Doderer, Heimito von

Lebensdaten
1896 – 1966
Geburtsort
Hadersdorf-Weidlingau (heute Wien)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Historiker ; Journalist
Konfession
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Normdaten
GND: 118526162 | GND-Explorer | OGND | VIAF
Namensvarianten

  • Doderer, Franz Carl Heimito von / Künstlername seit 1938
  • Doderer, Franz Carl Heimito Ritter von / bis 1919
  • Doderer, Franz Carl Heimito / seit 1919
  • Nemo / Pseudonym (1929)
  • Ottokar Stix / Pseudonym (1932)
  • René Stangeler / Pseudonym (1947/48)
  • Doderer, Heimito von
  • Doderer, Franz Carl Heimito von / Künstlername seit 1938
  • Doderer, Franz Carl Heimito Ritter von / bis 1919
  • Doderer, Franz Carl Heimito / seit 1919
  • Nemo / Pseudonym (1929)
  • nemo / pseudonym
  • Ottokar Stix / Pseudonym (1932)
  • ottokar stix / pseudonym
  • René Stangeler / Pseudonym (1947/48)
  • rene stangeler / pseudonym
  • Doderer, Franz Carl Heimito von
  • René, Stangeler
  • Stangeler, Rene
  • Von Doderer, Heimito
  • Doderer, Chajmito fon
  • Dodereri, Haimito p̕on
  • დოდერერი, ჰაიმიტო ფონ
  • Додерер, Хаймито фон
  • b17
  • b18
  • Doderer, Franz Karl Heimito von / Künstlername seit 1938
  • Doderer, Franz Karl Heimito Ritter von / bis 1919
  • doderer, franz carl heimito ritther von / bis 1919
  • Doderer, Franz Karl Heimito / seit 1919
  • Doderer, Franz Karl Heimito von

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Zitierweise

Doderer, Heimito von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118526162.html#indexcontent [01.10.2026].

CC0

  • Doderer, Franz Carl Heimito von (Künstlername seit 1938; bis 1919 Franz Carl Heimito Ritter von Doderer; seit 1919 Franz Carl Heimito Doderer)

    Pseudonyme: Nemo (1929); Ottokar Stix (1932); René Stangeler (1947/48)

    1896 – 1966

    Schriftsteller

    Heimito von Doderers literarische Karriere setzte nach dem Ersten Weltkrieg ein und verlief jahrzehntelang unstet. Der Durchbruch gelang ihm mit dem Roman „Die Strudlhofstiege“ (1951). Doderer galt fortan als Österreichs bedeutendster lebender Schriftsteller und verteidigte diesen Rang, trotz früherer nationalsozialistischer Verstrickung, mit dem Roman „Die Dämonen“ (1956) und anderen Erzählwerken bis zu seinem Lebensende.

    Lebensdaten

    Geboren am 5. September 1896 in Hadersdorf-Weidlingau (heute Wien)
    Gestorben am 23. Dezember 1966 in Wien
    Grabstätte Friedhof Grinzing, Gruppe 10, Reihe 2, Nummer 1 (Ehrengrab) in Wien
    Konfession evangelisch-lutherisch, seit 1940 römisch-katholisch
    Heimito von Doderer, BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Timpe (InC)
    Heimito von Doderer, BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Timpe (InC)
  • 5. September 1896 - Hadersdorf-Weidlingau (heute Wien)

    1902 - 1914 - Wien

    Schulbesuch (Abschluss: Matura)

    Übungsschule und k. k. Staatsgymnasium Kundmanngasse

    1915 - Wien

    einjährig-freiwilliger Militärdienst

    k. u. k. Dragonerregiment Friedrich August König von Sachsen Nr. 3

    1916 - 1920 - Russland; Krasnaja Rjetschka bei Chabarowsk; Nowo-Nikolajewsk (heute Nowosibirsk); Krasnojarsk (alle Russland)

    Kriegsdienst (zuletzt Leutnant); seit 12.7.1916 russische Kriegsgefangenschaft

    1920 - 1925 - Wien

    Studium der Geschichtswissenschaft und Psychologie

    Universität

    1925 - Wien

    Promotion (Dr. phil.)

    Universität

    1927 - 1934 - Wien

    freiberuflicher Journalist

    u. a. Der Tag (später Der Wiener Tag); Der Abend; Neues Wiener Extrablatt; Deutschösterreichische Tages-Zeitung

    1.4.1933 - 1945

    Mitglied

    NSDAP

    1940 - 1945 - v. a. Südfrankreich; Sowjetunion; Wien; Norwegen

    Kriegsdienst (zuletzt Hauptmann der Luftwaffe); britische Kriegsgefangenschaft

    1946 - Wien

    Rückkehr

    1948 - 1950 - Wien

    Kursteilnehmer

    Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität

    23. Dezember 1966 - Wien

    Kindheit, Jugend, Kriegsdienst und Studium

    Doderer wuchs in einer großbürgerlich-aristokratischen Familie in Wien-Landstraße und auf deren Sommersitz Riegelhof in Prein an der Rax (Niederösterreich) auf. Seit 1902 besuchte er die Übungsschule der Lehrerbildungsanstalt in der Kundmanngasse, danach das dortige k. k. Staatsgymnasium. Nach der Matura schrieb er sich 1914 an der Universität Wien für Rechtswissenschaften ein, meldete sich aber im April 1915 zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im k. u. k. Dragonerregiment Friedrich August König von Sachsen Nr. 3. Ab Anfang 1916 leistete er Kriegsdienst und geriet im Juli 1916 in russische Gefangenschaft, die er in sibirischen Lagern verbrachte. Hier unternahm er erste literarische Versuche, die 1991 u. d. T. „Die sibirische Klarheit“ veröffentlicht wurden.

    Seit August 1920 zurück in Wien, studierte Doderer hier Geschichtswissenschaft mit Nebenfach Psychologie, u. a. bei Alfons Dopsch (1868–1953), Oswald Redlich (1858–1944), Heinrich Srbik (1878–1951) und Hermann Swoboda (1873–1963). Einfluss auf seine geistige Entwicklung hatten zudem die Werke Otto Weiningers (1880–1903) und Oswald Spenglers (1880–1936). 1925 wurde er mit der von Redlich betreuten Dissertation „Zur bürgerlichen Geschichtsschreibung in Wien während des 15. Jahrhunderts“ zum Dr. phil. promoviert. Noch während des Studiums erschienen im Kleinverlag seines ehemaligen Lagerkameraden Rudolf Haybach (1886–1983) mit der Gedichtsammlung „Gassen und Landschaft“ (1923 als Handpressedruck) und der Erzählung „Die Bresche“ (1924) seine ersten literarischen Veröffentlichungen, deren Talent mehrere kleine Rezensionen hervorhoben.

    1928 verließ Doderer sein Elternhaus und wohnte bis nach dem Zweiten Weltkrieg meist in wechselnden Wohngemeinschaften. Schriftstellerisch noch ohne Erfolg, lieferte er während der folgenden Jahre für Wiener Zeitungen Feuilletons, Kulturartikel und Erzählungen. Zwei Buchveröffentlichungen des Jahres 1930 markieren die beiden Seiten seiner literarischen Entwicklung: In der dem zeitlebens als Lehrer verehrten Maler und Schriftsteller Albert Paris Gütersloh (1887–1973) gewidmeten Abhandlung „Der Fall Gütersloh“ (1930) und in anderen Traktaten ebenso wie im umfangreichen Tagebuchwerk zeigte sich Doderer meist abstrakt-unanschaulich und, nicht zuletzt durch eine wuchernde Privatterminologie, wenig zugänglich; die Rezeption blieb dementsprechend verhalten. Seine eigentliche Originalität entfaltete sich dagegen im Erzählerischen – vom Roman bis zur Kürzestgeschichte, mit expressionistischen Tendenzen im Frühwerk und späterer Vorliebe für das Realistische, bisweilen aber auch Groteske. In „Das Geheimnis des Reichs“ (1930) verarbeitete er Erlebnisse aus Russland, ebenso an seinem Lebensende, in gereifter Form, in „Der Grenzwald“ (1967).

    NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg

    Die Turbulenzen seiner spannungsreichen Ehe, die 1938 in die Scheidung und Flucht seiner aufgrund der NS-Rassegesetzgebung verfolgten ersten Ehefrau in die USA mündete, befeuerten Doderers zuvor latenten – auch familiär grundierten – Antisemitismus. Dieser schlug sich literarisch v. a. in dem 1930 begonnenen, Fragment gebliebenen Romanprojekt „Die Dämonen der Ostmark“ nieder, das die Notwendigkeit der Trennung von Juden und Nichtjuden vorführen wollte, und artikulierte sich am radikalsten in der auf Juni 1936 datierten „Rede über die Juden“. Am 23. Dezember 1936 wurde Doderer in die Reichsschrifttumskammer aufgenommen, nachdem er schon am 1. April 1933 in die NSDAP eingetreten war.

    Bereits im Sommer 1936 war Doderer nach Dachau gezogen, um Zugriff auf einen Erbteil seiner Mutter zu erlangen und sich einen deutschen Verlag zu suchen. 1938 erschien beim Verlag C. H. Beck in München als Auftragswerk das bis dahin umfangreichste Buch „Ein Mord, den jeder begeht“, mehr Entwicklungs- als Kriminalroman, dessen Würdigung durch die Kritik erst zwanzig Jahre später (dank einer Sonderausgabe in der populären Reihe „Die Bücher der neunzehn“) einsetzte; er ist bis heute, neben der „Strudlhofstiege“, Doderers meistübersetzter Roman. Kriegsbedingt zunächst wenig Verbreitung fand auch der Barockroman „Ein Umweg“ (1940).

    Durch die politischen Erfahrungen im Deutschland dieser Jahre hinsichtlich seiner künstlerisch-spirituellen Hoffnungen in den Nationalsozialismus enttäuscht, kehrte Doderer 1938 nach Wien zurück, nahm Katechumenenunterricht und konvertierte zum Katholizismus. In dieser Zeit entstand der erst 1951 (zugleich mit der „Strudlhofstiege“) erschienene Kurzroman „Die erleuchteten Fenster“, der voyeuristische Obsessionen des Autors verarbeitet und in Stil und Ton spätere Erfolge ankündigt.

    Im April 1940 wurde Doderer zum Kriegsdienst eingezogen und als Leutnant, später als Hauptmann der Luftwaffe in Kamenz (Sachsen), Breslau (Niederschlesien, heute Wrocław, Polen), seit August 1940 in Südfrankreich, 1942 an der sowjetischen Front, nach mehreren Zwischenstationen seit 1943 in der Prüfungsstelle für Offiziersanwärter in Wien, 1944/45 in Eger (Böhmen, heute Cheb, Tschechien), Waldsassen (Oberpfalz), Hannover, Karlsbad (Böhmen, heute Karlovy Vary, Tschechien) und Oslo eingesetzt. Aus britischer Kriegsgefangenschaft in Norwegen, dann in Darmstadt gelangte er Anfang 1946 nach Weißenbach am Attersee (Oberösterreich) und im Mai zurück nach Wien.

    Späte Erfolge

    Zur Existenzabsicherung absolvierte Doderer von 1948 bis 1950 den Kurs des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Er war ihm später für seine komplexe Romangroteske „Die Merowinger oder Die totale Familie“ (1962) dienlich, die angesichts der Negation jeder metaphysischen Sinngebung, der darin beschriebenen Gewaltexzesse sowie der selbstparodistischen Züge im Romanwerk Doderers eine Sonderstellung einnimmt und ihm die Anerkennung der jungen Avantgarde verschaffte.

    Einen in seiner Zeit in Österreich einzigartigen literarischen Erfolg erzielte Doderer mit dem Roman „Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre“ (1951), der aus im Krieg entstandenen Prätexten hervorgegangen war: Das unpolitische Gesellschaftspanorama Wiens rund um den Ersten Weltkrieg sprach das kriegsgebeutelte Publikum ebenso an wie die Kritik – prominente Fürsprecher waren Hilde Spiel (1911–1990), Friedrich Torberg (1908–1979) und Hans Weigel (1908–1991). 1956 folgte das Opus magnum „Die Dämonen“, das die tendenziösen „Dämonen der Ostmark“ in ihr antiideologisches Gegenteil verkehrte und das durch politische und private Ideologien verursachte, schleichende Auseinanderfallen der Wiener Gesellschaft der Zwischenkriegszeit zeigen möchte. Mehrere kleinere Prosawerke („Das letzte Abenteuer“, 1953; „Die Posaunen von Jericho“, 1958; „Die Peinigung der Lederbeutelchen“, 1959), eine virtuose Selbstinszenierung, nicht zuletzt aber die relativierende Beschönigung der eigenen politischen Vergangenheit sicherten Doderers Position als Schriftsteller und dominierende Größe im Literaturbetrieb seiner Zeit. 1957 erfolgte die Auszeichnung mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur. Zeichen seines Stellenwerts war auch eine Doderer gewidmete Titelstory („Der Spätzünder“) des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ vom 5. Juni 1957. Von seinem letzten großen, auf vier Teile angelegten Projekt, „Roman Nr. 7“, erschienen nur noch zwei Bände: „Die Wasserfälle von Slunj“ (1963) und das Fragment „Der Grenzwald“ (postum 1967).

    Wirkung

    Doderer gilt in der deutschsprachigen Literaturgeschichte als Klassiker, wobei sein Festhalten an der Erzählbarkeit der Welt, aber auch seine Sprache und die Handlungszeit der beiden Großromane „Die Strudlhofstiege“ und „Die Dämonen“, die zu den wichtigsten literarischen Texten Österreichs nach 1945 gezählt werden, oft Anlass gaben, ihn als verspäteten Exponenten des alten Österreich zu verbuchen. Dieser Verortung steht die groteske, teils anarchische Seite seines Œuvres, namentlich der Roman „Die Merowinger“ wie auch zahlreiche seiner Kurz- und Kürzestgeschichten, entgegen. Doderers „Ideologie der Ideologielosigkeit“ (Karl M. Benedek) dürfte eine Grundvoraussetzung für seine Erfolge in der Nachkriegszeit gewesen sein, tragfähig gemacht durch die überbetonte ästhetische und konstruktive Kunstfertigkeit seiner Werke.

    Vertreter der ideologiekritisch orientierten Literaturwissenschaft der 1970er Jahre, wie Anton Reininger (geb. 1941) und Hans Joachim Schröder (geb. 1944), arbeiteten sich an Doderers konservativem, irrationalem Weltbild ab. Mit der von seinem ehemaligen Sekretär Wolfgang Fleischer (1943–2014) verfassten, eminent politischen Biografie „Das verleugnete Leben“ rückte ab 1996 Doderers Haltung im Nationalsozialismus, die u. a. von dem zu Lebzeiten verbreiteten, kontrafaktischen Narrativ einer durch Parteiaustritt beendeten Kurzzeit-Mitgliedschaft in der NSDAP verdeckt worden war, in den Fokus. Die anfechtbaren Argumente sowohl seiner Verteidiger, etwa Robert Menasse (geb. 1954), als auch seiner Kritiker, etwa Marlene Streeruwitz (geb. 1950), belegen, wie schwer Doderer einzuordnen bleibt. Während ihm große Erfolge außerhalb des deutschsprachigen Raums trotz zahlreicher Übersetzungen versagt blieben, wurden seine Romantexte in den letzten Jahren, nach einigen Verfilmungen, vermehrt für das Theater fruchtbar gemacht.

    1954 Ehrengabe des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft im Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.
    1956 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin-West
    1957 Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur
    1961 korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
    1961 Preis der Stadt Wien für Dichtkunst
    1964 Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München
    1966 Wilhelm-Raabe-Preis der Stadt Braunschweig
    1966 Ehrenring der Stadt Wien
    1969 Heimito-von-Doderer-Hof, Wien-Penzing
    1970 Doderergasse, Wien-Floridsdorf
    1972 Von-Doderer-Straße, Landshut
    1972 Doderer-Gedenkstätte im Bezirksmuseum Alsergrund, Wien-Alsergrund (Arbeitszimmer Doderers)
    1974 Heimito-von-Doderer-Straße, St. Pölten-Viehofen
    1981 Doderergasse, Klagenfurt am Wörthersee
    1982 Heimito-von-Doderer-Park, Eichgraben (Niederösterreich)
    1995 Heimito von Doderer-Gesellschaft, Berlin
    1996–2010 Heimito von Doderer-Literaturpreis

    Nachlass:

    Österreichische Nationalbibliothek, Literaturarchiv, LIT 461/17 u. 484/19. (weiterführende Informationen)

    Wienbibliothek im Rathaus, Handschriftensammlung, ZPH 687 u. 689.

    Gedruckte Quellen:

    Tangenten. Tagebuch eines Schriftstellers 1940–1950, 1964.

    Commentarii 1951 bis 1956. Tagebücher aus dem Nachlaß, hg. v. Wendelin Schmidt-Dengler, 1976.

    Commentarii 1957 bis 1966. Tagebücher aus dem Nachlaß. Bd. 2, hg. v. Wendelin Schmidt-Dengler, 1986.

    Tagebücher 1920–1939, hg. v. Wendelin Schmidt-Dengler/Martin Loew-Cadonna/Gerald Sommer, 1996.

    Lyrik:

    Gassen und Landschaft, 1923, georg. 2023.

    Ein Weg im Dunklen. Gedichte und epigrammatische Verse, 1957.

    Prosa:

    Die Bresche. Ein Vorgang in vierundzwanzig Stunden, 1924.

    Das Geheimnis des Reichs. Roman, 1930, engl. 1998.

    Ein Mord, den jeder begeht. Roman, 1938, finn. 1961, serbokroat. 1962, poln. 1963, engl. 1964, span. 1966, afrikaans 1968, estn. 1974, ital. 1983, bulgar. 1985, franz. 1986, rumän. 1990, span. 1995, niederl. 2001, russ. 2006, als Spielfilm 1979, Regie: Claus Peter Witt.

    Ein Umweg. Roman, 1940, franz. 1943, rumän. 1967, russ. 1981.

    Die erleuchteten Fenster oder Die Menschwerdung des Amtsrates Julius Zihal. Roman, 1951, ital. 1961, japan. 1964, rumän. 1969, russ. 1988, franz. 1990, engl. 2000, serb. 2015.

    Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre. Roman, 1951, ital. 1965, poln. 1979, span. 1981, bulgar. 1984, slowak. 1990, slowen. 1994, ungar. 1994, estn. 2008, niederl. 2008, kroat. 2013/14, franz. 2020, engl. 2021, tschech. 2022, dän. 2024, als Spielfilm u. d. T. Melzer oder Die Tiefe der Jahre, 2 T., 1987, Regie: Georg Madeja, als Hörspiel, 3 T., 2007, Regie: Robert Matejka.

    Das letzte Abenteuer. Erzählung, 1953, franz. 1980, russ. 1981, poln. 1982, engl. 1988, rumän. 2008, serb. 2024.

    Die Dämonen. Nach der Chronik des Sektionsrates Geyrenhoff. Roman, 1956, engl. 1961, franz. 1965, ital. 1979, poln. 1985, span. 2009.

    Die Posaunen von Jericho. Neues Divertimento, 1958, poln. 1966, estn. 1970, engl. 1974, russ. 1981, portugies. 1984, franz. 1996, ungar. 1997, ital. 1999, serb. 2022.

    Die Peinigung der Lederbeutelchen. Erzählungen, 1959.

    Die Merowinger oder Die totale Familie. Roman, 1962, tschech. 1969, engl. 1996, estn. 2012, als Spielfilm u. d. T. Die totale Familie, 1981, Regie: Ernst Schmidt jr., als Hörbuch 2006.

    Die Wasserfälle von Slunj, 1963, engl. 1966, tschech. 1975, russ. 1981, litau. 1985, franz. 1987, ungar. 2000, kroat. 2012, serb. 2023, als Spielfilm 2002, Regie: Peter Patzak.

    Unter schwarzen Sternen. Erzählungen, 1966.

    Meine neunzehn Lebensläufe und neun andere Geschichten, 1966. (P)

    Der Grenzwald. Fragment, 1967.

    Frühe Prosa. Die Bresche. Jutta Bamberger. Das Geheimnis des Reichs, hg. v. Hans Flesch-Brunningen, 1968.

    Die Erzählungen, hg. v. Wendelin Schmidt-Dengler, 1972.

    Die sibirische Klarheit. Texte aus der Gefangenschaft, hg. v. Wendelin Schmidt-Dengler/Martin Loew-Cadonna, 1991.

    Seraphica. Montefal. Zwei Erzählungen aus dem Nachlaß, hg. v. Martin Brinkmann/Gerald Sommer, 2009.

    Wissenschaftliche Arbeiten und Traktate:

    Zur bürgerlichen Geschichtsschreibung in Wien während des 15. Jahrhunderts, 1925. (ungedr. Diss. phil., Universität Wien)

    Der Fall Gütersloh. Ein Schicksal und seine Deutung, 1930.

    Grundlagen und Funktion des Romans, 1959.

    Repertorium. Ein Begreifbuch von höheren und niederen Lebens-Sachen, hg. v. Dietrich Weber, 1969.

    Die Wiederkehr der Drachen. Aufsätze/Traktate/Reden, hg. v. Wendelin Schmidt-Dengler, 1970. (W)

    Gedanken über eine zu schreibende Geschichte der Stadt Wien, 1996.

    Briefe:

    Heimito von Doderer/Albert Paris Gütersloh, Briefwechsel 1928–1962, hg. v. Reinhold Treml, 1986.

    Von Figur zu Figur. Briefe an Ivar Ivask über Literatur und Kritik, hg. v. Wolfgang Fleischer/Wendelin Schmidt-Dengler, 1996.

    „Wer sich in Familie begibt ...“. Briefe an Astri und Hans v. Stummer, hg. v. Claudia Girardi/Gerald Sommer, 2022.

    „Jedenfalls hat sich unser gemeinsames Werk eine gehörige Gasse gebrochen“. Briefe an seinen Lektor Horst Wiemer 1940–51, in: Sinn und Form 78 (2026), H. 3, S. 360–375.

    Monografien und Sammelbände:

    Dietrich Weber, Heimito von Doderer. Studien zu seinem Romanwerk, 1963.

    Anton Reininger, Die Erlösung des Bürgers. Eine ideologiekritische Studie zum Werk Heimito von Doderers, 1975.

    Hans Joachim Schröder, Apperzeption und Vorurteil. Untersuchungen zur Reflexion Heimito von Doderers, 1976.

    Heimito von Doderer 1896–1966. Symposium anläßlich des 80. Geburtstages. Wien 1976, 1978.

    Dietrich Weber, Heimito von Doderer, 1987.

    Internationales Symposion Heimito von Doderer. Ergebnisse. 4., 5. Oktober 1986, Prein/Rax, NÖ, 1988.

    Wolfgang Fleischer, Das verleugnete Leben. Die Biographie des Heimito von Doderer, 1996.

    Lutz-Werner Wolff, Heimito von Doderer, 1996.

    Gerald Sommer/Wendelin Schmidt-Dengler (Hg.), „Erst bricht man Fenster. Dann wird man selbst eines.“ Zum 100. Geburtstag von Heimito von Doderer, 1997.

    „Excentrische Einsätze“. Studien und Essays zum Werk Heimito von Doderers, hg. v. Kai Luehrs, 1998.

    Kai Luehrs-Kaiser/Gerald Sommer (Hg.), „Flügel und Extreme“. Aspekte der geistigen Entwicklung Heimito von Doderers, 1999.

    Heinz Ludwig Arnold (Hg.), Heimito von Doderer (Text + Kritik 150), 2001. (P)

    Alexandra Kleinlercher, Zwischen Wahrheit und Dichtung. Antisemitismus und Nationalsozialismus bei Heimito von Doderer, 2011. (P)

    Wendelin Schmidt-Dengler, Jederzeit besuchsfähig. Über Heimito von Doderer, hg. v. Gerald Sommer, 2012.

    Klaus Nüchtern, Kontinent Doderer. Eine Durchquerung, 2016. (P)

    Roland Innerhofer/Matthias Meyer/Stefan Winterstein (Hg.), Keime fundamentaler Irrtümer. Beiträge zu einer Wirkungsgeschichte Heimito von Doderers, 2018.

    Aufsätze:

    Martin Swales, Ordnung und Verworrenheit. Zum Werk Heimito von Doderers, in: Wirkendes Wort 18 (1968), S. 96–130.

    Dietrich Weber, Heimito von Doderer, in: ders. (Hg.), Deutsche Literatur der Gegenwart in Einzeldarstellungen, Bd. 1, 31976, S. 70–92.

    Wendelin Schmidt-Dengler, Scylla und Charybdis. Der junge Doderer zwischen Journalismus und Fachwissenschaft, in: Heimito von Doderer 1896–1966. Symposium anläßlich des 80. Geburtstages. Wien 1976, 1978, S. 9–24.

    Bruno Hannemann: Ein Leben in der Schachtel: Heimito von Doderers Tagebücher, in: Österreichische Tagebuchschriftsteller, hg. v. Donald G. Daviau, 1994, S. 83–108.

    Kai Luehrs/Gerald Sommer, Nach Katharsis verreist. Heimito von Doderer und der Nationalsozialismus, in: Dichtung im Dritten Reich? Zur Literatur in Deutschland 1933–1945, hg. v. Christiane Caemmerer/Walter Delabar, 1996, S. 53–75.

    Günther Stocker, Everybody’s Darling? Heimito von Doderer im Literaturbetrieb der 1950er Jahre, in: Roland Innerhofer/Matthias Meyer/Stefan Winterstein (Hg.), Keime fundamentaler Irrtümer. Beiträge zu einer Wirkungsgeschichte Heimito von Doderers, 2018, S. 109–126.

    Stefan Winterstein, Doderers Selbstinszenierung, in: ebd., S. 127–156.

    Stefan Winterstein, „Und hätte man gleich den letzten Rassejuden aus der Welt geschafft“. Überblick und bisher Verborgenes zu Heimito von Doderers Antisemitismus, in: Sprachkunst 51 (2020), H. 2, S. 69–100. (Onlineressource)

    Fotografie v. Herbert List (1903–1975), 1951, Österreichische Nationalbibliothek, Wien, Bildarchiv und Grafiksammlung. (Onlineressource)

    drei Fotografien, 1959, Münchner Stadtmuseum, Sammlung online. (Onlineressource)

    Fotografien v. Felicitas Timpe (1923–2006), 1964, Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek, München. (Onlineressource)

    Fotografie v. Fritz Kern (1916–2005), 1966, Österreichische Nationalbibliothek, Wien, Bildarchiv und Grafiksammlung. (Onlineressource)

    zahlreiche Fotografien, in: Wolfgang Fleischer, Heimito von Doderer. Das Leben. Das Umfeld des Werks in Fotos und Dokumenten, 1995.

    zahlreiche Fotografien, in: Eva Menasse, Heimito von Doderer, 2016.

  • Autor/in

    →Stefan Winterstein (Wien)

  • Zitierweise

    Winterstein, Stefan, „Doderer, Heimito von“, in: NDB-online, veröffentlicht am 01.10.2026, URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118526162.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA