Lebensdaten
1865 bis 1937
Geburtsort
Hastedt bei Bremen
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Kirchenhistoriker ; Archäologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116005009 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Achelis, H.

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Zitierweise

Achelis, Hans, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116005009.html [01.10.2016].

CC0

Achelis, Hans

Kirchenhistoriker und Archäologe, * 16.3.1865 Hastedt bei Bremen, 25.2.1937 Leipzig. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Ernst Christian Achelis (s. 1); 1897 Hanna, T des Syndikus Dr. jur. Johann Daniel Noltenius in Bremen; 3 K, u. a. S Johann Daniel Achelis (* 1898), Professor der Physiologie in Heidelberg, Herausgeber der Volumen Paramirum von Paracelsus (1928).

  • Leben

    A. habilitierte sich 1893 in Göttingen, wirkte seit 1901 als außerordentlicher Professor in Königsberg, seit 1907 als außerordentlicher und seit 1913 als ordentlicher Professor in Halle, seit 1916 in Bonn und wurde 1918 Nachfolger von A. Hauck in Leipzig. Angeregt durch A. Harnack wählte er als sein Forschungsgebiet die alte Kirche. Sein „Christentum in den ersten drei Jahrhunderten“ (2 Bände, 1912, 2. Auflage 1 Band, 1925), in dem alles bis dahin Erarbeitete zusammengefaßt ist, gehört zu den Standardwerken der Kirchengeschichte des Altertums. Die besondere Note von A. ist - abgesehen von der klaren und lebensvollen Darstellungsweise - der Blick für alle Äußerungen des altchristlichen Gemeindelebens. Neben Fragen des Kirchenrechts, der Verfassung, des Gottesdienstes und der Bußdisziplin interessierte ihn vor allem die altchristliche Volksfrömmigkeit, obenan die Heiligenverehrung. Sein bedeutendstes Werk auf hagiographischem Gebiet sind „Die Martyrologien“ (1900), die erste kritische Untersuchung der Heiligenkalender der römischen Kirche. Schon in seiner Dissertation beschäftigte sich A. mit den Monumenten der altchristlichen Kunst, die er in besonderer Weise als Zeugnisse des Gemeindeglaubens wertete. In den Aufsätzen über „Altchristliche Kunst“ werden die Katakombenbilder neu gedeutet und klassifiziert. Im „Entwicklungsgang der altchristlichen Kunst“ (1919) wird dargelegt, daß die Kämpfe in der römischen Gemeinde um die Bußdisziplin eine wesentliche Erweiterung des frühchristlichen Bilderkreises herbeigeführt haben. Besondere Aufmerksamkeit widmete A. der Entstehung des Heiligenbildes. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens wandte er sich der Kirchen- und Kunstgeschichte Neapels zu. Die Publikation der Neapolitaner Katakombenfresken, z. T. in Farblichtdrucken (Die Katakomben von Neapel, 1936), ist sein archäologisches Hauptwerk. A. war ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

  • Werke

    Weitere W Das Symbol d. Fisches u. d. Fischdenkmäler d. röm. Katakomben, Diss. Marburg 1887; Die ältesten Qu. d. oriental. Kirchenrechts: I Die Canones Hippolyti, 1891, II Die syrische Didaskalia (mit J. Flemming), 1904; Acta Nerei et Achillei, 1893; Hippolyts Werke (mit N. Bonwetsch), 1897; Hippolytstudien, 1897; Virgines subintroductae, 1902; Altchristl. Kunst, in: Ztschr. f. neutestamentl. Wiss., 1911–16; Kirchengesch., 1921; Der Marmorkalender v. Neapel, 1929; Die Bischofschronik v. Neapel, 1930; Die Bedeutung d. Katakomben v. Neapel f. d. christl. Kunstgesch., Rektoratsrede, 1932; Röm. Katakombenbilder in Catania, 1932; Der christl. Kirchenbau, 1935.

  • Literatur

      Hallesches Ak. Vademecum, 1910, S. 25 f.;  Neues Sächs. Kirchenbl., 1935, S. 163-66;  FF 1935, S. 107;  A. Alt, Nachruf auf H. A., in: Verz. d. Mitgl. d. Sächs. Ak. d. Wiss., 1938;  RGGKürschner, Gel.-Kal., 1931;  Enc. Catt. I, 1949.

  • Autor

    Ernst Schäfer
  • Empfohlene Zitierweise

    Schäfer, Ernst, "Achelis, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 29-30 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116005009.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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