Lebensdaten
um 1415 bis 1467
Geburtsort
wohl Legendorf bei Rehden (Kulmer Land)
Sterbeort
bei Braunsberg
Beruf/Funktion
Bischof von Ermland ; Kurienprokurator
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138715416 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Legendorf, Paul Stange von
  • Stange von Legendorf, Paul
  • Paul Stange von Legendorf
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Zitierweise

Paul Stange von Legendorf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138715416.html [17.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus e. aus Thüringen eingewanderten pomesan.-kulmerländ. Ritterfam;
    V möglicherweise Hans v. Logendorf (Legendorf) ( nach 1439), Landrichter, Dipl. d. Dt. Ordens;
    M N. N.; Schwager (oder Schwager e. N) Fabian Maul gen. v. Legendorf (1426–83), Wojewode v. Pommerellen, Stammvater d. Grafen v. Lehndorff (s. NDB 14).

  • Leben

    P. wurde 1441 an der Univ. Leipzig immatrikuliert, wo er bereits ein Jahr später das Bakkalaureat erwarb. Als Kleriker der Kulmer Diözese seit 1447 an der Kurie in Rom, wurde er im Februar 1449 in die Anima-Bruderschaft der deutschen Kurialen aufgenommen, unter denen er zu den Wohlhabenderen gehörte. Bis 1460 war er als päpstl. Kanzleischreiber, zunächst im Range eines Notars (seit 1458), dann als Protonotar tätig. Seit 1447 bezog er Pfründen im ermländ. Domkapitel, seit 1448 in Oberglogau, wo er 1457 Dekan wurde, dazu im Gnesener Domkapitel. 1452 erhielt er die Weihe zum Subdiakon, 1454 zum Diakon. Enge Beziehungen verbanden P. mit Kardinal Enea Silvio Piccolomini (1405–64), der 1457 auch Bischof des Ermlandes wurde. Von diesem – seit 1458 Papst Pius II. – wurde P. zum Administrator des Bistums Ermland ernannt. 1459/61 holte das Domkapitel die kanonische Bischofswahl nach, die der Papst 1461 bestätigte. Mit dem Auftrag, in dem Krieg des Preuß. Bundes mit Polen-Litauen gegen den Deutschen Orden durch Neutralität zu einem Frieden beizutragen, wurde P. 1460 in seine Diözese geschickt. Hier gelang es ihm in den folgenden Jahren, durch Verhandlungen das seiner Landeshoheit unterstehende Gebiet wiederzugewinnen. Er konnte jedoch sein Stiftsgebiet nicht vor Kriegszerstörungen bewahren und schloß 1464 mit Polen einen Sonderfrieden, dessen Inhalt im 2. Thorner Frieden vom Oktober 1466 bestätigt wurde. Das Ermland ging demzufolge von der Schutzherrschaft des Deutschen Ordens in die der poln. Krone über. Da während des langen Krieges P.s Bischofsweihe nicht ausgeführt werden konnte, wurde diese im November 1466 in Thorn durch Jan Gruszczyński, den Erzbischof von Gnesen, nachgeholt. Bereits im folgenden Jahr starb P. an den Folgen einer Seuche; für das bald darauf entstandene Gerücht, er sei vergiftet worden, gibt es keine Beweise.

  • Literatur

    A. Eichhorn, Gesch. d. ermländ. Bf.wahlen, in: Zs. f. d. Gesch. u. Altertumskde. Ermlauds 1, 1840, S. 140-49;
    F. Hipler, Die Grabstätten d. ermländ. Bischöfe, ebd. 6, 1878, S. 308-11;
    H. Freytag, Die Beziehungen d. Univ. Leipzig zu Preußen, in: Zs. d. Westpreuß. Gesch.ver. 44, 1902, S. 108;
    H. Schmauch. Das staatsrechtl. Verhältnis d. Ermlandes zu Polen, in: Altpreuß. Forsch. 11, 1934, S. 153-58;
    A. Sohn, Dt. Prokuratoren an d. röm. Kurie in d. Frührenaissance (1431–1474), 1997, S. 394 u. ö.;
    D. Schwennicke, Zur Herkunft, Gesch. u. Geneal. d. heutigen Grafen v. Lehndorff, in: Herold-Jb. NF 3, 1998, S. 185-88;
    Altpreuß. Biogr. II;
    K. Górski, in: Polski Słownik Biograficzny 17, 1972, S. 1 ff.;
    T. Borawska, in: Słownik Biograficzny Kapituły Warmińskiej, 1996, S. 145 f.;
    Gatz III.

  • Portraits

    Grabplatte, Bronze, 1494 (Braunsberg, Pfarrkirche).

  • Autor/in

    Bernhart Jähnig
  • Empfohlene Zitierweise

    Jähnig, Bernhart, "Paul Stange von Legendorf" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 106 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138715416.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA