Lebensdaten
1879 bis 1965
Geburtsort
Dettingen/Teck
Sterbeort
Stuttgart-Obertürkheim
Beruf/Funktion
sozialdemokratischer Politiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 140345256 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Filder-Heiland
  • Pflüger, Albert
  • Filder-Heiland

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Pflüger, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140345256.html [22.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Albrecht (1850–99), Schreinermeister, S d. Kleinbauern Johannes (1816–91) u. d. Eva Maria Huber (1826–82);
    M Caroline Müller (* 1851);
    1) Stuttgart 1908 Berta (1884–1954), T d. Küfermeisters Karl Benz, 2) Marta;
    2 K.

  • Leben

    Schon vor Erreichen des 20. Lebensjahres hatte sich P., der sich als Schriftsetzer ausbilden ließ, der SPD und der Gewerkschaft angeschlossen. 1904 wechselte der eifrige Agitator nach Stuttgart, wo er im Landessekretariat der SPD und bei der „Schwäbischen Tagwacht“ als Redakteur (seit 1912 Schriftleiter) tätig wurde. Bereits seit 1905 Mitglied des Bürgerausschusses in Oettingen, gelang P. 1913 der Sprung in die württ. Zweite Kammer. Innerparteilich vertrat er den Revisionismus; seit 1916 Delegierter auf den Parteitagen der Reichs-SPD, setzte er sich vehement für eine pragmatische Politik der Partei ein. P. gehörte bis 1933 dem Landtag an, wobei er zeitweilig stellvertretender Fraktionsvorsitzender und seit 1921 auch Vizepräsident, 1928-32 in Zeiten politischer Radikalisierung Präsident war. Die Nationalsozialisten entließen P., der seit 1919 das Landes-Brennstoffamt geleitet hatte und 1930 zum Oberregierungsrat im Wirtschaftsministerium befördert worden war, 1933 aus dem Beamtenverhältnis. Er wurde mehrmals inhaftiert (Heuberg, Dachau) und mußte sich als Versicherungsvertreter und Erntehelfer durchschlagen.

    Nach dem Ende der NS-Herrschaft zählte P., 1945-50 Präsident des Landesgewerbeamts, neben Wilhelm Keil zu den wichtigsten Wiederbegründern der SPD in Württemberg. 1946-55 gehörte er dem württ.-bad. bzw. seit 1952 dem bad.-württ. Landtag an. In den Ausschüssen, die die Verfassungen von 1946 und 1953 erarbeiteten, nahm P. als allseits hochgeschätzter „Veteran“ eine besondere Rolle ein und gestaltete den demokratischen und verfassungspolitischen Neubeginn im Südwesten maßgeblich mit. Der volksnahe P., der schon zu Lebzeiten einen fast legendären Ruf genoß („Filder-Heiland“, „Anwalt des Volkes“), zog sich 1955 ins Privatleben zurück.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger d. TH Stuttgart (1929); BVK (1951); Gr. BVK (1954).

  • Literatur

    F. Raberg, A. P. (1879-1965), Parlamentarier zw. Monarchie u. Bundesrep., in: Schwäb. Heimat 2, 1996, S. 135-47 (P);
    Rhdb. (P);
    Schumacher, M. d. L.;
    W. H. Schröder, Soz.dem. Parlamentarier in d. dt. Reichs- u. Landtagen 1867-1933, 1995;
    Baden-Württ. Biogrr. II. 1999.

  • Autor/in

    Frank Raberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Raberg, Frank, "Pflüger, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 355 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140345256.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA