Lebensdaten
1688 bis 1749
Geburtsort
München
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118939459 | OGND | VIAF: 54947274
Namensvarianten
  • Stuber, Nikolaus Gottfried
  • Stuber, Niklas Gebhard

Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Stuber, Nikolaus Gottfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118939459.html [04.03.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Caspar Gottfried (1647/48–1724, aus Malerfam. in Weißenhorn, 1674 bayer. Hofmaler in M.|(s. ThB);
    M Clara (1654–1729, T d. Nik(o)la(u)s Prugger (um 1620–94), Maler in M. (s. NDB 20);
    Tante-m Maria Theresia Prugger ( Hans Georg Asam, 1649–1711, Maler, s. NDB I);
    B Joseph Anton (1684–1741, Franz Lorenz (1691–1728, beide Theatermaler, Hofing., Geometer;
    1) N. N., 2) München 1729 Maria Katharina (1705–74, T d. Johann Georg Sang (1675–1744, Schüler v. S., Maler in M. (s. ThB);
    S aus 1) Joseph Niklas (* 1725);
    N Joseph Damian, beide Maler in M.;
    Vt Cosmas Damian Asam (1686–1739, Maler, Architekt in M., Egid Quirin Asam (1692–1750, Architekt, Plastiker, Stukkator, Maler (beide s. NDB I); Verwandte Balthasar Ableithner (1614–1705, Bildhauer (s. NDB I), Johann Adam Miller (Müller) (1698–1738), aus Erding (s. ThB), Ignaz Biedermann (1690–1747, Ignaz Schilling (1702–73, Franz Xaver Jungwirth (1720–90?), Jakob Wörschi, alle Maler in M.

  • Leben

    Nach der Lehre beim Vater hielt sich S. 1712/13 zusammen mit Cosmas Damian Asam und Franz Georg Hermann (1692–1768) in Rom auf, wo er laut seinem Biographen Füssli von Pietro da Cortona beeinflußt wurde. Zurück in München, war er als Theater- und Dekorationsmaler tätig und wurde als solcher Nachfolger Johann Anton Gumpps (1654–1719). 1716 erwarb S. die Münchner Malergerechtigkeit, gab sie aber 1723 zugunsten einer Hofmalerstelle auf. Zunächst freskierte er 1718/19 im Auftrag des Freisinger Fürstbischofs Johann Franz Eckher v. Kapfing und Liechteneck (reg. 1694/95–1727) die Kirchen in Unterföhring und in Burgrain. 1722/26 war S. neben Jacopo Amigoni und Asam für die malerische Ausstattung des Neuen Schlosses Schleißheim verantwortlich; unter dem durch Joseph Effner (1687–1745) und François Cuvilliés (1695–1768) vermittelten franz. Einfluß entstand ein Dekorationsstil aus Grotesken und Arabesken, als dessen schönstes Beispiel die Decke des Jagdkabinetts (1724) gelten kann. 1725 freskierte S. für Kf. Maximilian Emanuel (reg. 1680–1726) noch die Magdalenenklause in Nymphenburg. Unter Kf. Karl Albrecht (reg. 1726–45) verlagerte sich die Tätigkeit des „Kurfürstlichen Hof-, Architektur- und Theatermalers“ auf Opern- und Theaterdekorationen, darunter auch Fest- und Traueraufbauten, Illuminationen und Wasserwerke.

    Um 1730 wurde S. mit Cuvilliés von Kf. Clemens August, dem Bruder des bayer. Kurfürsten, an den kurköln. Hof berufen, um in Schloß Brühl Treppenhaus, Gardensaal und Schloßkapelle auszumalen (der Trakt wich wenige Jahre später dem jetzigen Neubau). Seit 1732 auch Hochmeister des Deutschen Ordens, gab Clemens August 1734/35 S. die Ausmalung der Schloßkirche in Mergentheim in Auftrag. Die Wertschätzung von seiten Balthasar Neumanns, der S. für die Ausmalungen von Münsterschwarzach, Gößweinstein und das Treppenhaus in Würzburg vorschlug, brachte ihm 1736 nur den Auftrag für das Kuppelfresko (1951 erneuert) von Neumünster in Würzburg ein. Das letzte Werk S.s ist die Ausmalung der Dorfkirche Tünzhausen mit einer ganz der Rokokomalerei angehörenden Patronatsdarstellung des hl. Leonhard (1745).

    S. gehört der zweiten Generation der sog. Münchner Schule des Andreas Wolff und Johann Anton Gumpp an, die sich unter Cosmas Damian Asam, Johann Georg Sang und Johann Baptist Zimmermann zum Rokoko hin entwickelte. Durch seine vielseitige, jeder Gattung angepaßte Kunst wurde er im kirchlichen wie im höfischen Bereich als Entwerfer, aber auch als Mitarbeiter, z. B. bei Asam, Effner und Cuvilliés, herangezogen. S. gehörte seinerzeit zu den bedeutendsten Malern am Münchner Hof, wobei er als Architektur- und Theatermaler höheres Ansehen genoß denn als Freskant (seine Fresken in St. Peter und in St. Michael Perlach gefielen nicht; es wurde ihm nicht die vereinbarte Summe ausbezahlt). Die meisten dieser Werke existieren nicht mehr; nur noch wenige Entwürfe bzw. Kupferstiche zeugen von seinem umfangreichen Œuvre. Die überwiegend aus Mahn- und Bettelbriefen bestehenden Archivalien dokumentieren ein typisches Schicksal im damaligen höfischen Kunstbetrieb; einer Gutachterkommission, die nach seinem Tod die Ausstände auflistete, ist ein genaues Werkverzeichnis von S. zu verdanken.

  • Werke

    Weitere W Aldersbach, drei Seitenaltarbilder Schutzengel, hl. Magdalena, hl. Walburga, nach 1720;
    München, Heiliggeist, Entwurf z. Hochaltar, Fresken d. Seitenschiffe 1727 (Mittelschiff C. D. Asam;
    Kriegsverlust);
    München, St. Peter, Entwurf z. Hochaltar u. Chorfresken, 1728/30 (v. J. B. Zimmermann 1753 überarb.);
    München-Perlach, St. Michael, Fresken 1729/30.

  • Quellen

    Bayer. HStA, HR I 286 Nr. 342 Stuber; HR I 286 Nr. 324 Maler; HR I 473 Nr. 894; Hofbauamt 78; Landesarchiv NRW, Kurköln IV 4357: Brühler Bauamtsrechnungen 1731 u. 1732.

  • Literatur

    J. C. Füssli, Gesch. d. besten Künstler in d. Schweiz, Bd. 3, 1770, S. 127;
    P. Volk, Bemm. zu einigen Zeichnungen v. N. G. S., in: Wallraf-RichartzJb. 32, 1970, S. 135–50;
    G. Mutter, Geneal. Übersichten, in: Cosmas Damian Asam 1686–1739, Leben u. Werk, Ausst.kat. München 1986, S. 101;
    M. Haidl, Der Münchner Hof- u. Theatermaler N. G. S. (1688–1749, Diss. München 1988;
    D. Dietrich, Die Gebrüder Asam u. d. Hochaltar d. Stadtpfarrkirche St. Peter in München, in: Münchner Jb. d. bildenden Kunst F. 3, 54, 2008, S. 225–75 (L);
    ThB;
    Kosch, Theater-Lex.

  • Autor/in

    Cordula Böhm
  • Empfohlene Zitierweise

    Böhm, Cordula, "Stuber, Nikolaus Gottfried" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 610-611 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118939459.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA