Lebensdaten
1900 bis 1961
Geburtsort
Lodž
Sterbeort
Moskau
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 102180105 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Plessner, Abraham Ezechiel

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Plessner, Abraham Ezechiel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102180105.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ezechiel, Kaufm. u. Textilfabr.;
    M Marie Niekritsch;
    Nina Andreevna ( 1982); kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Abitur in Lodž studierte P. seit 1919 an den Universitäten Gießen, Göttingen und Berlin Mathematik, u. a. bei Ludwig Schlesinger, Edmund Landau, Richard Courant und Ludwig Bieberbach. 1922 wurde er in Gießen mit der Arbeit „Zur Theorie der konjugierten trigonometrischen Reihen“ promoviert. Danach hatte P. einige Hilfs- und Privat-Assistentenstellen in Gießen und Marburg/Lahn inne. 1929 habilitierte er sich in Gießen mit der Arbeit „Über Summierbarkeit der trigonometrischen Reihen durch arithmetische Mittel“, doch verweigerte ihm der Senat aus verschiedenen Gründen (u. a. Staatsbürgerschaft) die Verleihung der venia legendi, und P. übersiedelte im selben Jahr nach Berlin. Während damals viele Juden versuchten, in den Westen zu gelangen, zog es P. nach Moskau. Hier blühte in den 20er Jahren die berühmte, von Dmitrii Egorov und Nicolai Luzin begründete Analytikerschule, zu der P.s frühe Arbeiten in enger Beziehung standen. Seit 1932 arbeitete P. im Mathematischen Institut der Universität und an der Akademie (Steklov-Inst.). 1935 wurde er zum Dr. fiz.-mat. nauk (etwa d. Habilitation entspr.) und 1938 zum Professor an der Univ. Moskau ernannt. Im 2. Weltkrieg wurde das Institut nach Kazan verlagert. Danach arbeitete P. noch einige Jahre in Moskau, wurde aber 1949 auf Druck von I. M. Vinogradov aus seinen Positionen an der Akademie und Universität entlassen. Bis zu seinem Tod lebte er dann in ärmlichen Verhältnissen in Moskau, forschte aber dennoch weiter.

    In Gießen erschienen wichtige Arbeiten P.s zur Konvergenz und Summierbarkeit trigonometrischer Reihen und über konjugierte Funktionen. Besonders zu nennen ist aber der „Satz von Plessner“ über das Randverhalten meromorpher Funktionen im Einheitskreis. Während seiner Moskauer Zeit beschäftigte sich P., angeregt durch Stefan Banachs Buch „Théorie des opérations linéaires“ (1932), ausschließlich mit Funktionalanalysis und speziell mit der Spektraltheorie von Operatoren. Bahnbrechende Arbeiten hierzu erschienen 1941 und 1946, welche noch 1967 ins Englische übersetzt wurden.

  • Werke

    u. a. Lebesguesche Integrale u. Fouriersche Reihen, 1926 (mit L. Schlesinger);
    Spectral theory of linear operators, 1965 (postum, v. L. M. Abramov u. B. M. Makarov fertiggestellt, engl. 1969);
    Fundamental ideas of the spectral theory of Hermitian operators, 1967.

  • Literatur

    L. A. Ljusternik, D. E. Menšov, M. A. Naimark, P. L. Uljanov, in: Uspehi Mat. Nauk 16 (97), Nr. 1, 1961, S. 213-18 (russ.);
    D. Gaier, A. E. P., His work and his life, in: The Mathematical Inlelligencer 14, Nr. 3, 1992, S. 31-36 (P).

  • Autor/in

    Dieter Gaier
  • Empfohlene Zitierweise

    Gaier, Dieter, "Plessner, Abraham Ezechiel" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 533 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102180105.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA