Lebensdaten
wohl nach 1471 bis 1541
Geburtsort
Nördlingen
Sterbeort
Fürstenburg (Vintschgau)
Beruf/Funktion
Bischof von Chur
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119532573 | OGND | VIAF: 57426904
Namensvarianten
  • Ziegler von Ziegelberg, Paul
  • Paul
  • Paul Ziegler
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Zitierweise

Paul Ziegler von Ziegelberg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119532573.html [24.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich ( wohl 1513), wohl aus Dornhan (Schwarzwald), v. Friedrich III. nobilitiert, Geschlachtgewander (Tuchmacher), seit 1471 Bürger in N.;
    M wohl Anna. T d. Heinz Vesner, Geschlachtgewander u. Huterer in N.;
    B Niklaus (um 1472–1526, 1522 Frhr.), seit 1493 in kaiserl. Diensten, 1496 Münzwardein d. Reichsmünzstätte in N., 1500 oberster Sekr. d. Hofkanzlei, später Vizekanzler, 1510 Herr zu Barr (Elsaß), 1517 Landvogt in Schwaben (s. Rieser Biogrr., 1993), Caspar, seit 1498 Sekr. in d. Kanzlei Kg. Maximilians I., Hans, seit 1506 Probierer u. Silberbrenner d. Berg- u. Hüttenwerks Rattenberg (Tirol); 1 illegitime T.

  • Leben

    Über P.s Werdegang ist wenig bekannt. Wahrscheinlich studierte er in Wien. 1503 als möglicher Administrator des Bistums Chur genannt, erhielt er auf Drängen Österreichs und der Bündner 1505 die päpstl. Bestätigung. 1507 erfolgt die Priesterweihe, 1509 wurde er Bischof genannt (Weihe 1517). Gefördert von seinem Bruder Niklaus war P. 1516-38 auch Propst von Altötting. Nach ruhigen ersten Regierungsjahren des dem Hause Österreich ergebenen Bischofs spitzte sich 1520 der seit dem Spätmittelalter schwelende Konflikt mit der nach Unabhängigkeit von der bischöfl. Herrschaft strebenden Republik der Drei|Bünde und der Stadt Chur zu. Die sich seit 1522 in Chur und Umgebung ausbreitende Reformation bestärkte die Gemeinden Bündens in ihrer Opposition gegen den Bischof. Die 1524 und 1526 erlassenen „Ilanzer Artikel“ unterstellten das Kirchenwesen den Gemeinden und machten den Gotteshausbund zum Mitverwalter des Bistums. P., der schwierigen Lage nicht gewachsen, verließ 1524 Chur endgültig und hielt sich seitdem im hochstiftl. Fürstenburg oder in Altötting auf. Einige Bündner Domherren, die in der seit 1527 reformierten Stadt Chur blieben, verwalteten unter der Kontrolle des Gotteshausbundes das Bistum und sorgten damit für dessen Fortbestand. P.s vergeblicher Versuch, Gianangelo Medici (1499–1565), den späteren Pius IV., einen Bruder des den Bündnern verhaßten Kastellans von Musso, zum Koadjutor zu ernennen, führte 1529 zum endgültigen Bruch. Die weitere Verbreitung der Reformation über Chur hinaus im Zehngerichtebund, der um 1540 fast ganz evangelisch war, und im Gotteshausbund konnte P. nicht verhindern. Die Prämonstratenserklöster in Chur und Churwalden sowie das Dominikanerkloster in Chur wurden 1538 aufgelost.|

  • Auszeichnungen

    hzgl. mailänd. Rat (1509);
    Geh. Rat Maximilians I. u. Kg. Ludwigs XII. v. Frankreich.

  • Literatur

    J. G. Mayer. Gesch. d. Bistums Chur, II, 1914, S. 1-90;
    Ch. Kohlweg, Die Brüder Ziegler im Dienste Ks. Maximilians, Diss. Graz 1978;
    Rieser Biogrr., 1993 (P; auch zu Nikiaus);
    O. Clavadetscher, in: Helvetia sacra, I/1, 1972, S. 492-94;
    Gatz III;
    BBKL.

  • Portraits

    Epitaph (Marienberg, Chor d. Abteikirche), Abb. in: Mayer u. Rieser Biogrr., s. L.

  • Autor/in

    Pierre Louis Surchat
  • Empfohlene Zitierweise

    Surchat, Pierre Louis, "Paul Ziegler von Ziegelberg" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 105 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119532573.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA