Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
bremische Kaufmannsfamilie
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139799451 | OGND | VIAF: 102645112
Namensvarianten
  • Pflüger

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Zitierweise

Pflüger, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139799451.html [19.04.2024].

CC0

  • Biographie

    Der Stuhlmacher Georg Nicolaus (1773–1848) wanderte aus Erichshagen b. Nienburg/Weser in Bremen ein und erwarb 1801 für sich und seine Frau Gesche Marie Hinrichsen (1788–1855) das Bürgerrecht. Ihr zweiter Sohn Georg Friedrich (1807–73), verheiratet mit der Unteroffizierstochter Adelheid Caroline Dorothea Kiesel (1808–85), war Fährpächter, Schiffsmakler und Reeder. Er verbesserte den Fährbetrieb in Bremen u. a. durch den Bau eines neuen Fährhauses an der Schlachte und baute die Fähre zu einem leistungsfähigen Großbetrieb mit elf Schiffen aus.

    Sein Sohn Johann Carl Diederich (1833–83) unternahm 1848/49 u. a. mit seinem Schwager Heinrich Hackfeld (1816–87) eine längere Reise nach Honolulu (Hawaii). 1849 war J. Carl D. der erste Angestellte, seit 1853 Teilhaber in dem von Hackfeld gegründeten Unternehmen für Holzexport und Walfänger-Belieferung. Begünstigt durch das Vertrauen der Könige Kamehameha III. und Kamehameha IV. konnten sie die Agentur von zwei der ältesten Zuckerrohrplantagen auf Hawaii|übernehmen. Sie rüsteten eigene Walfischfänger aus und errichteten ein Geschäft für Textilien. Mit einem Reingewinn von mehr als 128 000 $ war die Firma „Hackfeld & Co.“ 1870 die größte des Südseeraums. Unter ihrer Reedereiflagge fuhren bis 1871 19 Segelschiffe. 1882 kehrte J. Carl D. nach Bremen zurück und setzte sich erfolgreich als Verfechter deutscher Kolonialinteressen für die Anwerbung und Förderung von deutschen Auswanderern nach Hawaii ein. 1400 Deutsche, zumeist aus Niedersachsen, wurden nach Honolulu verschifft, um als Angestellte in den Hackfeld’schen Unternehmungen eingesetzt zu werden. J. Carl D. galt als „prince of merchants“ bzw.kgl. Kaufmann“ in Honolulu, wo er auch als deutscher, russ., schwed. und norweg. Konsul fungierte, während er in Deutschland Generalkonsul und Geschäftsträger des Kgr. Hawaii war.

    Die nach seinem und Hackfelds Tod erloschene Bremer Firma fand ihre Fortsetzung durch Johann Carl (1861–1946), den Zweitältesten Sohn, der 1887 die Firma „J. C. Pflüger & Co.“ begründete, die mit seinem Tod erlosch. Johann Wilhelm (1835–1908) war seit 1852 ebenfalls bei Hackfeld in Honolulu zunächst Angestellter, seit 1881 Teilhaber. Er leitete das Ladengeschäft und eröffnete Filialen für Robben- und Walroßfang 1863 in Petropolowsky (Sibirien) und 1868 in Sitka (Alaska). Zuletzt war er als Kaufmann wieder in Bremen. J. Carl D.s Sohn Alexander (1869–1945, s. Pogg. IV-Vll a; L) lehrte Physik, insbes. Optik, an der Univ. Bonn (1908 ao., 1921-35 o. Prof.). Der Geh. Justizrat Dr. Heinrich Hackfeld (1859–1947, s. Kürschner, Gel.-Kal. 1931), ebenfalls auf Honolulu geboren, war o. Honorarprof. für Röm. Recht an der Univ. Bonn. Dessen Sohn Johann Carl (* 1889, n. 1935, ⚭ Christa Gfn. Yorck v. Wartenburg, * 1901, s. Wenzel) war vor dem 1. Weltkrieg u. a. in Honolulu, New York und Chicago tätig (s. Wenzel). Nach Tätigkeiten als Geschäftsführer der „Reichsfischversorgung GmbH“ und der „Stickstoff-Syndikat GmbH“ gehörte er seit 1922 dem Vorstand der chemischen Fabrik J. D. Riedel-E. de Haën AG in Berlin an.

  • Literatur

    Alexander Pflüger, Die Fam. P. in Homberg a. d. Efze. Nienburg a. d. Weser, Erichshagen u. Bremen, 1932;
    F. Prüser, Bremer Kaufleute als hawaii. Wirtsch.pioniere, in: Bremer Wirtsch.ztg. 1942, S. 505-07;
    D. Schmidtsdorff, „Hakapila“ beriet d. Kg. v. Hawai, in: Weser-Kurier, Brem. Nachrr. v. 29.12.1999;
    Dt.GB 143, 1967, S. 154-59;
    NDB VIII, Art. Hackfeld;
    Brem. Biogr.;
    |

  • Quellen

    Qu Maus, Ges. f. Fam.-forsch., Bremen.

  • Autor/in

    Dieter Leuthold
  • Zitierweise

    Leuthold, Dieter, "Pflüger" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 354-355 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139799451.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA