

    Angestellter, Sekretär, Reisender Gewerkschaftsbeamter, Gauleiter

    Zentralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands

    1910/11 - 1911/12 - München

    Studium der Nationalökonomie und Geschichte (außerordentlicher Student)

    Universität

    1912 - 1914 - Tübingen

    Studium der Nationalökonomie, Geschichte, des Öffentlichen Rechts und der Kommunalpolitik (Begabtenförderung)

    Universität

    19.2.1914 - Tübingen

    Promotion (Dr. rer. pol.)

    Universität

    März 1914 - August 1914 - Leipzig

    Redaktionsvolontär

    Leipziger Volkszeitung

    August 1914 - Oktober 1917 - Ostfront

    Kriegsdienst

    9. Westpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 176

    Oktober 1917

    Eintritt

    Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands

    November 1917 - Februar 1919 - Berlin

    Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter; Referent

    Reichsstelle für Gemüse und Obst im Kriegs- bzw. Reichsernährungsamt

    1919 - 1922 - Berlin

    Wirtschaftsredakteur; Publizist

    USPD-Zeitschrift „Die Freiheit“

    1919 - 1925 - Berlin-Charlottenburg

    Stadtverordneter; Publizist

    Ernährung, Finanzen, Steuerwesen

    1920 - 1933 - Berlin

    Abgeordneter der USPD, seit 1922 wieder SPD

    Reichstag

    1933 - Berlin

    Wahl in den Parteivorstand

    SPD

    1933 - Prag

    Emigration

    1933 - August 1938 - Prag; Paris

    Vorstandsmitglied

    Exil-SPD (Sopade)

    1933 - 1936 - Prag

    Redakteur

    Zeitschrift für Sozialismus

    1933 - 1938 - Prag

    Herausgeber; Redakteur

    Sozialistische Aktion

    1934

    Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft

    1936 - 1938 - London

    Mitglied des Beirats

    Internationale Hohe Kommission für die Flüchtlinge aus Deutschland beim Völkerbund

    1938 - 1939 - Paris

    Mitarbeit an der Einigung der sozialistischen Emigration und der Zusammenarbeit mit französischer Opposition; Publizist

    Neu Beginnen; Vereinigung deutscher Sozialdemokraten in Paris; Arbeitsausschuss Deutscher Sozialisten und der Revolutionären Sozialisten Österreichs; Deutsch-Französische Union

    Oktober 1939 - New York City

    Flucht in die USA

    1939 - 1949 - New York City; Los Angeles

    Flüchtlingshilfe; Vorsitz der deutschsprachigen Gruppe; Vorträge; humanitäre Hilfe für Nachkriegs-Deutschland; Publizist

    American Friends of German Freedom, seit 1944 American Association for a Democratic Germany

    April 1940 - Dezember 1942 - Los Angeles

    Kurse u. a. in Steuerrecht

    1943 - 1945 - New York City

    Mitinitiator, Mitglied u. a. des Wirtschaftsausschusses; Publizist

    Council for a Democratic Germany

    1943 - Sommer 1949 - New York City

    freier Steuerberater und Wirtschaftsprüfer

    1946 - 1955

    US-amerikanischer Staatsbürger (bereits 1951 durch „Oath of Abdication“ abgeschworen)

    September 1949 - Berlin-West

    Rückkehr nach Deutschland

    1949 - 1950 - Berlin-West

    Berater

    Magistrat

    1950 - 1951 - Berlin-West

    Leitender Magistratsdirektor für Banken, Versicherungen und Verwaltung der GARIOA- und ERP-Mittel (Hilfsprogramm für die von den Alliierten besetzten Zonen und Marshallplan)

    Magistrat

    1951

    Wiedererhalt der deutschen Staatsbürgerschaft

    1951 - 1953 - Berlin-West

    Senator für Marshallplan und Kreditwesen

    Senat

    1953 - 1955 - Berlin-West

    Bevollmächtigter für das Kreditwesen, Verantwortlicher für das Berliner Notstandsprogramm

    Senat

    1955 - 1961 - Berlin-West

    Senator für Wirtschaft und Kredit

    Senat

    1955 - 1961 - Berlin-West

    Abgeordneter der SPD

    Abgeordnetenhaus

    23.·Oktober 1961 - Berlin
  • Genealogie

    Vater Carl (Karl) Hertz geb. 1851 Kaufmann; 1885–1891 Mitinhaber der Bekleidungsfirma Bamberger & Hertz
    Großvater väterlicherseits Emanuel Hertz 1816–1897 Kaufmann
    Großmutter väterlicherseits Philippina Hertz, geb. Spier geb. 1818
    Mutter Hermine Hertz, geb. Strauß geb. 1857
    Großvater mütterlicherseits Jacob Strauß Lehrer in Grünstadt (Pfalz)
    Großmutter mütterlicherseits Helene Strauß, geb. Walter
    Bruder Julius Hertz geb. 1881 geb. in Worms; später Emigration in die USA
    Schwester Helene (Hella) Hertz geb. 1882 geb. in Worms; später Emigration in die USA
    Bruder Emil Hertz geb. 1884 geb. in Worms; später Emigration in die USA
    Bruder Ludwig (Louis) Hertz 1886–1954 geb. in Worms; später Emigration in die USA
    Bruder Friedrich Hertz geb. 1889 im Kindesalter verstorben
    Schwester Anna Hertz 1893–1988 geb. in Hamburg; später Emigration in die USA (Los Angeles)
    Schwester Emmy Hertz 1897–1992 geb. in Stettin (Westpommern, heute Szczecin, Polen); später Emigration in die USA (Los Angeles)
    Heirat 14.4.1914 in Leipzig
    Ehefrau Johanna Loeb-Gernsheimer 1886–1973 SPD-Mitglied; Autorin, Übersetzerin
    Schwiegervater Hermann Loeb gest. ca. 1921 Rabbiner
    Schwiegermutter Henriette Loeb, geb. Levystein 1858– ca. 1929
    Sohn Wilfried Hertz 1915–1999 Umbenennung 1939 in den USA zu Fred W. Berg; 1933–1953 u. a. Maschinist; 1953–1954 vom State Department detachierter Gewerkschaftsberater (Labor Consultant) in Berlin-West (Fred W. Berg-Projekt); 1954–1959 Drucker; 1959–1965 Labor Consultant, als solcher 1959/60 in Berlin-West; 1965–1977 Steuerprüfer (Tax Auditor)
    Enkel Arthur Berg geb. 1947 Dr. iur., seit 1973 Rechtsanwalt
    Enkel Henry Berg geb. 1951 1980–2013 Architekt
    Tochter Hilda H. Golden, geb. Hertz 1919–2012 1962–1986 Professorin für Soziologie an der University of Massachusetts, Amherst
    Enkelin Olivia Golden geb. 1955 Ph.D., Autorin; Sozialpolitikerin, seit 1985 leitende Funktionen auf dem Gebiet von Kinder-, Jugend- und Familienfürsorge und -Gesetzgebung (u. a. 1993–2001 Assistant Secretary for Children and Families beim U.S. Department of Health and Human Services); seit 2013 Executive Director of the Center of Law and Social Policy
    Enkel Daniel Golden geb. 1957 Journalist (v. a. The Wall Street Journal) und Publizist; 2004 Pulitzer Prize for Beat Reporting
  • Biografie

    alternativer text
    Paul Hertz, IISG (Amsterdam) (InC)

    Aus einem eher liberal geprägten jüdischen Elternhaus stammend, besuchte Hertz eine gemischt-konfessionelle Stiftungsschule in Hamburg und eine Mittelschule in Stettin (Westpommern, heute Szczecin, Polen), die er 1903 aus finanziellen Gründen vor Erreichen des Abiturs verlassen musste. Anschließend begann er eine kaufmännische Lehre, die er 1906 abbrach. Seither arbeitete er im Dienst des Zentralverbands der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands als reisender Berater und Gauleiter für soziale Angelegenheiten. Seit dem Wintersemester 1910/11 studierte er Nationalökonomie, Geschichte, Öffentliches Recht und Kommunalpolitik in München und Tübingen. Seine prägenden Hochschullehrer waren die Kathedersozialisten Lujo Brentano (1844–1931) und Robert Wilbrand (1875–1954), bei dem er im Februar 1914 zum Dr. rer. pol. promoviert wurde.

    Im August 1914 meldete sich Hertz als Kriegsfreiwilliger und wurde als Gefreiter an der Ostfront eingesetzt. Im Oktober 1917 aus dem Kriegsdienst entlassen, trat er der USPD bei. Hertz befürwortete langfristig eine sozialistische Revolution, basierend auf starken revolutionären Kräften und einer realistischen Einschätzung der ökonomischen Grundlagen. Beeinflusst von Emanuel Wurm (1857–1920), votierte er für Genossenschaften als demokratisch-sozialistischen Wirtschaftsformen im Kapitalismus.

    Seit 1919 war Hertz Wirtschaftsredakteur des USPD-Organs „Die Freiheit“ und Stadtverordneter für Ernährung, Finanzen, Steuerwesen in (Berlin-)Charlottenburg. 1920 in den Reichstag gewählt, wechselte er 1922 in die SPD-Fraktion, die er bis 1933 als Sekretär führte. Seine Leitlinien waren die Verteidigung der Republik, die Wahrung sozialdemokratischer Grundwerte und die Förderung des Zusammenhalts der Parteiflügel auf der Basis innerparteilicher Demokratie. Seinem Parteigenossen Wilhelm Keil (1870–1968) folgend, begriff Hertz die Lösung sozialer Fragen als Aufgabe der Finanz- und Steuerpolitik. Die ihm im Dezember 1929 von Reichskanzler Hermann Müller (1876–1931) angebotene Übernahme des Finanzministeriums lehnte er ab, weil die dringende Sanierung des Staatshaushalts weiteren Sozialabbau erfordert hätte, den er nicht verantworten wollte.

    Überzeugt, die nach dem Reichstagsbrand verbotene Parteipresse retten zu können, reiste Hertz Ende März 1933, nach einer Aufforderung Hermann Görings (1893–1946) an die SPD, nach Kopenhagen und Stockholm, um kritischen Berichten der sozialdemokratischen Auslandspresse über den Terror des SA entgegenzutreten. Von Verhaftung bedroht, floh er kurz nach der Wahl in den Parteivorstand der SPD am 26. April 1933 nach Prag. Hier wurde er besoldetes Mitglied der Geschäftsführung des Exil-Vorstands der SPD (Sopade) und Mittler zu den Genossen in anderen Exilorten, in Deutschland sowie im Freistaat Danzig.

    Das „Prager Manifest“ der Sopade vom Januar 1934 bestärkte ihn in seinen revolutionär-kämpferischen Vorstellungen über publizistisches und organisatorisches Wirken im Exil. Als Redakteur der „Zeitschrift für Sozialismus“ (1933–1936) legte er einen Schwerpunkt auf die Analyse der politischen Folgen und Herausforderungen der NS-Herrschaft. Die Zeitung „Sozialistische Aktion“ (1933–1938), zunächst ein Agitationsblatt des Parteivorstands, machte er 1936 zu einem politischen Informationsorgan für Kader. Innerhalb der Sopade plädierte Hertz 1935/36 bei klarer ideologischer Abgrenzung für eine sachliche Zusammenarbeit mit der KPD in humanitären Fragen und für eine Beteiligung der SPD am Aufbau einer Volksfont zum Sturz des NS-Regimes. Von 1936 bis 1938 war er einer der drei Vertreter der deutschen Emigration im Internationalen Beirat des Hohen Kommissars für die Flüchtlinge aus Deutschland beim Völkerbund.

    Im März 1938 zog Hertz nach Paris, wo die Auseinandersetzungen über die Struktur der Sopade und über die mögliche Bündelung der sozialdemokratischen Gruppen zu einer „Sozialistischen Konzentration“ zum Bruch führten. Hertz bekannte sich in der Folgezeit zur Exil- und Widerstandsgruppe „Neu Beginnen“. 1939 trat er mit der von ihm gegründeten Vereinigung deutscher Sozialdemokraten in Paris dem Arbeitsausschuss Deutscher Sozialisten und der Revolutionären Sozialisten Österreichs und mit diesem der Deutsch-Französischen Union (Union Franco-Allemande) bei. Sein Ziel war es, eine internationale Kampagne zur Verhinderung, mindestens zum Aufschub des drohenden Krieges zu starten.

    Im Oktober 1939 emigrierte Hertz in die USA und wurde in New York City als freier Steuerberater und Wirtschaftsprüfer tätig. Er engagierte sich im Rahmen der American Friends of German Freedom (seit 1944 American Association for a Democratic Germany) in der Flüchtlingshilfe und sprach vor sozialpolitischen Verbänden, Gewerkschaften und Universitäten über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Deutschlands und Europas. 1943 war er Mitinitiator des im April 1944 an die Öffentlichkeit getretenen Council for a Democratic Germany. Seine für dessen Wirtschaftsausschuss verfassten Memoranden „Die Wiedereingliederung Deutschlands in weltwirtschaftliche Zusammenhänge“ und „Geld und Kreditwesen“ konnten die Nachkriegsplanungen der USA aber nicht beeinflussen.

    1949 holte der regierende Bürgermeister Ernst Reuter (1889–1953) Hertz nach West-Berlin. Hier war er u. a. als Finanzberater des Magistrats (1949), Senator für Marshallplan und Kreditwesen (1951–1953), Bevollmächtigter für Kreditwesen mit Schwerpunkt Notstandsprogramm (1953–1955) und – nach der Zusammenlegung des Ressorts für Kredit mit dem für Wirtschaft und Ernährung einschließlich Wohnungsbau-Kreditanstalt und Preisamt – als Senator für Wirtschaft und Kredit (1955–1961) tätig. Hertz kombinierte seine Lehren aus der Zeit der Weimarer Republik und des US-Exils („New Deal“) zu einer gemischt gelenkten und liberalen Wirtschaftspolitik, flankiert von den Gewerkschaften.

    Bis zum Bau der Berliner Mauer im August 1961 gelang es unter der Leitung von Hertz, die isolierte Trümmerstadt von 1949 wirtschaftlich, sozial, kulturell und politisch zu einem Faktor des freiheitlich-demokratischen Westens zu entwickeln. Dabei kamen ihm die US-Kontakte der Exiljahre und von 1953 bis 1959 v. a. die enge Zusammenarbeit mit der Beauftragten des State Department für West-Berlin, Eleanor Lansing-Dulles (1895–1996), zugute.

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    1954 Silberne Verbandsnadel der Deutschen Angestelltengewerkschaft
    1957 Ehrenring des Berliner Handwerks
    1958 Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband von West-Berlin
    1958 Ernst-Reuter-Medaille
    1962 Paul-Hertz-Siedlung, Berlin-Charlottenburg Nord
    1963 Paul-Hertz-Haus – House of Nations und Paul-Hertz-Heim, Genter Str. 51–53, Berlin-Wedding
    1965 Bronzebüste, Lichtenbergstraße, Berlin-Charlottenburg Nord
    2014 Gedenktafel am Sockel der Bronzebüste (Onlineressource)
    • Quellen

      Nachlass:

      Internationales Institut für Sozialgeschichte (IISG), Amsterdam, Bestand ARCH00563 (Paul Hertz Papers, 1903–1963 und Nachträge, Hauptnachlass). (weiterführende Informationen)

      Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Bonn. (Teilnachlass)

      Landesarchiv Berlin, E Rep. 200-72. (Teilnachlass, 1951–1961)

      Weitere Archivmaterialien:

      Internationales Institut für Sozialgeschichte (IISG), Amsterdam: Korrespondenz v. Hertz in den Beständen ARCH00026 (Otto Bauer Papers, 1934–1938), ARCH00062 (Werner Blumenberg Papers, 1946–1965), ARCH00424 (Karl Boromaeus Frank Papers, 1940–1958), ARCH00712 (Karl Kautsky Papers, 1918–1938).

      Internationales Institut für Sozialgeschichte (IISG), Amsterdam: Bestand ARCH01004 (Neu Beginnen Archives, 1931–1946).

      Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Bonn: Emigration Sopade; Nachlass Willy Brandt.

      Landesarchiv Berlin: E Rep. 200-18 (Nachlass Hans E. Hirschfeld); E Rep. 200-21 (Nachlass Ernst Reuter); E Rep. 200-17 (Nachlass Otto Suhr); E Rep. 010 (Senatsverwaltung für Wirtschaft); E Rep. 010-02 (Senatsverwaltung für Wirtschaft und Ernährung).

      Landesverwaltungsamt Berlin: Entschädigungsakte.

      Deutsches Exilarchiv 1933-1945, Frankfurt am Main: EB 73/021-D (Akten des Emergency Rescue Committee, New York); EB 70/117 (Archiv der American Guild for Cultural Freedom).

      Gedruckte Quellen:

      John M. Spalek/Adrienne Ash/Sandra H. Hawrylchak, Guide to the Archival Material of the German-speaking Emigration to the United States – Verzeichnis der Quellen und Materialien der deutschsprachigen Emigration in den USA seit 1933, 3 Bde., 1978–1997, hier Bd. 1 u. 2.

      Inventar zu den Nachlässen der deutschen Arbeiterbewegung. Für die zehn westdeutschen Bundesländer und West-Berlin, im Auftrag des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, bearb. v. Hans-Holger Paul, 1993.

      Quellen zur deutschen politischen Emigration 1933–1945. Inventar von Nachlässen, nichtstaatlichen Akten und Sammlungen in Archiven und Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland, hg. im Auftrag der Herbert und Elsbeth Weichmann Stiftung v. Heinz Boberach, 1994.

      Marlies Buchholz/Bernd Rother (Hg.), Der Parteivorstand der SPD im Exil. Protokolle der Sopade 1933–1940, 1995.

    • Werke

      Monografien:

      Die Geschichte der sozialistischen Gewerkschaftspresse in Deutschland, 1914 (Diss. phil., ungedruckt, Manuskript in IISG, ARCH00563 (Paul Hertz Papers), 20, XXV, siehe Quellen).

      Die Münchener Tragödie. Entstehung, Verlauf und Zusammenbruch der Räte-Republik, 1919.

      Kurt Boenheim/Paul Hertz, Der Mieterschutz, 1920.

      Paul Hertz/Richard Seidel, Arbeitszeit, Arbeitslohn und Arbeitsleistung. Tatsachen über die sozialpolitische und die volkswirtschaftliche Bedeutung des Achtstundentages in Deutschland und im Auslande, 1923.

      Das Millionengeschenk an die Ruhrindustriellen, 1925.

      Die Lohnsteuer und ihre Erleichterungen und Ermäßigungen, 1925.

      Preispolitik, Gehaltsabbau, Steuern. Rede auf dem 4. Verbandstag des ZdA in Stuttgart 1930 über „öffentliche Belastung und Wirtschaftsentwicklung“, 1930.

      „Die Wiedereingliederung Deutschlands in weltwirtschaftliche Zusammenhänge“, Memorandum, 11. September 1944, in: Ursula Langkau-Alex/Thomas M. Ruprecht (Hg.), Was soll aus Deutschland werden? Der Council for a Democratic Germany in New York, 1944–1945. Aufsätze und Dokumente, 1995, S. 181–188.

      „Geld und Kredit-Wesen“, 26. März 1945, in: Ursula Langkau-Alex/Thomas M. Ruprecht (Hg.), Was soll aus Deutschland werden? Der Council for a Democratic Germany in New York, 1944–1945. Aufsätze und Dokumente, 1995, S. 203 f.

      Kreditaktionen in Westberlin, 1952.

      Aufsätze:

      La réglementation de la répartition du blé, in: Friedrich Aereboe/G. Alexander (Hg.), L'Allemagne et la France. Leur Vie Economique et Politique en 1923–24, 1924, S. 163–169.

      L'agonie du mark et la situation alimentaire, in: ebd., S. 170–174.

      La journée de huit heures et les réparations, in: ebd., S. 232–237.

      Probleme der Finanz- und Steuerpolitik, in: Zweiter Gewerkschaftskursus des Reichsverbandes Deutscher Post- und Telegraphenbeamten e. V. 1930, S. 75–98.

      Reich und Reichsbetriebe unter dem Einfluß der Kreditverteuerung, in: Karl Riehl (Hg.), Wirkungen und Ursachen des hohen Zinsfußes in Deutschland, 1932, S. 507–572.

      Unsere Aufgaben und ihre Erfüllung, in: Zeitschrift für Sozialismus 12/13 (1934), S. 375–409.

      Eine Aufgabe. Die Schaffung der deutschen Volksfront, 1936.

      Paul Hertz/Alfred Vagts/Carl Zuckmayer, Carlo Mierendorf. Porträt eines deutschen Sozialisten. Gedächtnisreden, 1944.

      Berlin and U.S. Foreign Policy toward Germany, in: Columbia Journal of International Affairs 5 (1951), S. 45–52.

      Kreditmöglichkeiten für Westberlin, in: Berliner Morgenpost v. 30.1.–27.2.1955 (8 Teile).

      Dr. Paul Hertz hat das Wort. Ausgewählte Reichstagsreden, 1962.

    • Literatur

      Monografien:

      Siegfried Aufhäuser/Hans Hirschfeld/Kurt Mattick, Paul Hertz. Sein Weg und Wirken, 1962.

      Rosemarie Leuschen-Seppel, Zwischen Staatsverantwortung und Klasseninteresse. Die Wirtschafts- und Finanzpolitik der SPD zur Zeit der Weimarer Republik unter besonderer Berücksichtigung der Mittelphase 1924–1928/29, 1991. (L)

      Hilda Hertz Golden, On Becoming an American, 1998.

      Ursula Langkau-Alex, Deutsche Volksfront 1932–1939. Zwischen Berlin, Paris, Prag und Moskau, 3 Bde., 2004/05.

      Aufsätze und Artikel:

      Günter Plum, Volksfront, Konzentration und Mandatsfrage. Ein Beitrag zur Geschichte der SPD im Exil 1933–1939, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 18 (1970), S. 410–442. (Onlineressource)

      Ursula Langkau-Alex, Paul Hertz (1886–1963). Realpolitiker im Dienste der sozialdemokratischen Utopie, in: Peter Lösche/Michael Scholing/Franz Walter (Hg.), Vor dem Vergessen bewahren. Lebenswege Weimarer Sozialdemokraten, 1988, S. 145–169.

      Daniel Golden, An Exploration into my Grandfather’s Life, in: The Boston Globe Magazine v. 8. u. 15.7.1990.

      Ursula Langkau-Alex, „Es gilt die Menschen zu verändern....“ Zur Politik des Sozialdemokraten Paul Hertz im Exil, in: Thomas Koebner/Wulf Köpke/Claus-Dieter Krohn (Hg.), Politische Aspekte des Exils, 1990, S. 142–156.

      Felix Escher, Paul Hertz und die Übernahme der Initiative in der Berliner Wirtschaftspolitik der Nachkriegszeit der Berliner SPD, in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 40 (1991), S. 119–144. (L)

      Ursula Langkau-Alex/Thomas M. Ruprecht (Hg.), Was soll aus Deutschland werden? Der Council for a Democratic Germany in New York, 1944–1945. Aufsätze und Dokumente, 1995, S. 155–163, 181–188, 203 f. u. 270–277. (Qu)

      Ursula Langkau-Alex, Paul Hertz: „A strong man!“ Zum Einfluß des deutschen Sozialdemokraten auf Eleanor Lansing Dulles und andere amerikanische Politiker, in: Claus-Dieter Krohn/Martin Schumacher (Hg.), Exil und Neuordnung. Beiträge zur verfassungspolitischen Entwicklung in Deutschland nach 1945, 2000, S. 351–375. (Qu)

      Ursula Langkau-Alex, Vorstellungen der sozialistischen Emigration in den USA zur Neugestaltung Deutschlands im Spiegel der Akten des Office of Stratetic Services / Ideas and Policies among German Socialist Exiles in the United States in the Light of the Office of Strategic Services, in: Janós Jemnitz (Hg.), A demokraticus és szociális megújhodás. Tervek ésvalóság 1942–1945 / The Democratic and Social Progress. Plans and Reality 1942–1945, 1997, S. 69–79. (Qu)

      Ursula Langkau-Alex, Kommunikation über Grenzen hinweg. Sozialdemokratisch-sozialistisches Exil und Nach-Exil am Beispiel der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands und der Gruppe Neu Beginnen (1933-1961), in: Frank Ettrich/Dietmar Herz (Hg.), Willy Brandt. Politisches Handeln und Demokratisierung, 2015, S. 67–101.

      Ursula Langkau-Alex, Paul Hertz (Worms 1888 – West-Berlin 1961). Diener der Arbeiterbewegung, Logistiker in weltwirtschaftlichen Zusammenhängen, in: Michael R. Krätke/Max Reinhardt/Thilo Scholle/Stefan Stache (Hg.), SPD-Linke zwischen Revolution, linken Bewegungen und radikalem Reformismus. Linker Aufbruch in Geschichte und Biografien, 2021, S. 188–201.

      Handbuch- und Lexikonartikel:

      N. N., Art. „Hertz, Paul“, in: Werner Röder/Herbert A. Strauss (Bearb.), Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933, Bd. 1, hg. v. Institut für Zeitgeschichte und v. d. Research Foundation for Jewish Immigration, 1980, S. 287 f.

      Willy Albrecht, Art. „Hertz, Paul“, in: Wolfgang Benz/Hermann Graml (Hg.), Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik, 1988, S. 139.

      M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung, 1933–1945. Eine biographische Dokumentation, hg. v. Martin Schumacher, 3. erhebl. erw. u. überarb. Aufl. 1994, S. 192–194.

      Siegfried Heimann, Politische Remigranten in Berlin, in: Claus-Dieter Krohn/Patrick von zur Mühlen (Hg.), Rückkehr und Aufbau nach 1945. Deutsche Remigranten im öffentlichen Leben Nachkriegsdeutschlands, 1997, S. 193–215.

      Andreas Herbst, Art. „Hertz, Paul SPD“, in: Biografisches Handbuch der Berliner Stadtverordneten und Abgeordneten 1946–1963, bearb. v. Werner Breunig/Andreas Herbst, 2011, S. 122. (P)

      Tonträger:

      Ursula Langkau-Alex, Das Leben und Wirken von Paul Hertz. Vortrag vor der SPD-Abteilung Berlin-Charlottenburg mit anschließender Diskussion, (22. September 2015), IISG BG CD2/926.

      Cornelia Gerlach, Paul Hertz und die amerikanischen Freunde (Kulturtermin – Kultur & Zeitgeschichte), Rundfunk Berlin-Brandenburg (2015), IISG BG CD2/927.

    • Onlineressourcen

    • Porträts

      Fotografie, ca. 1910, Atelier Adolf Stolle (Hamburg), in: Internationales Institut für Sozialgeschichte (Amsterdam), Bestand ARCH00563: Paul Hertz Papers, 1903–1963 und Nachträge, Inventar-Nr. E 54.

      Fotografie, ca. 1912, Atelier Adalbert Werner (München), in: ebd.

      Fotografie, ca. 1919, Transocean G.m.b.H. (Berlin), in: ebd.

      Fotografie, 1929, Keystone View Company, Inc. (New York/Berlin), in: ebd.

      zwei Passfotografien (1930) und eine weitere Fotografie (1932) in: ebd. (Fotograf und Ort jeweils unbekannt).

      25 Fotografien von Hertz aus dessen Privatbesitz, in: Internationales Institut für Sozialgeschichte (Amsterdam), Bestand Portrait Paul Hertz, davon echte Porträts: Nr. 1: Fotografie von Zeichnung, ca. 1955 (Fotograf, Zeichner, Ort unbekannt); Nr. 8: Fotografie, wahrscheinlich Passfoto, 1958, wahrscheinlich Berlin (Fotograf unbekannt); Nr. 9: Fotografie, ca. 1954, wahrscheinlich Berlin (Fotograf unbekannt), Nr. 10: Fotografie, ca. 1959, wahrscheinlich Berlin (Fotograf unbekannt). (Onlineressource)

      Fotografie, ca. 1920, Abbildung in: Reichstags-Handbuch. I. Wahlperiode 1920, hg. v. Bureau des Reichstags, 1920, S. 424. (Onlineressource)

      Fotografie, ca. 1928, Abbildung in: Reichstags-Handbuch. IV. Wahlperiode 1928, hg. v. Bureau des Reichstags, 1928, S. 484. (Onlineressource)

      Fotografie, ca. 1930, Abbildung in: Reichstags-Handbuch. V. Wahlperiode 1930, hg. v. Bureau des Reichstags, 1930, S. 534. (Onlineressource)

  • Autor/in

    Langkau-Alex, Ursula (Amsterdam)

  • Zitierweise

    Langkau-Alex, Ursula, „Hertz, Paul“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.07.2022, URL: https://www.deutsche-biographie.de/116754494.html#dbocontent.

    CC-BY-NC-SA