• Leben

    Poel: Egbert van der P., Landschaftsmaler, getauft am 9. März 1621. Sein Vater war Goldschmied; wer sein Lehrer gewesen, ist unbekannt, wie überhaupt die Nachrichten über seine Lebensschicksale sehr sparsam sind. Im J. 1650 (10. October) wurde er als Meister in die Lucasgilde zu Delft aufgenommen. Nachdem er hier 1654 die ebenda stattgehabte Sprengung des Pulverthurms gemalt hatte, welches Bild er hernach noch einigemale wiederholte, zog er nach Rotterdam, wo er bis zu seinem Tode blieb. Am 29. Juli 1664 wurde er begraben. Er malte Landschaften bei Tag- und Mondbeleuchtung,|Marinen, Dorfansichten und das Innere von Bauernhäusern, auch Küchenstücke. Die Bauernwohnungen sind mit allerlei Hausrath in malerischem Durcheinander angefüllt, so im Amsterdamer Museum ein solches Interieur, in dem ein Weib das Geschirr rein macht (1646). In St. Petersburg sind drei Küchenstücke von ihm, in Brüssel ebenfalls das Innere einer Bauernstube (1646), im Louvre Landleute vor der Hausthür. Außer Amsterdam besitzt auch Brüssel eine Darstellung der Delster Explosion. Insbesondere malte er mit Vorliebe Feuersbrünste, die er sehr naturtreu mit allen Schrecken derselben darzustellen verstand. Schwerin besitzt eine solche Feuersbrunst im Dorfe (1658) und eine in der Stadt (1664). Solche Bilder von ihm wurden sehr geschätzt. Auch in Wien finden sich Werke von seiner Hand. Besonders glücklich war er in der Beleuchtung der Gegenstände und er verstand es, frei und geistreich alles anzuordnen. Schlotterbeck hat nach ihm ein brennendes Dorf in Aquatinta ausgeführt, das den Künstler sehr gut charakterisirt.

    • Literatur

      s. Immerzeel.

  • Autor/in

    Wessely.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wessely, Joseph Eduard, "Poel, Egbert van der" in: Allgemeine Deutsche Biographie 26 (1888), S. 352-353 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138939446.html#adbcontent

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