Lebensdaten
1839 - 1920
Geburtsort
Bachzimmern bei Donaueschingen (Baden)
Sterbeort
Brannenburg/Inn bei Rosenheim (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Industrieller ; Unternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13752272X | OGND | VIAF: 81702609
Namensvarianten
  • Steinbeis, Otto (bis 1912)
  • Steinbeis, Otto von (seit 1912)
  • steinbeis, otto von
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Steinbeis, Otto von (seit 1912), Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13752272X.html [21.01.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand (s. 1);
    M Friederike Klumpp;
    1) 1864 Köln (standesamtl.), Stuttgart (kirchl.) Fanny (1844–1905), T d. Heinrich Jakob Lerch (1799–1861, Kaufm., Fabr. in Köln, u. d. Karoline Wagner (1808–74), 2) Heidelberg 1909 Franziska (Fanny) (1867–1947, kath., später ev.), T d. Emil v. Schelhorn (1828–1908, kath., später ev.), bayer. Gen.major, u. d. Maria Held (1842–1907;
    1 S aus 1) Ferdinand S. (1872–1932 Freitod, Antonie Thäter, 1881–1959, nach d. Tod ihres Mannes persönl. haftende Gesellschafterin, T d. Gottlieb Rr. v. Thäter, 1846–1912, bayer. Gen.major, s. BJ 18, Tl.), Dr. rer. pol., Vf. v. „Die Holzbringung im bayer. Hochgebirge“, Diss. Univ. München 1896, trat in d. väterl. Unternehmen ein, persönl. haftender Gesellschafter (s. Wenzel), 3 T aus 1) Maria (1866–1941, 1] Paul Dollmann, 1896, Dr. iur., RA in München, 2] Carlo Garbari, 1869–1937, Kaufm. in Trient, Bergsteiger), Melanie (1868–1934, Robert Piloty, 1863–1926, o. Prof. f. Staatsrecht in Würzburg, s. NDB 20), Frieda (* 1876, Emil Rau, Kaufm. in München); Gvm d. 2. Ehefrau Joseph Rr. v. Held (1815–90, bayer. Personaladel), o. Prof. f. Staatsrecht in Würzburg (s. ADB 50); Om d. 2. Ehefrau Adolf Held (1844–80, o. Prof. f. Staatswiss. in Bonn u. Berlin (s. NDB VIII).

  • Leben

    Neben dem Besuch der Lateinschule in Stuttgart belegte S. Kurse als Gasthörer am Polytechnikum. Nach dem Abitur 1859 absolvierte er seinen Militärdienst beim 8. Infanterieregiment in Ludwigsburg. Im Anschluß nahm er das Ingenieurstudium an der École des Mines in Paris auf. Seine berufliche Tätigkeit begann S. im Sägewerk seines Onkels in Württemberg. 1863 wurde er jüngster Teilhaber eines Konsortiums württ. und bad. Holzhändler, das die Herrschaft Brannenburg von Mgf. Fabio Pallavicini erworben hatte. S., seit 1864 bayer. Staatsbürger, übernahm die Verwaltung des Gutes und die Geschäftsführung der unter „Otto Steinbeis und Konsorten“ firmierenden neugegründeten Sägerei und Holzhandlung. Das Unternehmen lieferte bald darauf auch Eisenbahnschwellen für die Staatsbahnen und Stangen für die Telegraphen- und Telephonleitungen. Zur Imprägnierung der Leitungsmasten führte S. die „Kyanisierung“ mit Quecksilberchlorid ein. Die Wirtschaftskrise der 1870er Jahre in Deutschland bewältigte S. mit Lieferungen ins Ausland. 1874 führte er ausgedehnte Hochbauarbeiten für die Gotthardbahn im Tessin aus, ferner Aufträge der österr. Südbahn für provisorische Holzbrücken an der Etsch und Eisack. Als die Nachfrage nach Dachplatten wegen des feuerpolizeilichen Verbots von Schindeldächern anstieg, gründete S. 1875 in Kolbermoor ein florierendes Falzziegelwerk.

    Frühzeitig nutzte S. die aufkommende Elektrizität. Als Kommanditist von „Schuckert & Co.“ ließ er 1883 von Sigmund Schuckert (1846–95) eine Schleppbahn vom Rosenheimer Bahnhof zu der von ihm gepachteten Salinsäge bauen, eine der ersten elektrischen Eisenbahnen in Deutschland. 1890 zahlte S. seine Teilhaber aus und führte das Unternehmen allein weiter. Sein größtes Projekt wurde seit 1892 die forstwirtschaftliche Erschließung und Nutzbarmachung ausgedehnter Waldungen in Bosnien im Auftrag der österr. Regierung. S. ließ ein Netz von Waldbahnen sowie Sägewerke in Dobrljin und Drvar, eine Zellulosefabrik und einen Verladehafen in Sebenico für den firmeneigenen Spezialfrachter errichten. In Saisonzeiten beschäftigte er in Bosnien bis zu 11 000 Arbeiter. 1910 verkaufte er einen Großteil seiner Rechte an den österr. Staat. Aus den Gewinnen finanzierte S. den Bau der 1912 eröffneten ersten großen dt. Bergbahn auf den Wendelstein. Mit dieser nach schweizer. Vorbild konstruierten Zahnradbahn wollte er den Fremdenverkehr im bayer. Inntal beleben. Bereits im ersten Betriebsjahr beförderte die Bahn 36 000 Personen. 1914 erwarb S. eine Papierfabrik in Bruckmühl/ Mangfall.

    S. gehörte dem Distriktrat Rosenheim und dem Landrat für Oberbayern an. Er war Mitglied der Handelskammer München, der Ständigen Tarifkommission des Eisenbahnrats und hatte eine Vielzahl von Aufsichtsratssitzen inne (u. a. Bayer. Vereinsbank AG, Teisnacher Papierfabriken AG, Lokalbahn AG, München, Österr. Siemens-Schuckert-Werke Wien, Marmorindustrie Kiefer in Kiefersfelden)

  • Auszeichnungen

    A Rr.kreuz d. Ordens d. franz. Ehrenlegion (1867);
    bayer. KR (1888);
    Rr.kreuz d. Franz-Joseph-Ordens (1892);
    bayer. Verdienstorden v. Hl. Michael IV. Kl. (1907, Ehrenkreuz 1911);
    bayer. GKR (1908);
    d. Ordens d. württ. Krone (1912);
    Komturkreuz d. Franz-Joseph-Ordens (1912);
    Verdienstorden d. bayer. Krone (1914);
    Dr.-Ing. E. h. (TH München 1919);
    Ehrenbürger d. Gemeinden Nußdorf, Flintsbach, Degerndorf, Brannenburg, Großbrannenburg u. Niederaudorf.

  • Literatur

    A. Kuhlo, Gesch. d. bayer. Ind., 1926, S. 253–55 (P);
    100 J. Steinbeis u. Consorten, 1963 (P);
    Chronik d. Firma Steinbeis & Consorten Brannenburg /Obb. (um 1966, ungedr., Archiv d. Fam. Steinbeis);
    125 J. Steinbeis, 1988 (P);
    A. Hermann, Die S., in: W.A. Boelcke, Wege z. Erfolg, Südwestdt. Unternehmerfamilien, 1996, S. 194–208;
    Qu
    Archiv d. Fam. Steinbeis, Brannenburg;
    Aufzz. v. Antonie Steinbeis (um 1955, ungedr.).

  • Portraits

    Büste v. H. Waderé, 1913 (Steinbeis-Consulting, Rosenheim);
    Ölgem. v. H. Hartwich, o. J. (Privatbes. Fam. Steinbeis, Brannenburg);
    Porträtreliefs auf d. Grabstein (Flintsbach) u. in Brannenburg.

  • Autor/in

    Eva Moser
  • Empfohlene Zitierweise

    Moser, Eva, "Steinbeis, Otto von" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 166-167 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13752272X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA