Lebensdaten
1853 bis 1944
Geburtsort
Karlsruhe
Sterbeort
Baden-Baden
Beruf/Funktion
preußischer General
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116055200 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Deimling, Berthold Karl Adolf von
  • Deimling, Berthold von
  • Deimling, Berthold Karl Adolf von
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Zitierweise

Deimling, Berthold von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116055200.html [18.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gottfr. Berthold (1823–76), Garnisonsauditor in Karlsruhe, dann Kreisgerichtsrat in Freiburg (Breisgau), S des Ludw. Frdr. s. Genealogie (2);
    M Anna, T des Carl Theodor v. Stöcklern zu Grünholzeck (1787–1866, kath.), Oberpostdirektionsrat in Freiburg (Breisgau), u. der Wilhelmine Schwenck;
    Ov Otto s. (2), Ludwig v. D. (seit 1878, 1833-1906), preußischer Gen.Lt. (s. BJ XI, Tl. 1906);
    1879 Elis., T des Alex. v. Otto auf Carlsberg b. Mansfeld u. der Wilhelmine v. Sperling;
    4 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums Freiburg (Breisgau) und der üblichen Offizierslaufbahn wurde D. 1904 als Kommandeur des 2. Feldregiments zur südwestafrikanischen Schutztruppe versetzt, um unter General L. von Trotha den Hereroaufstand zu bekämpfen. Als nach dessen Niederwerfung im Süden des Landes der Hottentottenaufstand unter Hendrik Witboi ausbrach, wurde D. zu dessen Bekämpfung abgesandt. Sein allzu selbständiges Vorgehen bei Naruchas in den Karrasbergen brachte ihn in Konflikt mit der obersten Führung. Nach einem Krankheitsurlaub wurde er jedoch im Juli 1906 als Nachfolger Trothas zum Kommandeur der gesamten Schutztruppe in Südwestafrika ernannt. In dieser Stellung (bis März 1907) trat er wesentlich gemäßigter auf als in den vorhergehenden Kämpfen, so daß es 1908 zur endgültigen Befriedung des Landes kam.

    Im 1. Weltkrieg nahm D. als Kommandierender General des XV. Armeekorps teil. Mit seinem Korps zunächst bei Ypern, dann bei Verdun und an der Somme eingesetzt, erhielt er 1916 den Pour le Mérite, wurde aber im Frühjahr 1917 vorzeitig zur Disposition gestellt, da „ein gedeihliches Zusammenarbeiten“ zwischen ihm und der OHL „in Frage gestellt“ sei. Die furchtbaren Fronterlebnisse machten aus dem alten „vortrefflich bewährten“ Militär, wie er in der Kabinettsorder von Ende Mai 1917 genannt wurde, einen ebenso entschiedenen Gegner des Krieges und unbedingten Vorkämpfer des Friedens. Im Gegensatz zu seinen Kameraden erklärte sich D. 1919 sofort bereit, mit den Soldatenräten an der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung mitzuarbeiten und machte auch gegen den da und dort aufkommenden Antisemitismus energisch Front. Als er das 1922 gegründete Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold „einen wahren Segen für unser Vaterland“ nannte und gar noch selbst aktiv beitrat, schlossen ihn die Offiziersverbände aus ihren Reihen aus und taten den „Reichsbannergeneral“ auch gesellschaftlich ab. Unter diesen Anfeindungen litt D. schwer, setzte sich aber weiterhin in Wort und Schrift bis an sein Lebensende für einen praktischen Pazifismus ein.

  • Werke

    Südwestafrika, Land u. Leute, unsere Kämpfe, Wert d. Kolonien, 1906;
    Aus der alten in d. neue Zeit, Lebenserinnerungen, 1930 (P, franz. Übers. 1931).

  • Literatur

    O. Hintrager, Südwestafrika in der deutschen Zeit, 1955.

  • Autor/in

    Albert Kuntzemüller
  • Empfohlene Zitierweise

    Kuntzemüller, Albert, "Deimling, Berthold von" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 570 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116055200.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA