Lebensdaten
1824 bis 1900
Geburtsort
Klein-Schkorlopp (Provinz Sachsen)
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Unternehmer ; Ackerbaugerätefabrikant ; Erfinder
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 134074807 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sack, Rudolf Christian
  • Sack, Rudolph
  • Sack, Rudolf Christian
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Zitierweise

Sack, Rudolph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd134074807.html [12.12.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Christian ( um 1828), Gastwirt u. Bauer in K.-Sch., S d. N. N., Gastwirt in K.-Sch.;
    M Amalie Friederike Schmidt ( nach 1828);
    Stief-V (seit 1830) Johann Friedrich Bergter, Bauer in Löben (Prov. Sachsen);
    Adolphine Franke (1832–97), aus Greitschütz b. Pegau;
    S u. a. Paul Hugo (1860–1909), Bes. d. Masch.fabrik Sack & Kiesselbach in Grafenberg b. Düsseldorf, Paul (1863–1923, Helene Eulenberg, T e. Med.rats), Vors. d. Verbands d. Dt. Landmaschinenind., Dr.-lng. E h., KR (s. DBJ V, Tl.), Fritz (* 1866), Walter (1877–1910), alle Mitinh. d. Fa. Rudolph Sack, T u. a. Helene (1859–1932, Paul Wichmann), Elisabeth (1868–1954, Oskar v. Petri, 1860–1944. bayer. Personaladel 1910, Dr. h. c., Dr.-lng- E. h., Industr., Vors. d. Aufsichtsrats d. „Siemens & Halske AG“ u. d. MAN AG, s. NDB 20), Emma Johlige (* 1870), alle Mitinh. d. Fa. Rudolph Sack;
    E Otto (1892-um 1960, od Elisabeth, T d. Hans Steche), seit 1923 Inh. d. Fa. Rudolph Sack, 1934 Leiter d. Wirtsch.gruppe Maschinenbau d. Reichsgruppe Ind., Mitgl. d. Gr. Beirates d. RGI, 1939 Reichswirtsch.richter u. sachverständiger Beisitzer am Reichswirtsch.ger. Leipzig (s. Wenzel; Khdb.: L), Hans (* 1899), Dr.-lng., seit 1923 Inh. d. Fa. Rudolph Sack, persönl. haftender Gesellschafter u. techn. Leiter, gründete d. Fa. „Sonderbau v. Landmaschinen Dr.-lng. Hans Sack“ (s. L).

  • Leben

    Nach dem Besuch einer Dorfschule in Löben erhielt S. eine kurze Ausbildung bei einem Feldmesser in Leipzig und begann mit 18 Jahren eine sechsjährige Wanderschaft und Arbeit in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben Deutschlands. Nach Rückkehr auf den Hof der Eltern konstruierte er 1850 in der Dorfschmiede Peissen den ersten eisernen Pflug in Deutschland sowie einen Kultivator. 1853 wurden erste Patente auf eine Handsäemaschine, Hack- und Häufelgeräte und einen Rübenheber angemeldet. 1854 veröffentlichte S. einen Katalog mit landwirtschaftlichen Maschinen und Methoden. 1857 übernahm er das elterliche Gut auf Pachtbasis. Der Anstoß zur Firmengründung ging 1858 vom Auftrag des ukrain. Gf. Bobrinsky für den Bau von 120, später 200 eisernen Pflügen aus. S. ließ diese Pflüge bei Garrett & Sons in Leistonworks (England) herstellen, überwachte selbst die dortige Produktion und gründete mit Unterstützung des Industriellen Carl Heine (1819–88) in Plagwitz b. Leipzig 1863 ein eigenes Unternehmen nach engl. Vorbild. Hier produzierte er 1864 eine Drillmaschine und 1879 den 100 000. Pflug. 1864 eröffnete S. eine landwirtschaftliche Versuchsstation, deren Erkenntnisse als „Vorschläge zur Reform des Ackerbaus“ (1866, 21889) erschienen. Er stellte Verbindungen zur Univ. Leipzig her; die Versuchsanstalt erhielt die Bezeichnung „Höhere landwirtschaftliche Lehranstalt Plagwitz-Leipzig“. Während die Konstruktion und der Bau von Pflügen zum Kennzeichen der bedeutendsten landwirtschaftlichen Maschinenbaufirma Sachsens wurde, war der 1888 von S. entwickelte Dampfpflug kein wirtschaftlicher Erfolg.

    1891 wurde das Unternehmen in eine Kommanditgesellschaft in Familienbesitz umgewandelt, 1902 eine Filiale in Bromberg gegründet (1904: 1 Mio. Pflüge, 1911: 2 Mio. Pflüge produziert) und die Herstellung von halbautomatischen Motorhängepflügen (1919), von sog. Huckepackpflügen (1926) und von luftbereiften Ackerwagen (1930) aufgenommen. Auf dem Gebiet der Pflüge und Drillmaschinen war die „Rud. Sack KG“ bis 1945 der bedeutendste Produzent in Deutschland mit umfangreichen Exporten nach Ost- und Südosteuropa. Nach dem Tod des Gründers wurde die Firma weitergeführt durch die Söhne Paul und Fritz und S.s Schwiegersohn Paul Wichmann. Nach Pauls Tod übernahmen die Enkel Otto und Hans das Unternehmen. Die Firma wurde 1948 enteignet; das Produktionsprofil wurde durch den „VEB BBG“ (Bodenbearbeitungsgeräte) weitergeführt, 1990 umgewandelt in die „BBG Leipzig AG“, die seit 1993 als „BBG Bodenbearbeitungsgeräte Leipzig GmbH“ mit 150 Beschäftigten weiterproduzierte. 1998 erfolgte deren Übernahme durch die „Bodenbearbeitungstechnik Leipzig GmbH & Co. KG“.

  • Literatur

    Rud. Sack Leipzig-Plagwitz 1863-1913, Lebensgesch. d. Begründers, Entwicklung u. heutiger Stand d. Werkes, 1913;
    R. S., Sein Leben u. sein Werk, 1926;
    Stamm- u. Ahnentafel R. S., o. J. (nach 1929);
    Hans Sack, Ein neues Dränverfahren, Krit. Entwicklungsgesch., Erfahrungsberr. u. Anleitung z. Planung u. Ausführung v. Maschinendränung, Diss. Danzig 1933;
    Unsere Jub.feier am 7. Mai 1938, [1938];
    Otto Sack, Die Chronik d. Hauses R. S., Leipzig 1863 bis 1938, hg. z. 75. Jubiläum, 1938;
    E. Dittrich, in: Sächs. Lb. III, 1941, S. 268-81 (P);
    Aus zwanzig J. Konstruktionsarbeit d. Firma Rud. Sack, [um 1942];
    H. Speiser, in: Gr. Landwirte, 1970;
    Gedenktage d. mitteldt. Raumes, 1974, S. 126 f.;
    W. Piltz, Ill. Chronik BBG, d. VEB Bodenbearbeitungsgeräte „Karl Marx“ Leipzig 1863 bis 1985, Der Weg z. Großproduzenten v. Landmaschinen, 1988;
    M. Schäfer, Herren im eigenen Haus, in: Großbürger u. Unternehmer, hg. v. D. Ziegler, 2000, S. 144-66, bes. S. 148 f., 156 u. 162;
    Biogrr. bed. Unternehmer, hg. v. G. Buchheim u. W. Hartmann, 1991, S 101-06;
    Biogr. Hdb. Pflanzenbau.

  • Autor

    Ulrich Heß
  • Empfohlene Zitierweise

    Heß, Ulrich, "Sack, Rudolph" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 343-344 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd134074807.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA