Lebensdaten
1880 bis 1963
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Psychologe
Konfession
jüdisch,evangelisch,konfessionslos
Normdaten
GND: 118880381 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Peters, Wilhelm
  • Peters, W.
  • Peters, Wilhem
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Peters, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118880381.html [19.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Julius (1845–1934), Kaufm.;
    M Emma Porges ( 1939);
    Wien 1915 Anna (1893–1982), Volksschullehrerin, T d. Feinmechanikers Wilhelm Siedentopf u. d. Babette N. N.;
    1 S Georg(es) (* 1920), Prof. d. Pharmakol. u. Toxikol. in Lausanne, 1987 Ehrenmitgl. d. Tschechoslowak. Ak. d. Wiss. (s. BHdE II), 1 T Toni Dowe (* 1922).

  • Leben

    P. wuchs in Wien auf und studierte nach dem Abitur in Zürich (u. a. bei Ernst Meumann), Leipzig und Wien Philosophie, Pädagogik, Psychologie, Naturwissenschaften und bis zum Physikum Medizin. Die Promotion bei Wilhelm Wundt (1832–1920) erfolgte 1904 mit einer Arbeit über die Farbwahrnehmung an der Netzhautperipherie. Danach war P. am Physiologischen Institut der Univ. Wien bei Siegmund Exner (1846–1926) sowie bei Emil Kraepelin (1856–1926) an der Münchener Psychiatrischen Klinik mit der wissenschaftlichen Bearbeitung psychologischer Fragestellungen befaßt. 1908 wurde er Assistent bei →Karl Marbe (1869–1953) in Frankfurt, mit dem er kurze Zeit später nach Würzburg wechselte. Dort habilitierte er sich 1910 mit seiner Arbeit „Über die Ähnlichkeitsassoziation“ für Philosophie, insbesondere für Psychologie. 1919 folgte P. einem Ruf an die Handelshochschule Mannheim und 1923 an die Univ. Jena, wo er 1933 wegen seiner jüd. Abstammung seines Amtes enthoben wurde. Noch im selben Jahr emigrierte er nach London, wo er u. a. an der East London Child Guidance Clinic Forschungsarbeiten durchführte und am University College Gastvorlesungen hielt. Seit 1937 war er als o. Professor an der Univ. Istanbul tätig. Nach dem 2. Weltkrieg bemühte sich die Univ. Jena vergeblich um die Rückkehr P.s, der 1952 nach Würzburg ging, wo er auch als Emeritus (1953) wissenschaftlich tätig war.

    P. befaßte sich u. a. mit der empirischen Klärung allgemeinpsychologischer Fragen (Wahrnehmen, Vorstellen, Erinnern) sowie mit empirischer Persönlichkeitsforschung. Größte Beachtung fanden seine Untersuchungen zur Vererbung geistiger Eigenschaften, deren Ergebnisse letztlich für eine Wechselwirkung zwischen Anlage- und Umweltfaktoren sprechen. P. versuchte zudem, psychologische Erkenntnisse für die Pädagogik, Medizin und Rechtspflege nutzbar zu machen. So war er bemüht, die Ursachen schulischen Versagens zu klären. Auch setzte er sich erfolgreich für die Einrichtung der ersten hauptamtlichen Schulpsychologenstelle in Deutschland ein, die 1922 in Mannheim eingerichtet und mit Hans Lämmermann besetzt wurde. Bekannte Schüler P.s waren u. a. Helmut v. Bracken (1899–1984) und Anneliese Argelander (* 1896).|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ges. f. Experimentelle Psychol. (seit 1929: Dt. Ges. f. Psychol.) (1904–33, Ehrenmitgl. 1962), d. British Psychological Soc. (1935) u. d. Ak. d. Wiss. u. d. Lit., Mainz (1950); Dr. h. c. (Würzburg 1960).

  • Werke

    Weitere W Aufmerksamkeit u. Reizschwelle, in: Archiv f. d. gesamte Psychol. 8, 1906, S. 385-432;
    Die Beziehung d. Psychol. z. Med., 1913;
    Über Vererbung psych. Fähigkeiten, in: Fortschritte d. Psychol. 3, 1915, S. 185-382;
    Einf. in d. Päd. auf psycholog. Grundlage, 1916;
    Die Gestaltung d. Lehrerbildung an d. Hochschule, 1921;
    Das Intelligenzproblem u. d. Intelligenzforschung, in: Zs. f. Psychol. 89, 1922, S. 1-37;
    Zur Entwicklung d. Wahrnehmungsleistung b. Kinde, ebd. 103, 1927, S. 129-84;
    Die Vererbung geistiger Eigenschaften u. d. psych. Konstitution, 1925;
    Rassenpsychol., in Götze-Kretschmer-Peters-Weidenreich: Rasse u. Geist, 1932, S. 28-57;
    Die geistige Entwicklung als soz. Problem, 1938 (türk.);
    Pubertät u. Adoleszenz, 1944 (türk.);
    Intelligence testing of a thousand Turkish children, in: Studies in Psychology and Pedagogy 2, 1952, S. 275-84;
    Experiments on constructive verbal learning, ebd., S. 324-55;
    Vorurteile, in: Psycholog. Btrr. 2, 1956, S. 349-74 u. 541-68;
    Blokkierte u. vergessene Namen im Greisenalter, ebd. 4, 1960, S. 561-78.

  • Literatur

    H. v. Bracken, in: Psycholog. Btrr. 5, 1960, S. 305-11 (P);
    F. Merz, in: Archiv f. d. gesamte Psychol. 116, 1964, S. 9-14;
    G. Eckardt, in: W. Janke u. W. Schneider (Hg.), 100 J. Inst. f. Psychol. u. Würzburger Schule d. Denkpsychol., 1999, S. 147-57;
    J. Cremer, Exil Türkei, 1993;
    BHdE II.

  • Autor/in

    Wolfgang Holzapfel
  • Empfohlene Zitierweise

    Holzapfel, Wolfgang, "Peters, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 249 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118880381.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA