Lebensdaten
1538 bis 1598 oder 1600
Geburtsort
Florenz
Sterbeort
Italien
Beruf/Funktion
Stukkateur
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 128737336 | OGND | VIAF: 292549124
Namensvarianten
  • Palagio, Carlo de Cesari
  • Pallago, Carlo
  • Zeherin, Karl
  • mehr

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Zitierweise

Palagio, Carlo di Cesare del, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128737336.html [23.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Cesare di Bartolomeo di Domenico;
    M N. N.;
    Maria N. N. (erw. 1600).

  • Leben

    P. erhielt seine künstlerische Ausbildung im Umkreis Giambolognas und Vasaris. 1560 ist er als Gehilfe Giambolognas nachzuweisen, 1565 als selbständiger Mitarbeiter bei den Vorbereitungen zur Florentiner Fürstenhochzeit (Dekoration des Palazzo Vecchio). 1565-71 war er Mitglied der Florentiner Accademia del Disegno.

    Einen Großteil seiner Schaffenszeit verbrachte P. an deutschen Fürstenhöfen. Zunächst schuf er 1569-73 die Stuckdekoration für Hans Fuggers Augsburger Palais unter Regie von Friedrich Sustris (zwei kriegsbeschädigte Räume erhalten). 1574-79 diente er dem in Landshut residierenden bayer. Thronfolger Hzg. Wilhelm V. (bronzene Gartenplastiken in der Münchener Residenz u. Reste d. Dekoration auf Burg Trausnitz oberhalb Landshut erhalten), 1581-85 erneut den Fuggern, jetzt gemeinsam mit Hubert Gerhard (Grabaltar f. Christoph Fugger, Terrakottafiguren f. Schloß Kirchheim, Terrakottazyklus Christi u. der Apostel in Augsburg, St. Ulrich u. Afra). 1585-88 hatte P. unter Sustris Anteil am Münchener Residenzneubau Hzg. Wilhelms V. von Bayern (Stuck in Grottenhof u. Antiquarium teilweise erhalten). 1590-93 schuf er für die Umgestaltung des Domchores von Freiberg (Sachsen) zur Wettiner Begräbniskapelle unter Giovanni Maria Nosseni zahlreiche Stuck- und Bronzefiguren (erhalten). 1593-97 wirkte er – unter Sustris und gemeinsam mit Gerhard – am monumental in Bronze geplanten, jedoch nicht zur Aufstellung gelangten Stiftergrab Hzg. Wilhelms V. von Bayern und seiner Gattin Renata von Lothringen für St. Michael in München mit (zwei kniende gepanzerte Fahnenträger am Ludwigsgrabmal in d. Münchener Frauenkirche, zwei wappenhaltende Löwen an d. Westfassade d. Münchener Residenz sowie vier reichdekorierte Bronzekandelaber in St. Michael erhalten). Auch die bronzene Wappenkartusche an der Fassade von St. Michael in München ist für ihn gesichert. Bei der Regierungsübernahme Hzg. Maximilians I. 1597 entlassen, kehrte er nach Italien zurück, wo er kurz darauf starb. – P. hat auf dem Gebiet der figürlichen wie dekorativen Plastik in Bronze und Stuck die modernen Stilformen der ital. Spätrenaissance nach Deutschland vermittelt, in einer Reihe mit Adrian de Vries und Hubert Gerhard.

  • Literatur

    H. W. Frey (Hg.), Neue Briefe v Giorgio Vasari, III, 1940;
    M. Baxandall, Hubert Gerhard and the Altar of Christoph Fugger, in: Münchner Jb. d. bildenden Kunst 17, 1966, S. 127-44;
    H. Keutner, C. P. (1540-1598), Eine Bronzevenus aus d. Garten d. Burg Trausnitz?, ebd., 3. F., 43, 1992, S. 93-112;
    D. Diemer, Qu. u. Unterss. z. Stiftergrab Hzg. Wilhelms V. v. Bayern u. d. Renata v. Lothringen in d. Münchner Michaelskirche, in: Qu. u. Stud. z. Kunstpol. d. Wittelsbacher v. 16. bis z. 18. Jh., hg. v. H. Glaser, 1980, S. 7-82;
    dies., Bronzeplastik um 1600 in München. Neue Qu. u. Forsch., 1. T., in: Jb. d. Zentralinst. f. Kunstgesch. 2, 1986, S. 107-77, bes. S. 135-55.;
    dies., H. Gerhard u. C. Pallago als Terrakottaplastiker. ebd. 4, 1988, S. 19-141;
    H. Lietzmann, Unbek. Nachrr. z. Biogr. v. Antonio Abondiou. C. P., ebd. 5/6, 1989/90, S. 327-50;
    M. Meine-Schawe, Giovanni Maria Nosseni, Ein Hofkünstler in Sachsen, ebd., S. 283-325;
    dies., Die Grablege d. Wettiner im Dom z. Freiberg, Die Umgestaltung d. Domchores durch Giovanni Maria Nosseni 1585–94, 1992;
    ThB (unter Carlo de Cesare u. Pallago).

  • Autor/in

    Dorothea Diemer
  • Empfohlene Zitierweise

    Diemer, Dorothea, "Palagio, Carlo di Cesare del" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 8-9 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128737336.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA