Lebensdaten
erwähnt 17.-20. Jahrhundert
Beruf/Funktion
Remstaler Familie
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139799400 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pfleuderer (ursprünglich)
  • Pelmore
  • Pfleiderer
  • mehr

Orte

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Zitierweise

Pfleiderer, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139799400.html [20.11.2019].

CC0

  • Leben

    Die Remstaler Familie läßt sich zurückverfolgen bis zu Georg ( 1611), der um 1575 als Maier und Schäfer auf den Degenhof in Hertmannsweiler (heute Winnenden) kam. Sein Sohn Veit (1577–1635) ist Vorfahre Friedrich Schillers (1759–1805); weitere Söhne sind Hans (1579–1646) und Georg (1594–1652), letzterer war Schultheiß in Hertmannsweiler. Nachfahren des Hans sind der Arzt Alfred (1868–1945, s. Wi.1935; W), und dessen Söhne Heinrich (1900–73, s. Pogg. VII a) und Otto (1904–89, s. 4). Heinrich leitete 1926-31 die Bioklimatische Forschungsanstalt in Wyk auf Föhr, seit 1939 das Institut für Bioklimatologie und Meeresheilkunde in Westerland auf Sylt (beide gehören zur Univ. Kiel); sein Sohn Jörg (* 1931) lehrte in Innsbruck Astronomie (s. W). Nachfahre des Schultheißen Georg ist der Diplomat und Politiker Karl Georg (1899–1957, s. 3). Die übrigen sind Nachfahren von Georgs Sohn Martin (1621–85), Sattler, Gastwirt und Bürgermeister in Waiblingen: Adolf (1900–74) und dessen Sohn Albrecht (* 1931, s. W), beide Professor für Gynäkologie (Adolf in Tübingen, Albrecht in Freiburg), der Ingenieur Carl (1881–1960, s. 2), der Landtagsabgeordnete Johann Christoph (1784–1842, s. L) und dessen Enkel, der Schriftsteller und Ulmer Stadtpfarrer Rudolf Immanuel Gottlieb (1841–1917, s. DBJ II, Tl., W), der Theologe Johann Gottlob (1825–97, s. W, L) und dessen Sohn Ernst (1858–1937), Pfarrer und Gymnasialprofessor in Cannstatt (heute Stuttgart), welcher den Familienverband gründete, der Missionskaufmann Gottlob Friedrich (1829–98, s. L) und dessen Söhne Hermann Gottlob (1862–1938), Pfarrer in Neuhausen/Erms und Herausgeber des Familienblattes, Immanuel (* 1872), Studienrat in Indien, seit 1919 in Esslingen, der zusammen mit Ernst den Stammbaum für das Deutsche Geschlechterbuch erstellte (s. W), Wilhelm August (1878–1953), Gymnasialprofessor in Stuttgart (s. Kürschner, Gel.-Kal. 1931), mit Hermann Fischer (1851–1920) Herausgeber des Schwäbischen Wörterbuches (s. W), Nathanael (* 1879), Ingenieur und Autor der erweiterten Stammfolge (s. L). Ein Sohn von Martins Enkel Johann Christoph (1693–1789), Stadtchirurg in Kirchheim/Teck, ist der Tübinger Mathematiker Christoph Friedrich v. P.|(1736-1821, s. L). Weitere Nachfahren Martins sind der Theologe Otto (1839–1908, s. 1) und dessen Tochter, die Schriftstellerin Else (1877–1937, s. W), verheiratet mit dem Pfarrer Otto Zurhellen (1877–1914 ⚔). Ottos Bruder Edmund v. P. (1842–1902) studierte in Tübingen Theologie und war 1870/71 Feldprediger im Deutsch-Franz. Krieg, seit 1873 Prof. für Philosophie in Kiel, seit 1877 in Tübingen. Seine Werke beschäftigen sich meist mit erkenntnistheoretischen, ethischen oder historischen Fragen. Eine Zeitlang war er aktives Mitglied der Nationalliberalen Partei (s. W, L). Seine Tochter Thekla (* 1875) heiratete den Zoologen Richard Hesse (1868–1944, s. NDB IX) und ist Mutter des Gerhard Hesse (1908–97), Professor für organische Chemie in Erlangen. Ein Bruder Ottos und Edmunds ist der Fabrikant Gustav Adolf (1845–96), der Großvater des Biochemikers Gerhard (* 1921) und des Unternehmers Paul Herbert (1912–82, s. 5); letzterer ist der Vater der Anthropologin Beatrix (* 1941), die sich mit Ethnomedizin beschäftigt, ehem. Professorin in Hamburg, jetzt freiberuflich auf Hawaii (s. W). Der Maschinenfabrikant Paul (1848–1903), ein Cousin Ottos, studierte in Stuttgart Maschinenbau. Er war konfessionslos und wanderte vor der Vermählung mit Anna Pfeilsticker (1850–1930) nach London aus, um eine kirchliche Trauung zu umgehen. 1880 gründete er mit seinem Studienfreund Hermann Werner (1848–1906) in Cannstatt (heute Stuttgart) die Firma Werner und Pfleiderer, die Teigknotmaschinen produzierte (die Firma gehörte seit 1986 zum Krupp-Konzern, seit 2000 zur Georg Fischer AG, Schaffhausen). Politisch stand er der Labour Party nahe (s. L). Seine fünf Söhne nahmen 1915 die brit. Staatsbürgerschaft und den Namen Pelmore an. Sein Enkel Gerald Kenneth Keston Pelmore (* 1911) gründete 1936 den Bentley Drivers Club.

  • Werke

    zu Alfred: Bilderatlas z. Alkoholfrage, 1910, 21922 – Zu Jörg: Astronomie f. jedermann, 1983. – Zu Albrecht: Lehrb. d. Gynäkol., 161989 (mit R. Kaiser). – Zu Rudolf: Münsterbuch, 1907. – Zu J. Gottlob: Korntal, 1864;
    Amerik. Reisebilder, 1882. – Zu Immanuel: Glimpses into the life of Indian plants, 31916. – Zu Wilhelm A (Hg.): Schwäb. Wb., 1904-36 (mit H. Fischer). – Zu Else Zurhellen-P.: Der Krieg u. unsere Kinder, 1915;
    Jesus (Roman), 1922;
    Wie erzählen wir d. Kindern d. bibl. Geschichten?, 61925 (mit O. Zurhellen). – Zu Edmund: G. W. Leibniz als Patriot, Staatsmann u. Bildungsträger, 1870 (Repr. 1987);
    Lotzes phil. Weltanschauung, 21884;
    Die Philos. d. Heraklit v. Ephesos im Lichte d. Mysterienidee, 1886;
    Erlebnisse e. Feldgeistlichen im Kriege 1870/71, 1890;
    Sokrates u. Plato, 1896. – Zu Beatrix: Krankheit u. Kultur, 1985 (mit W. Bichmann).

  • Literatur

    Stammfolge d. P., in: Dt.GB 43, 1923;
    Nathanael Pfleiderer, Die Stammfolge d. P., 1938 (P);
    K. Bruder, Die P. 1491 bis 1730, in: Südwestdt. Bll. f. Fam.- u. Wappenkde. 5, 1953, S. 269 f.;
    Fam.bl. d. P. (= FP), 1925–39. – Zu Johann Christoph ( 1842): Wolfgang Pfleiderer, in: FP 25, 1936, 28, 1938. – Zu J. Gottlob: K. Voigt, in: BBKL;
    ders., J. G. P.s Amerika-Reise, in: Bll. f. württ. KGesch. 97, 1997, S. 98-128. – Zu Gottlob F.: Hermann G. Pfleiderer, P., 1929. – Zu Christoph Friedrich v. P.: ADB 25;
    F. Seck, Bibliogr. z. Gesch. d. Univ. Tübingen, 1980;
    W. Lagler, in: Bausteine z. Tübinger Univ.gesch. 3, 1987, S. 59-70 (P);
    ders., in: Lb. Baden-Württ. 19, 1998, S. 163-76 (Qu. W, L, P);
    Polski Słownik Biograficzny. – Zu Edmund v. P.: Th. Ziegler, E. P., in: Schwäb.“ Kronik 179, 1902;
    BJ VII, Tl.;
    F. Seck, Bibliogr. z. Gesch. d. Univ. Tübingen, 1980. – Zu Paul: Immanuel Pfleiderer. Werner u. Pfleiderer, in: FP 29, 1938.

  • Autor/in

    Martin Jung
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Jung, Martin, "Pfleiderer" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 348-349 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139799400.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA