Lebensdaten
1782 – 1848
Geburtsort
Solingen
Sterbeort
Schleiden (Rheinland)
Beruf/Funktion
Blech- und Drahtfabrikant
Konfession
reformiert?
Normdaten
GND: 139218009 | OGND | VIAF: 100511984
Namensvarianten
  • Poensgen, Reinhard

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Poensgen, Reinhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139218009.html [18.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Heinrich (1760–1814), Kaufm. in S., S d. Johann Heinrich, Reidemeister aus Hellenthal, u. d. Julia Lucia Katharina Rotscheidt;
    M Johanna Maria Wilhelmina Knecht (1761–1829);
    Kirschseiffen 1822 Katharina Henriette Axmacher (1796–1850);
    K u. a. Gustav (1824–1904), Rudolf (1826–95), führten d. Fabrik nach Ps Tod weiter; Verwandte Albert (s. 2), Ernst (s. 3).

  • Biographie

    P. erwarb durch seine Heirat Miteigentum an der Gangforther Hütte und betrieb schon 1819 in Verbindung mit Johann Henrich Rotscheidt ( 1842) in Gemünd auf der wesentlich älteren Anlage der ehem. Hütte Eisenau das Gemünder Schneidwerk, das er als Betriebschef 1828-34 in ein Puddel- und Walzwerk umbaute. 1838-40 finanzierte er mit Betriebsgewinnen ein zweites Walzwerk und schloß diesem eine „englische“ Drahtfabrik („Mariahütte“) an, so daß er nunmehr neben Stab- und Schneideisen auch Draht und Bleche anbieten konnte. Die Anlage zählte zu den modernsten auf dem Kontinent und wurde 1839 vom preuß. Kronprinzen besichtigt. Bis 1846 konnte P. Produktionszahlen und Belegschaft verdoppeln. Seit Rotscheidts Tod in komplizierte Erbauseinandersetzungen verstrickt, konzentrierte er alle seine Eigentumsrechte in einer „Handelsgesellschaft Reinhard Poensgen“, die außerdem Eisenerzgruben in der Umgebung von Keldenich, Miteigentum an der Hütte Hellenthal und der Maschinenfabrik „Poensgen & Dobbs“ in Aachen (seit 1841 in Liquidation) sowie Anteile an der Dreiborner Oel- und Walkmühle in Malsbenden besaß. In Verbindung mit Hoesch in Düren, dem Handelshaus Carl Joest und dem A. Schaaffhausenschen Bankverein in Köln organisierte P. den An- und Verkauf schott. Roheisens en gros. Seine unternehmerische Tätigkeit trug entscheidend zur Umgestaltung der Gemündener Industrie in der 1. Hälfte des 19. Jh. bei. Er engagierte sich auch politisch für den Handelsstand im Schleidener Tal: seit 1828 als Deputierter der Kaufleute in der Gewerbesteuerkommission der Gemeinde Gemünd, 1836 als erster Kreisdeputierter in Schleiden. 1843 in Bonn Mitbegründer des Vereins zur Beförderung der Eisenindustrie, übernahm er selbst die Leitung des Eifel-Distriktes.

    Die Fabrikation erlitt durch eine Reihe schwerer Betriebsunfälle Rückschläge und kam nach P.s Tod völlig zum Stillstand. Unter der Leitung seiner noch jugendlichen Söhne Gustav und Rudolf konnte die Produktion nur allmählich wieder in Gang gesetzt werden. 1855 auf der Pariser Welt- und der Münchener Gewerbe-Ausstellung ausgezeichnet, fiel das Werk dennoch hinter das Röhrenwerk Alberts (s. 2) zurück. Als dieser 1860 seine Unternehmen nach Düsseldorf verlegte, folgten ihm die Söhne P.s; aus der Verschmelzung beider Firmen entstand dort 1873 die „Düsseldorfer Röhren- und Eisenwalzwerke AG“.

  • Literatur

    L. Hatzfeld, Der Anfang d. dt. Röhrenind., Zur 100. Wiederkehr d. Verlegung d. Poensgen-Betriebe v. Mauel nach Düsseldorf, in: ZUG 1960, H. 6, S. 241-58 (P).

  • Autor/in

    Lutz Hatzfeld
  • Zitierweise

    Hatzfeld, Lutz, "Poensgen, Reinhard" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 568 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139218009.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA