Lebensdaten
1881 bis 1960
Geburtsort
Maulbronn (Württemberg)
Sterbeort
Calw
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 140119558 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Paulus, Arnold Wilhelm Rudolf
  • Paulus, Rudolf
  • Paulus, Arnold Wilhelm Rudolf
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Zitierweise

Paulus, Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140119558.html [03.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1835–94), Prof. d. ev. Theol.;
    M Anna (1855–1919), T d. Wilhelm Hoffmann (1806–73), Hof- u. Domprediger in Berlin, Staatsrat (s. NDB IX), u. d. Clara Gfn. v. Kanitz (1819–62);
    S Johannes, Pfarrer in Otterswang b. Bad Schussenried.

  • Leben

    P. absolvierte die ev.-theol. Seminare in Maulbronn und Blaubeuren und studierte seit 1899 Theologie und Philosophie in Tübingen. 1904-07 war er Vikar in Oppelsbohm und Stuttgart-Ostheim. Anschließend setzte er sein Studium in Heidelberg, wo er Ernst Troeltsch (1865–1923) hörte, und in Berlin fort. Nach erneuter Vikariatszeit in Weil im Schönbuch und Neuhausen am Ems war P. 1908-11 Repetent im Tübinger Stift. Anschließend übernahm er die zweite Pfarrstelle in Besigheim/Neckar. 1921 wurde er von der Tübinger Fakultät zum Lic. theol. h. c. und 1927 zum D. theol. promoviert. 1932 übernahm er das Pfarramt der Gemeinde Kilchberg bei Tübingen und ging im folgenden Jahr als Privatdozent nach Tübingen. Sein Lehrgebiet umfaßte Systematische Theologie und Religionsphilosophie. Versuche, P. auf eine Professur zu berufen, scheiterten. Erst mit der Entpflichtung 1947 erhielt er den Titel eines Honorarprofessors. P. gehörte seit seiner Repetentenzeit der liberalprot. „Vereinigung der Freunde der Christlichen Welt“ an. Zudem war er Mitglied der „Freien Volkskirchlichen Vereinigung“. Nach 1933 beteiligte er sich an kirchenoppositionellen Aktivitäten. Zugleich suchte er aber auch eine Verständigung mit Vertretern der Deutschen Christen. Dem autoritären theol. Anspruch der Bekennenden Kirche stand er kritisch gegenüber. Nach der Pogromnacht 1938 übte er Kritik am antisemitischen Terror, so daß er seither überwacht wurde. Einem offenen Konflikt mit den Nationalsozialisten ging er jedoch aus dem Weg.

    In seinem Werk repräsentiert P, wie nur wenige andere Theologen, die liberale Theologie der Zeit nach 1918. Im Vordergrund stand dabei zum einen die Beziehung von „Idealismus und Christentum“ (1919), zum anderen die Problematik des Historismus in der Theologie (Gott in d. Gesch.?, 1920). Beide Themen führte er in seinem Hauptwerk „Das Christusproblem der Gegenwart, Untersuchung über das Verhältnis von Idee und Geschichte“ (1922) zusammen. In Anknüpfung an Troeltsch sah P. in einem konsequenten Verzicht auf jede geschichtliche Begründung des Glaubens den einzigen Weg, der historistischen Infragestellung religiöser Geltungsansprüche zu begegnen. An die Stelle geschichtlicher Fakten sollte „der religiöse Gesamteindruck der Persönlichkeit Jesu“ treten. Christologische Formeln ersetzte P. durch den Rückgriff auf religiöse Erfahrungssätze. Hierfür berief er sich auf das von Friedrich Schleiermacher formulierte Programm von Theologie als Glaubenslehre.

  • Werke

    Weitere W Fichte u. d. NT, 1919;
    Geschichtsrel., Gegenwartsrel., Ewigkeitsrel., in: Die Christl. Welt 37, 1923, S. 567-75;
    Theol. u. Rel.phil., in: Zs. f. Theol. u. Kirche 14, 1933, S. 195-218;
    Gedanken z. Zeitproblem, in: Theol. als Glaubenswagnis, FS f. Karl Heim, 1954, S. 113-36. – Hg.: Glaube u. Ethos, FS f. Georg Wehrung, 1940. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Univ.archiv Tübingen.

  • Literatur

    P. Barth, Das Christusproblem d. Gegenwart, in: Die Christl. Welt 36, 1922, Nr. 46/47;
    F. W. Graf, Liberale Theologie, in: EKL3 III, S. 86-98;
    RGG2;
    BBKL (Bibliogr.).

  • Autor/in

    Matthias Wolfes
  • Empfohlene Zitierweise

    Wolfes, Matthias, "Paulus, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 136 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140119558.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA