Lebensdaten
1903 bis 1975
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Photograph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118573497 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • List, Herbert

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Zitierweise

List, Herbert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118573497.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Felix (1868–1931), Inh. e. Kaffeegroßhandlung in H., S d. Friedrich (s. Gen. 1);
    M Louise (1880–1954), T d. Kaufm. Julius L. Weisse in Argentinien u. d. Katharina Brix (adopt. Callsen);
    Ov Paul (s. 2); ledig.

  • Leben

    Nach dem Abitur am Johanneum in Hamburg studierte L. 1921-23 Literaturgeschichte in Heidelberg, wo er dem Kreis um Friedrich Gundolf nahestand. 1924-28 wurde er im väterlichen Betrieb zum Kaffeekaufmann ausgebildet, wobei er Reisen nach Brasilien, Mittelamerika und San Francisco unternahm. Er stieg im Unternehmen zum Prokuristen auf und war später Teilhaber der Firma. Andreas Feininger führte den stark an zeitgenössischer Kunst Interessierten in die moderne Photographie ein, die er zunächst liebhaberisch betrieb. 1936 mußte er emigrieren, und von da an wurde die Photographie sein Beruf. In Paris zeigte er im Juli 1937 in einer ersten Ausstellung 150 Aufnahmen, danach lebte er in Griechenland. Seine Photographien wurden in führenden internationalen Zeitschriften und Photo Jahrbüchern veröffentlicht. 1941 kehrte er nach Deutschland zurück, seither lebte er in München. Von 1948 bis 1962 unternahm er zahlreiche Reisen, auf denen er Reportagen anfertigte. Seine bedeutende Sammlung ital. Handzeichnungen des 17. und 18. Jh., die er seit frühen Jahren zusammengetragen hatte, baute er von 1962 an weiter aus. Seitdem beschäftigte er sich kaum mehr mit der Photographie. Eine erste zusammenfassende Ausstellung seiner Aufnahmen fand 1976 in München statt; Sie führte dazu, daß seine Werke nun steigende Anerkennung fanden, von Museen angekauft und bei Ausstellungen berücksichtigt wurden.

    L. suchte in seinen Photographien „das Magische der Erscheinungen in Bildern zu fassen“. Er stand damit der ital. „pittura metafisica“ sowie dem Surrealismus nahe. Visuelle Verrätselungen wurden sowohl im Alltag aufgespürt wie durch sorgfältig beleuchtete Kompositionen hergestellt. Spontaneität beim Auffinden magischer Situationen und Kalkül bei ihrer Vermittlung hielten sich die Waage, auch in den Porträts ihm nahestehender Schriftsteller und Künstler wie Auden, Cocteau, Morandi, de Chirico und Picasso. Ähnlich der „pittura metafisica“ zeigt L. eine Vorliebe für leere Plätze, rätselhafte Architekturen, Schneiderpuppen, Schatten, verfremdete Fundstücke und Ruinen (Griechenland, das kriegszerstörte München).

  • Werke

    Photobände: Licht üb. Hellas (Aufnahmen aus Griechenland 1937–41), 1953;
    Rom, 1955;
    Caribia, 1958;
    Napoli (Text v. Vittorio de Sica), 1962;
    Bildwerke aus Nigeria, 1963;
    Porträts, 1976;
    Zeitlupe Null, 1980.

  • Literatur

    W. Hildesheimer, in: Du, Juli 1973;
    G. Metken, Ausst. Kat. H. L. Photographien 1930–70, 1976 (P), erweiterte Neuaufl. u. d. T. H. L. Fotografia metafisica, hrsg. v. M. Scheler m. Texten v. H. L., St. Spender, W. Hildesheimer, G. Metken, 1980;
    ders., H. L., Photographs 1930–70, 1980 (mit Einl. v. St. Spender, P);
    ders., H. L. Photographs 1930–60, 1983 (mit Einl. v. M. Tournier).

  • Autor/in

    Günter Metken
  • Empfohlene Zitierweise

    Metken, Günter, "List, Herbert" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 693 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118573497.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA