Lebensdaten
1836 bis 1897
Geburtsort
Ungarisch-Hradisch (Mähren)
Sterbeort
Berlin-Charlottenburg
Beruf/Funktion
politischer Journalist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118641670 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pindter, Emil Johann Alois Friedrich
  • Pindter, Emil Friedrich
  • Pindter, Emil Johann Alois Friedrich
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Zitierweise

Pindter, Emil Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118641670.html [05.04.2020].

CC0

  • Genealogie

    Fam. väterlicherseits Bauern, Handwerker u. Soldaten, mütterlicherseits Kaufleute u. Fabrikanten. – V Joseph Michael (1792–1871), k. k. Finanzwachoberkommissar;
    M Franziska Lucke (1812–42);
    1867 Adalbertha (1847–1928), aus Altstadt b. Neuhaus (Böhmen), T d. k. k. Bez.kommissärs Anton Jahnel (1811–80) u. d. Adalbertha Pospischil (1820–86), Cousine d. FM Franz Gf. Conrad v. Hötzendorf (1852–1925, s. NDB III);
    4 S Ludwig (1868–1912), Dr. iur., Kriegsger.rat, Wilhelm (1869–1930), Kapitän z. See, Karl (1873–1910), Hptm., Erich (1875–1945), Bankdir., 2 T.

  • Leben

    P. besuchte seit 1846 in Teschen das adelige Konvikt, seit 1847 das kath. Gymnasium. 1853 meldete er sich zum k. k. Militärdienst, wurde Leutnant und Mitarbeiter der Militärzeitschrift „Die Vedette“. 1860 ging er als Redakteur zur Prager Tageszeitung „Bohemia“, 1862 zur „Amtlichen Lemberger Zeitung“. Seine Beteiligung am poln. Aufstand gegen Rußland 1862/63 nannte er später eine „Verblendung“. Die folgenden Jahre liegen in einem gewissen Dunkel, weil P. sich der Regierung in Wien als Agent angeboten hatte, als „litterateur“ und „refugié“ durch die Schweiz und Deutschland, nach Paris und Bukarest gereist war und sich zwischenzeitlich in ein elsäß. Kloster zum Studium zurückgezogen hatte; die entsprechenden Tagebuchaufzeichnungen wurden von ihm manipuliert bzw. vernichtet. Seit 1865 arbeitete P., der sich der Freimaurerloge „Zu den drei Weltkugeln“ angeschlossen hatte, in Berlin für österr. Zeitungen und trat am 24. August als österr. Agent in die Redaktion der 1861 von August Braß (1818–76) gegründeten offiziösen (preuß.) „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ (NAZ) ein; 1866 wurde er zum stellv. und am 30.9.1872 zum Chefredakteur ernannt. Im selben Jahr erhielt er die preuß. Staatsbürgerschaft. Seit dem 31.10.1873 leitete P. die NAZ, die Druckerei des „Deutschen Reichs- und Königlich Preußischen Staats-Anzeigers“ und der NAZ (seit 1876: Norddt. Buchdruckerei u. Verlagsanstalt A.G.). 1894 erfolgte sein Rücktritt aus der Chefredaktion und den Unternehmensleitungen. P., der 1876 zu den Gründern der „Deutschkonservativen Partei“ gehört hatte, gab seit 1895 die kurzlebige konservative „Deutsche Sonntags-Post, Wochenzeitung für Deutschland“ heraus. 1896 führte er die konservative „Charlottenburger Zeitung“ weiter, nachdem er sie mit dem Charlottenburger „Bürgerfreund“ vereinigt hatte.

    P.s Bedeutung ergibt sich aus der bis zur Reichsgründung bedeutsamen Kombination von Agententätigkeit für Wien und Chefredaktion in Berlin. Zeitweise berichtete er der Wiener Regierung zweimal täglich aus dem Umfeld Bismarcks. Als Chefredakteur wirkte er nach der Entlassung von Braß und Moritz|Busch (1821–99) im Sommer 1871, deren undifferenzierte und kämpferische Darstellungsweise nicht in das neue Konzept der „freiwilligen“ Unterstützung durch ein regierungsnahes Blatt paßte, im Sinne Bismarcks. Die neuen Besitzer der NAZ, die Norddeutsche Bank und die Hamburger Kaufleute Ohlendorff, verpflichteten P. vertraglich, „die Förderung der nationalen Entwicklung Deutschlands zu verwirklichen“.|

  • Auszeichnungen

    P. erhielt 19 Orden v. 13 europ. Staaten;
    preuß. KR (1880, GKR 1884).

  • Werke

    Der Feldzug v. 1859, Das Vorspiel zu d. Ereignissen v. 1866 bis 1870, 1871 (anonym).

  • Literatur

    M. Overesch, Presse zw. Lenkung u. Freiheit, 1974;
    H. W. Wetzel, Pressepol. im Bismarckreich (1874–1890), 1975;
    BJ IV, Tl.;
    ÖBL. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: BA Koblenz (Personal- u. Prozeßakten, Notizen, Mss., Tagebücher, Korr., Zeichnungen, P); Pol. Archiv d. AA, Bonn (u. a. Briefwechsel 1888–95); Haus-, Hof- u. StA, Wien.

  • Autor/in

    Bernd Sösemann
  • Empfohlene Zitierweise

    Sösemann, Bernd, "Pindter, Emil Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 450 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118641670.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA